Nadelstiche (Tochter, oh Tochter)

“Nadelstiche (Tochter, oh Tochter)” lauten die Zeilen dieses Beitrags aus dem Bereich “Lyrik und Poesie”. Der folgende Beitrag stammt von Helmut Voigt, der im Jahr 2017 verstorben ist und zahlreiche Gedichte, Kurzgeschichten sowie nachdenkliche Texte hinterlassen hat, die wir gerne veröffentlichen.

Nadelstiche (Tochter, oh Tochter)

Ich werde aus dem Mädchen nicht klug,
es treibt sich mit dunk’len Gestalten herum.
Jetzt brauche ich erst einen tiefen Zug,
und dann ein Gläschen Cola mit Rum.

Tochter o Tochter, was hast du bloß?
Sage mir doch, was ist mit dir los?
Ein Auge zittert, die Arme beben,
hat dir der Arzt keine Spritze gegeben?

Ich seh’ doch die Stiche in deinem Arm.
Trink’ einen Schnaps, dann wird es dir warm.
Oder du nimmst eine Schlaftablette.
Ich rauch’ mir derweil eine Zigarette.

Tochter o Tochter, was hast du getan?
Sie bringen dich noch auf die schiefe Bahn.
Wenn man auf dich nicht mal richtig aufpasst,
landest du am Ende noch im Knast.

Opa trinkt täglich ein Pils und ein Korn,
Oma schluckt morgens und abends Tabletten,
Mamà liegt im Pralinenwettessen vorn
und Papa raucht täglich vierzig Zigaretten.

Tochter o Tochter, was ist nur gescheh’n,
dass wir dich plötzlich nicht mehr versteh’n?
Wir gaben dir immer ein gutes Zuhaus;
leg’ dich ins Bett und ruhe dich aus.

Anmerkung:
Text und Musik stammen von Helmut. Begleitet wurde er stets von fünf guten Freunden und Freundinnen, die ihn nicht nur gesanglich sondern auch instrumental unterstützten.

Schreibe einen Kommentar