Warum trocknet die Waschmaschine nicht richtig?

Lesedauer: 9 MinAktualisiert: 5. Januar 2026 00:10

Viele Waschmaschinen fühlen sich auch Stunden oder Tage nach dem letzten Waschgang im Inneren noch feucht an. Die Trommel ist klamm, die Türdichtung nass, manchmal riecht es muffig, selbst wenn die Maschine augenscheinlich sauber ist. Dieses Problem tritt unabhängig von der Waschleistung auf und hat nichts damit zu tun, ob die Wäsche sauber oder trocken genug wird. Es handelt sich um ein eigenständiges Feuchtigkeitsproblem im Gerät, das langfristig zu Biofilm, Gerüchen und Schimmel führen kann.

Um zu verstehen, warum eine Waschmaschine außerhalb der Waschgänge feucht bleibt, muss man sich zunächst ansehen, wie eine Waschmaschine konstruiert ist und warum Feuchtigkeit dort grundsätzlich entsteht – und oft auch verbleibt.

Feuchtigkeit ist konstruktionsbedingt vorhanden

Eine Waschmaschine ist kein trockener Hohlraum, sondern ein System aus Schläuchen, Dichtungen, Pumpen, Ventilen und einem Bottich, in dem regelmäßig Wasser steht. Selbst nach dem Abpumpen verbleibt in mehreren Bereichen technisch unvermeidbare Restfeuchtigkeit.

Dazu gehören:

  • der Raum zwischen Trommel und Bottich
  • die Laugenpumpe
  • der Ablaufschlauch
  • die Türmanschette
  • das Einspülfach

Diese Bereiche sind nicht vollständig trockenlegbar. Das ist normal und zunächst kein Defekt. Problematisch wird es erst dann, wenn diese Restfeuchtigkeit nicht mehr abtrocknen kann.

Der entscheidende Faktor: fehlende Verdunstung

Ob Feuchtigkeit harmlos bleibt oder zum Problem wird, hängt weniger von ihrer Menge ab als von der Verdunstungsmöglichkeit. In vielen Haushalten bleibt die Waschmaschine nach dem Waschen:

  • geschlossen
  • in einem schlecht belüfteten Raum
  • bei niedrigen Temperaturen

Dadurch entsteht ein nahezu abgeschlossener, kühler und feuchter Innenraum. Genau diese Bedingungen sind ideal für:

  • Schimmelsporen
  • Bakterien
  • Biofilm

Die Maschine trocknet nicht aus, sondern bleibt dauerhaft klamm.

Türdichtung als Feuchtigkeitsfalle

Die Türmanschette ist einer der kritischsten Bereiche. Sie besteht aus weichem Gummi, besitzt Falten und Hohlräume und hält nach jedem Waschgang Wasser zurück. Selbst wenn die Trommel scheinbar trocken ist, steht in der Dichtung oft noch Wasser.

Bleibt die Tür geschlossen, kann dieses Wasser:

  • nicht verdunsten
  • nicht ablaufen
  • nicht abtrocknen

Mit der Zeit bildet sich ein Biofilm, der wiederum Feuchtigkeit bindet. Dadurch entsteht ein sich selbst verstärkender Effekt: Je mehr Belag, desto länger bleibt es feucht.

Der Bottich trocknet nie vollständig

Zwischen Trommel und Außenbottich befindet sich immer Wasser. Dieses Wasser wird nicht abgepumpt, weil es technisch keinen Nutzen hätte und den Energieverbrauch erhöhen würde. Der Bottich ist außerdem aus Kunststoff gefertigt, der langsam auskühlt und Feuchtigkeit lange hält.

Wenn die Maschine nach dem Waschen geschlossen bleibt, entsteht im Inneren ein kaltes, feuchtes Mikroklima, das über Stunden oder Tage bestehen kann.

Niedrige Waschtemperaturen als Verstärker

Moderne Waschgewohnheiten tragen erheblich zur Problematik bei. Häufiges Waschen bei:

  • 30 °C
  • 40 °C
  • Eco-Programmen

führt dazu, dass:

  • Fette nicht vollständig gelöst werden
  • Keime nicht abgetötet werden
  • Biofilme nicht entfernt werden

Diese Rückstände wirken wie ein Schwamm: Sie speichern Feuchtigkeit und verlängern die Trocknungszeit im Gerät massiv.

Weichspüler und Flüssigwaschmittel als Feuchtebinder

Weichspüler und viele Flüssigwaschmittel enthalten Tenside und Rückstände, die sich:

  • in der Dichtung
  • im Bottich
  • in Schläuchen

ablagern. Diese Rückstände sind hygroskopisch, sie ziehen Feuchtigkeit an und halten sie fest. Das bedeutet: Selbst wenn wenig Wasser vorhanden ist, bleibt das Material dauerhaft feucht.

Das Einspülfach als unterschätzte Quelle

Das Waschmittelfach trocknet in vielen Haushalten nie vollständig. Wasserreste sammeln sich:

  • unter Einsätzen
  • in Kanälen
  • im Zulauf

Bleibt die Schublade geschlossen, entsteht auch hier ein feuchter Raum, der Gerüche produziert und Feuchtigkeit in die Maschine zurückträgt.

Raumklima und Aufstellort

Der Standort der Waschmaschine spielt eine enorme Rolle. Besonders problematisch sind:

  • Kellerräume
  • fensterlose Badezimmer
  • Abstellkammern

Kühle Raumluft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Das bedeutet: Selbst wenn die Tür offen ist, trocknet die Maschine nur sehr langsam oder gar nicht.

Warum die Maschine „immer wieder feucht“ wirkt

Viele Nutzer trocknen die Maschine einmal gründlich aus, stellen aber fest, dass sie nach kurzer Zeit wieder feucht ist. Das liegt daran, dass:

  • Restfeuchtigkeit aus dem Bottich nachdiffundiert
  • Dichtungen Wasser nachziehen
  • Biofilme Feuchtigkeit speichern

Die Maschine produziert keine neue Feuchtigkeit, sie kann die vorhandene nicht loswerden.

Schimmel entsteht nicht plötzlich, sondern schleichend

Schimmel ist das Endstadium eines langen Prozesses. Zunächst entstehen:

  • unsichtbare Biofilme
  • bakterielle Beläge
  • muffige Gerüche

Erst später werden schwarze oder graue Punkte sichtbar. Zu diesem Zeitpunkt ist die Ursache meist schon lange vorhanden und mit der Zeit verfestigt sich dieses feuchte Milieu, wenn nichts aktiv dagegen getan wird.

Welche Bauteile dauerhaft Feuchtigkeit speichern

Dass eine Waschmaschine nach dem Waschen innen feucht bleibt, liegt nicht an „Restwasser irgendwo“, sondern an ganz konkreten Bauteilen, die konstruktionsbedingt Wasser halten. Diese Feuchtigkeit ist normal – problematisch wird sie erst, wenn sie nicht abtrocknen kann.

Die wichtigsten Feuchtigkeitszonen sind die Türmanschette, der Bottich, die Laugenpumpe, der Ablaufschlauch und das Waschmittelfach. All diese Bereiche haben gemeinsam, dass sie nicht aktiv getrocknet werden und auf Verdunstung angewiesen sind. Bleibt diese aus, entsteht Dauerfeuchte.

Die Türmanschette ist dabei der kritischste Punkt. Ihre Falten sind so geformt, dass Wasser nach dem Waschen stehen bleibt. Selbst sorgfältiges Auswischen entfernt nicht alles, weil Wasser auch hinter den sichtbaren Gummilippen sitzt. Dort ist es dunkel, warm und feucht – perfekte Bedingungen für Biofilm und später Schimmel.

Im Bottich selbst steht immer eine geringe Wassermenge. Diese ist technisch notwendig, um Dichtungen geschmeidig zu halten und die Pumpe vor dem Trockenlaufen zu schützen. Dieses Wasser kann nicht entfernt werden und gibt kontinuierlich Feuchtigkeit an die Umgebung ab.

Warum die Maschine trotz Lüften oft nicht trocknet

Viele Nutzer lassen nach dem Waschen die Tür offen und gehen davon aus, dass damit alles erledigt ist. In der Praxis reicht das oft nicht aus. Der Grund ist das Raumklima.

Steht die Waschmaschine in einem kühlen Keller, einem fensterlosen Bad oder einem schlecht belüfteten Hauswirtschaftsraum, kann die Umgebungsluft kaum Feuchtigkeit aufnehmen. Die Luft ist bereits gesättigt, besonders in den Herbst- und Wintermonaten. Die Maschine bleibt dann selbst bei geöffneter Tür feucht.

Hinzu kommt, dass die Trommel aus Metall und der Bottich aus Kunststoff bestehen. Beide Materialien kühlen nach dem Waschen schnell aus. Kalte Oberflächen verzögern die Verdunstung zusätzlich, sodass Feuchtigkeit regelrecht „stehen bleibt“.

Niedrigtemperatur-Waschen als zentrale Ursache

Ein wesentlicher Faktor für dauerhaft feuchte Waschmaschinen ist die heutige Waschpraxis. Viele Haushalte waschen fast ausschließlich bei 30 oder 40 Grad, oft im Eco-Modus. Diese Programme sind energiesparend, aber sie reinigen die Maschine selbst kaum.

Fette, Hautschuppen, Waschmittelreste und Weichspüler werden bei niedrigen Temperaturen nicht vollständig gelöst. Sie lagern sich im Inneren ab und bilden einen Biofilm. Dieser Biofilm ist kein Schimmel, aber er speichert Feuchtigkeit wie ein Schwamm und bietet Mikroorganismen einen idealen Nährboden.

Je stärker dieser Belag wird, desto länger bleibt die Maschine feucht – selbst wenn äußerlich alles sauber wirkt.

Weichspüler und Flüssigwaschmittel als Feuchteverstärker

Weichspüler ist einer der größten Feuchtigkeitstreiber in Waschmaschinen. Er hinterlässt einen dünnen Film auf Dichtungen, im Bottich und in Schläuchen. Dieser Film ist hygroskopisch, zieht also Wasser an und hält es fest.

Auch viele Flüssigwaschmittel begünstigen dieses Problem, weil sie keine bleichenden Bestandteile enthalten und bei niedrigen Temperaturen kaum rückstandsfrei ausgewaschen werden.

Das Ergebnis ist kein sichtbarer Schimmel, sondern eine dauerhaft klamme Maschine, die muffig riecht und nur sehr langsam trocknet.

Das Waschmittelfach als unterschätzte Problemzone

Das Einspülfach wird häufig vergessen. Nach jedem Waschgang bleibt dort Wasser zurück, besonders unter den Einsätzen und in den Zulaufkanälen. Wird die Schublade geschlossen, entsteht ein weiterer feuchter Hohlraum.

Von dort breiten sich Gerüche und Feuchtigkeit in die Maschine aus. Selbst wenn Trommel und Tür offen sind, bleibt dieser Bereich oft dauerhaft nass.

Warum sich Feuchtigkeit „von selbst“ immer wieder bildet

Viele Nutzer berichten, dass sie die Maschine gründlich gereinigt und getrocknet haben, sie aber nach wenigen Tagen wieder feucht ist. Das liegt daran, dass Feuchtigkeit aus tieferen Bereichen nachdiffundiert.

Der Bottich, die Pumpe und die Schläuche geben kontinuierlich Feuchtigkeit ab. Ist das Gerät geschlossen oder schlecht belüftet, sammelt sich diese Feuchtigkeit erneut an Oberflächen, besonders an der Türdichtung.

Die Maschine erzeugt also keine neue Feuchtigkeit, sie kann die vorhandene schlicht nicht loswerden.

Konkrete Maßnahmen, um die Waschmaschine dauerhaft trocken zu halten

Der wichtigste Schritt ist konsequente Belüftung. Nach jedem Waschgang sollten Tür und Waschmittelschublade vollständig geöffnet bleiben. Nicht nur einen Spalt, sondern so weit wie möglich. Das allein reduziert die Feuchte erheblich.

Zusätzlich hilft es, die Türdichtung nach dem Waschen kurz trocken zu wischen. Dabei sollten auch die hinteren Falten beachtet werden, nicht nur der sichtbare Rand.

Ein sehr wirkungsvoller Schritt ist regelmäßiges Heißwaschen. Ein Waschgang bei 60 oder 90 Grad, idealerweise ohne Wäsche oder mit Handtüchern, entfernt Biofilm, Fett und Rückstände. Dadurch kann die Maschine anschließend deutlich besser trocknen.

Der bewusste Verzicht auf Weichspüler oder zumindest eine starke Reduzierung hilft ebenfalls spürbar. Alternativ kann gelegentlich ein Pulverwaschmittel verwendet werden, da dieses Sauerstoffbleiche enthält, die Rückstände abbaut.

Auch der Aufstellort spielt eine Rolle. Wo möglich, sollte der Raum regelmäßig gelüftet oder leicht beheizt werden. Warme, trockene Luft ist der beste Feind von Dauerfeuchtigkeit.

Wann Feuchtigkeit noch normal ist – und wann nicht mehr

Eine leicht feuchte Trommel oder Dichtung wenige Stunden nach dem Waschen ist normal. Bleibt die Maschine jedoch über Tage klamm, riecht muffig oder zeigt schwarze Punkte an Dichtung oder Einspülfach, ist Handlungsbedarf gegeben.

Spätestens wenn Gerüche auch auf die Wäsche übergehen, ist das Gleichgewicht im Inneren der Maschine gestört.

Fazit

Dass eine Waschmaschine außerhalb der Waschgänge feucht bleibt, ist kein Defekt, sondern eine Kombination aus Konstruktion, Waschgewohnheiten und Umgebung. Problematisch wird es erst, wenn diese Feuchtigkeit dauerhaft eingeschlossen bleibt. Mit gezielten Maßnahmen wie Belüften, gelegentlichem Heißwaschen, reduziertem Weichspülereinsatz und Aufmerksamkeit für Dichtungen lässt sich das Problem dauerhaft in den Griff bekommen – und Schimmel effektiv verhindern.

Häufige Fragen zur feuchten Waschmaschine und Schimmelbildung

Ist es normal, dass die Waschmaschine innen feucht bleibt?

Ja, eine gewisse Restfeuchtigkeit ist normal. Problematisch wird es erst, wenn die Maschine auch nach längerer Zeit nicht abtrocknet und muffig riecht.

Reicht es, die Tür nach dem Waschen offen zu lassen?

In vielen Fällen ja, aber nicht immer. Auch das Waschmittelfach sollte geöffnet bleiben, und der Raum muss ausreichend trocken sein.

Warum riecht die Maschine trotz Reinigung muffig?

Oft sitzt der Biofilm nicht sichtbar in Dichtungen, Schläuchen oder dem Bottich. Eine gründliche Heißwäsche ist hier wichtiger als Oberflächenreinigung.

Hilft Essig oder Zitronensäure gegen Feuchtigkeit?

Kurzfristig können Gerüche gemindert werden, langfristig lösen sie jedoch Biofilm und Waschmittelreste nicht zuverlässig. Regelmäßige heiße Waschgänge sind wirksamer.

Wie oft sollte man bei 60 oder 90 Grad waschen?

Einmal im Monat reicht in den meisten Haushalten aus, um Ablagerungen zu verhindern und die Maschine trockenfähiger zu halten.

Ist Schimmel in der Waschmaschine gefährlich?

Sichtbarer Schimmel sollte ernst genommen werden, da er Gerüche verursacht und auf Wäsche übergehen kann. Frühzeitige Gegenmaßnahmen verhindern größere Probleme.

Kann falsches Waschmittel die Feuchtigkeit verstärken?

Ja, insbesondere Weichspüler und überdosiertes Flüssigwaschmittel fördern Rückstände, die Feuchtigkeit binden.

Sollte man die Türdichtung regelmäßig reinigen?

Ja, besonders die Falten der Manschette sollten regelmäßig kontrolliert und trocken gehalten werden.

Checkliste
  • der Raum zwischen Trommel und Bottich
  • die Laugenpumpe
  • der Ablaufschlauch
  • die Türmanschette
  • das Einspülfach

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Guido Marquardt

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Melanie Weissberger

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Johannes Breitenreiter

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Sina Eschweiler

Sina Eschweiler

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