Viele Stromtarife mit Wechselbonus wirken auf den ersten Blick extrem günstig, zahlen sich jedoch meistens nur im ersten Vertragsjahr aus. Entscheidend ist, wie sich der Arbeitspreis und der Grundpreis nach dem Bonuszeitraum entwickeln und welche Vertragsbedingungen daran hängen. Ein fairer Vergleich gelingt nur, wenn du das zweite Vertragsjahr bewusst mit einrechnest.
Statt nur auf den Bonus zu schauen, solltest du immer den Gesamtpreis über 12 oder 24 Monate bewerten und dabei prüfen, wie hoch der Preis nach Wegfall der Einmalzahlung ist. Wer diesen Schritt auslässt, landet oft in einem Tarif, der nach dem ersten Jahr deutlich teurer ist als ein scheinbar „langweiliger“ Vertrag ohne Prämien.
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Wie Stromverträge mit Bonus aufgebaut sind
Stromverträge mit Bonus folgen in der Regel einem ähnlichen Muster: Es gibt einen einmaligen Geldbetrag oder einen prozentualen Rabatt, der deinen effektiven Jahrespreis zunächst deutlich senkt. Gleichzeitig verstecken sich die tatsächlichen Kosten in Arbeitspreis, Grundpreis und Vertragslaufzeit.
Typische Bausteine bei Bonus-Tarifen sind:
- Einmaliger Wechselbonus (z. B. nach 12 Monaten Auszahlung)
- Neukundenbonus, der oft an eine Mindestvertragsdauer gekoppelt ist
- Eventuell ein Sofortbonus, der wenige Wochen nach Lieferbeginn ausgezahlt wird
- Strompreis bestehend aus Arbeitspreis pro Kilowattstunde und monatlichem Grundpreis
- Vertragslaufzeit oft 12 oder 24 Monate, manchmal stillschweigende Verlängerung
Der Bonus senkt nur einmalig den Preis. Der eigentliche Tarif – also die laufenden Kosten pro Kilowattstunde – bleibt davon unberührt oder ist sogar höher als bei Tarifen ohne Bonus. Genau hier liegt der Grund, warum das zweite Jahr regelmäßig deutlich teurer wird.
Warum das erste Vertragsjahr so günstig wirkt
Der starke Preisvorteil im ersten Jahr entsteht dadurch, dass der Bonus auf die gesamte Jahresrechnung angerechnet und in Vergleichsportalen als Preisreduktion eingerechnet wird. Viele Anbieter kalkulieren so, dass der Tarif mit Bonus in den Rankings weit oben landet.
Ein einfaches Rechenprinzip steckt dahinter:
- Dein Verbrauch wird mit dem (relativ hohen) Arbeitspreis multipliziert.
- Der Grundpreis für 12 Monate wird addiert.
- Am Ende zieht der Anbieter den Bonus von der ersten Jahresrechnung ab.
In Summe entsteht so ein attraktiver Effektivpreis für das erste Jahr. Würde man jedoch denselben Tarif ohne Bonus im zweiten Jahr berechnen, also nur mit Energiepreis und Grundpreis, läge der Gesamtbetrag häufig deutlich über Alternativangeboten ohne Einmalzahlung.
Was im zweiten Jahr tatsächlich passiert
Nach Ablauf der Bonusphase zahlst du den Strompreis ohne Einmalgutschrift. Der Arbeitspreis pro Kilowattstunde und der Grundpreis bleiben meist unverändert oder werden gemäß Preisanpassungsklauseln verändert, aber der Bonus entfällt vollständig.
Der Effekt ist deutlich spürbar:
- Deine Abschläge können steigen, sobald der Anbieter eine neue Jahresprognose ohne Bonus erstellt.
- Die effektiven Kosten pro Jahr erhöhen sich um den Betrag des weggefallenen Bonus.
- Du empfindest den gleichen Tarif plötzlich als teuer, obwohl sich formal nur die Gutschrift geändert hat.
Wer dann nicht rechtzeitig kündigt oder wechselt, bleibt in einem Tarif, der auf Dauer deutlich über dem Marktniveau liegen kann. Vor allem bei stabiler oder sinkender Strompreislage lohnt sich ein Bonus-Tarif meist nur dann, wenn du konsequent nach dem ersten Jahr erneut wechselst.
So erkennst du, ob sich ein Bonus-Tarif wirklich lohnt
Ob ein Stromvertrag mit Bonus für dich passt, hängt vor allem von deinem Wechselverhalten und deinem Jahresverbrauch ab. Wer bereit ist, jedes Jahr den Anbieter zu wechseln, kann mit Bonusmodellen sparen, sollte aber sehr genau rechnen.
Ein sinnvoller Weg, um den Tarif zu prüfen:
- Ermittele deinen realistischen Jahresverbrauch in Kilowattstunden aus der letzten Jahresabrechnung.
- Multipliziere diesen Verbrauch mit dem Arbeitspreis des Angebots.
- Addiere den jährlichen Grundpreis.
- Ziehe jetzt nur einmal den Bonus ab und berechne damit die tatsächlichen Kosten des ersten Jahres.
- Berechne im nächsten Schritt das zweite Jahr ohne Bonus, aber mit demselben Preisniveau.
- Vergleiche die Summe aus Jahr 1 und Jahr 2 mit einem Tarif ohne Bonus über denselben Zeitraum.
Wenn die zwei Jahre zusammen bei einem Bonus-Tarif teurer sind als ein solider Vertrag ohne Prämie, zahlt sich das Angebot nur dann aus, wenn du bereits im ersten Jahr wieder kündigst und einen neuen Bonus nutzt. Dieser jährliche „Wechselzyklus“ erfordert allerdings Aufmerksamkeit, Disziplin und ein bisschen Zeit.
Unterschiedliche Bonusarten und ihre Haken
Bei Stromverträgen tauchen verschiedene Arten von Bonus auf, die jeweils eigene Bedingungen haben. Der Vorteil eines Angebots hängt stark davon ab, wie streng diese Bedingungen formuliert sind und wann die Zahlung erfolgt.
Die wichtigsten Bonusvarianten sind:
- Neukundenbonus: Wird häufig nach 12 Monaten gewährt, wenn der Vertrag ununterbrochen bestanden hat und der Kunde den Anbieter nicht vorzeitig wechselt.
- Sofortbonus: Wird meist wenige Wochen nach Lieferbeginn ausgezahlt, zum Beispiel per Überweisung oder mit der nächsten Abschlagsrechnung verrechnet.
- Treuebonus: Manchmal an längere Laufzeiten gekoppelt, z. B. erst nach 24 Monaten Vertragsdauer.
Die Fallstricke stecken oft im Detail: Es kann sein, dass der Bonus nur bei vollständigem Bezug über 12 Monate und pünktlichen Zahlungen ausgezahlt wird. Wer während der Laufzeit umzieht, einen Zahlungsverzug hat oder der Anbieter insolvent wird, erhält den Bonus unter Umständen gar nicht.
Wie du die Vertragsbedingungen richtig liest
Die entscheidenden Informationen zu Bonus und Preisgestaltung stehen in den Tarifdetails und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Wer diese Texte ignoriert, verlässt sich im Grunde nur auf Werbeversprechen.
Besonders wichtig sind folgende Punkte:
- Bedingungen für den Bonus: Steht dort eine Mindestvertragsdauer, ein Stichtag oder ein bestimmter Abrechnungsmodus?
- Kündigungsfrist: Üblich sind häufig 4 bis 6 Wochen zum Ende der Mindestlaufzeit. Verpasst du sie, verlängert sich der Vertrag automatisch.
- Preisanpassungsklausel: Beschreibt, unter welchen Umständen der Anbieter Preise erhöhen darf.
- Laufzeit und Verlängerung: Gibt es nach Ablauf der Erstlaufzeit eine kurze Verlängerung von nur einem Monat oder gleich weitere 12 Monate?
Je klarer und transparenter diese Punkte formuliert sind, desto besser kannst du abschätzen, ob sich der Tarif längerfristig trägt oder nur ein kurzfristiges Wechselangebot darstellt.
Warum Vergleichsportale Bonus-Tarife oft nach oben spülen
Vergleichsportale sortieren Tarife in vielen Fällen nach dem Effektivpreis im ersten Jahr. Ein hoher Bonus sorgt daher dafür, dass ein Angebot weit oben erscheint, selbst wenn der reine Arbeitspreis eher hoch ist.
Typische Mechanismen dabei:
- Der Neukundenbonus wird vollständig vom ersten Vertragsjahr abgezogen.
- Es wird selten deutlich gemacht, wie sich der Preis im zweiten Jahr ohne Bonus entwickelt.
- Filter für „Tarife ohne Bonus“ gibt es teilweise, sie sind aber standardmäßig oft nicht aktiv.
Wenn du nur die ersten paar Treffer eines Portals beachtest, siehst du überwiegend aggressive Bonus-Tarife. Um einen realistischen Eindruck zu bekommen, lohnt es sich, Filter zu nutzen, Boni auszublenden oder den Fokus auf Verträge mit stabilem Preisniveau zu legen.
Rechenbeispiele für typische Verbrauchssituationen
Ein Vergleich auf Basis konkreter Verbräuche hilft dir besser zu verstehen, wie stark der Bonus das erste Jahr beeinflusst und wie teuer dasselbe Angebot ohne Prämie wirkt. So kannst du näherungsweise einschätzen, wo bei dir der Kipppunkt liegt.
Bei einem Single-Haushalt mit geringem Verbrauch hat der Bonus oft einen relativ starken Effekt auf den Effektivpreis, weil ein fixer Geldbetrag auf wenige Kilowattstunden verteilt wird. In einem großen Haushalt mit vielen Personen und hohem Stromverbrauch wirkt derselbe Bonus dagegen weniger, weil er über mehr Kilowattstunden verteilt wird und der hohe Arbeitspreis stärker ins Gewicht fällt.
Typische Missverständnisse rund um den Strombonus
Viele Stromkundinnen und Stromkunden gehen davon aus, dass ein günstiger Effektivpreis automatisch auch für die folgenden Jahre gilt. Dieser Eindruck entsteht häufig, weil der Unterschied zwischen Bonus und laufendem Tarif nicht deutlich hervorgehoben wird.
Typische Denkfehler sind:
- „Der Anbieter ist generell günstig“ – dabei ist nur das erste Jahr durch den Bonus attraktiv.
- „Die Abschläge bleiben in dieser Höhe“ – in der nächsten Abrechnungsperiode steigen sie oft, weil kein Bonus mehr berücksichtigt wird.
- „Ich kann jederzeit wechseln“ – real gibt es Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen.
Wer sich diese Punkte bewusst macht, schaut automatisch genauer hin und bewertet den Bonus eher als Einmal-Rabatt, nicht als dauerhaftes Preisversprechen.
Wann ein Stromtarif mit Bonus Sinn ergibt
Ein Bonus-Tarif kann für dich lohnend sein, wenn du bereit bist, aktiv zu bleiben und regelmäßig zu prüfen, ob ein neuer Wechsel sich auszahlt. Gerade bei hoher Wechselbereitschaft kann der Einmalbetrag über die Jahre zu einer nennenswerten Ersparnis führen.
Besonders interessant sind solche Tarife, wenn:
- du deinen Jahresverbrauch gut kennst und exakt kalkulieren kannst, ob sich der Bonus lohnt,
- du dir im Kalender rechtzeitig Erinnerungen für Kündigungsfristen und Tarifwechsel anlegst,
- du sowieso jährlich deine Versicherungen, Mobilfunktarife oder andere Verträge prüfst und den Stromtarif in diesen Rhythmus integrierst.
Wer lieber selten Verträge anfasst und Wert auf Stabilität legt, ist mit einem fair bepreisten, langfristig kalkulierbaren Tarif ohne hohe Boni meistens besser bedient.
Wann du besser auf Bonusmodelle verzichtest
In manchen Lebenssituationen ist ein Stromvertrag mit hoher Einmalzahlung eher ungünstig, weil die Rahmenbedingungen nicht stabil sind oder dir schlicht die Zeit zum ständigen Nachjustieren fehlt. Dann bietet ein klarer, dauerhafter Preis mehr Sicherheit, selbst wenn die erste Jahresrechnung ein paar Euro höher ausfällt.
Du kannst Bonus-Tarife in der Regel meiden, wenn:
- du in den nächsten 12 Monaten mit einem Umzug rechnest und nicht sicher bist, ob der Bonus dann noch gewährt wird,
- du unregelmäßige Einnahmen hast und Gefahr läufst, Abschläge zu spät zu zahlen,
- du keinen Nerv hast, dich jährlich mit neuen Bedingungen und AGB auseinanderzusetzen.
In diesen Fällen ist es sinnvoller, Tarife zu wählen, die dir faire Konditionen und möglichst flexible Laufzeiten bieten, auch wenn sie ohne spektakuläre Prämien daherkommen.
Wie du die Preise verschiedener Tarife richtig vergleichst
Ein fairer Vergleich zwischen Bonus-Tarifen und Tarifen ohne Einmalzahlung gelingt nur, wenn du systematisch vorgehst. Spontane Entscheidungen auf Basis eines vermeintlich günstigen Effektivpreises führen leicht zu einem Kostenanstieg im Folgejahr.
Ein möglicher Ablauf für deinen Vergleich kann so aussehen:
- Nimm deine letzte Jahresabrechnung zur Hand und notiere Verbrauch in Kilowattstunden und Gesamtkosten.
- Suche dir drei bis fünf ernsthafte Anbieter heraus, idealerweise eine Mischung aus Tarifen mit und ohne Bonus.
- Berechne für jeden Tarif die Kosten im ersten Jahr inklusive Bonus.
- Berechne danach die Kosten im zweiten Jahr ohne Bonus bei gleichem Verbrauch.
- Ziehe eine Bilanz über zwei Jahre und sortiere die Angebote nach Gesamtkosten.
- Prüfe zum Abschluss, ob du bereit bist, jährlich zu wechseln oder ob du einen Tarif für mehrere Jahre suchst.
Wenn du bei diesem Vergleich bemerkst, dass ein simpler Tarif ohne Bonus über zwei Jahre nur geringfügig teurer ist, kann sich der Komfortgewinn lohnen. Fallen die Unterschiede allerdings deutlich aus, zahlt sich ein jährlicher Anbieterwechsel häufig aus, sofern du diszipliniert bleibst.
Beispiel: Geringer Verbrauch im Single-Haushalt
Eine allein lebende Person in einer Wohnung mit sparsamen Elektrogeräten verbraucht vielleicht um die 1.500 Kilowattstunden im Jahr. In so einer Situation kann ein fixer Bonus besonders stark auf den Effektivpreis wirken.
Nehmen wir an, der Tarif mit Bonus hat einen höheren Arbeitspreis als ein Vergleichstarif ohne Einmalzahlung, bietet aber einen ordentlichen Neukundenbonus. Im ersten Jahr drückt der Bonus die Jahresrechnung spürbar nach unten und platziert das Angebot in Vergleichstabellen ganz vorne. Im zweiten Jahr, wenn der Bonus entfällt, kann der Tarif wegen des höheren Energiepreises jedoch klar über dem Vertrag ohne Bonus liegen. Wer bewusst jedes Jahr wechselt, profitiert, wer aus Bequemlichkeit bleibt, zahlt mehr.
Beispiel: Familie mit hohem Stromverbrauch
In einem Haushalt mit mehreren Personen, Elektrogeräten, vielleicht noch einem Heimarbeitsplatz und einem Jahresverbrauch von 4.000 bis 5.000 Kilowattstunden hat der Bonus eine andere Wirkung. Der einmalige Betrag wird über viele Kilowattstunden verteilt.
In dieser Konstellation kann ein Tarif mit vergleichsweise niedrigem Arbeitspreis, aber ohne große Einmalzahlung, über zwei oder drei Jahre hinweg günstiger sein als ein Angebot mit hoher Prämie und deutlich teurerem Energiepreis. Je höher dein Verbrauch, desto wichtiger wird der reine Kilowattstundenpreis und desto weniger Gewicht hat die Einmalgutschrift.
Beispiel: Haushalte mit geplantem Umzug
Wer innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate einen Umzug plant, muss besonders genau prüfen, wie der Bonus geregelt ist. Manche Anbieter zahlen die Prämie nur aus, wenn der Vertrag für einen vollständigen Abrechnungszeitraum besteht und nicht vorzeitig beendet wird.
Steht in den Bedingungen, dass ein Bonus entfällt, wenn du vor Ablauf der Mindestlaufzeit den Anbieter wechselst oder der Vertrag wegen Umzugs beendet wird, kann der vermeintliche Vorteil komplett verpuffen. Gerade in Umzugsphasen sind daher Tarife mit kurzen Laufzeiten und transparenten Preisen oft die entspanntere Lösung.
Preisgarantie, Laufzeit und Bonus – wie hängt das zusammen?
Viele Stromtarife kombinieren eine bestimmte Form der Preisgarantie mit Bonusmodellen. Die Preisgarantie sichert dabei zu, dass bestimmte Bestandteile des Strompreises für einen festgelegten Zeitraum nicht erhöht werden.
Typische Varianten sind:
- Energiepreisgarantie: Nur der reine Energieanteil ist fix, Abgaben und Steuern können sich noch ändern.
- Vollpreisgarantie: Alle Bestandteile außer Mehrwertsteuer bleiben stabil.
- Teilgarantie: Eine Mischform mit eingeschränkter Sicherheit.
Der Bonus wird separat davon behandelt. Das bedeutet: Du kannst zwar für 12 oder 24 Monate relative Sicherheit über den Strompreis selbst haben, der finanzielle Vorteil durch den Bonus wirkt dennoch nur im ersten Abrechnungszeitraum. Im zweiten Jahr zahlst du denselben garantierten Preis, aber ohne Gutschrift, und deine effektiven Kosten steigen.
Wie sich Änderungen am Strommarkt auf Bonus-Tarife auswirken
Strompreise an den Großhandelsmärkten schwanken. In Phasen stark steigender Preise können auch Verträge mit Bonus im zweiten Jahr noch vergleichsweise attraktiv sein, weil viele andere Anbieter ebenfalls erhöhen. In ruhigeren Phasen mit stabilen oder sinkenden Preisen fallen teure Arbeitspreise ohne Bonus hingegen stärker ins Gewicht.
Wichtige Auswirkungen solcher Marktbewegungen sind:
- Neue Angebote ohne Bonus können plötzlich günstiger werden als dein Bestandsvertrag mit Bonus aus dem Vorjahr.
- Dein Tarif wirkt im Vergleich zu aktuellen Angeboten teurer, obwohl er sich selbst gar nicht stark verändert hat.
- Ein geplanter jährlicher Wechsel kann in Phasen stark steigender Preise schwieriger umzusetzen sein, weil die Auswahl an wirklich attraktiven Alternativen kleiner wird.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf aktuelle Marktberichte oder Medienberichte über Strompreisniveaus, bevor du dich auf eine bestimmte Laufzeit festlegst.
Typische Fehler bei der Wahl eines Bonus-Tarifs und wie du sie vermeidest
Die meisten teuren Fehlentscheidungen bei Stromverträgen mit Bonus entstehen nicht durch böse Absicht der Anbieter, sondern durch Unachtsamkeit beim Lesen von Preisen und Bedingungen. Wer ein paar Stolperfallen im Blick behält, reduziert das Risiko deutlich.
Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- Nur auf den angegebenen Monatsabschlag zu achten und nicht auf den Arbeitspreis und den Grundpreis.
- Die Kündigungsfrist im Kalender nicht zu notieren und dadurch ungewollt in die Verlängerung zu rutschen.
- Umzug oder Veränderungen im Haushalt nicht im Voraus einzuplanen, obwohl der Bonus an eine bestimmte Vertragsdauer gekoppelt ist.
- Den Bonus innerlich wie eine dauerhafte Preisreduzierung zu betrachten, statt als einmalige Gutschrift.
Wenn du bewusst auf diese Punkte achtest, vor der Vertragsunterschrift nachrechnest und dir für wichtige Fristen Erinnerungen setzt, kannst du Bonus-Tarife gezielt nutzen, statt von ihnen überrascht zu werden.
Häufige Fragen zu Stromverträgen mit Bonus
Wie erkenne ich auf einen Blick, ob der Bonus wirklich attraktiv ist?
Du schaust zuerst auf den Arbeitspreis pro Kilowattstunde und den Grundpreis ohne eingerechneten Bonus. Vergleiche diese Werte mit Tarifen ohne Bonus und prüfe anschließend, wie stark der Bonus den Jahrespreis verändert und was du im zweiten Jahr ohne Bonus zahlen würdest.
Was passiert, wenn ich die Mindestvertragslaufzeit vorzeitig beende?
Wird der Vertrag vor Ablauf der Mindestlaufzeit beendet, entfällt bei vielen Anbietern der Bonus vollständig. Lies deshalb immer den Abschnitt zu Kündigung, Mindestlaufzeit und Bonusbedingungen, damit du weißt, ob du bei einem frühen Anbieterwechsel Anspruch auf die Zahlung hast.
Bekomme ich den Bonus auch, wenn ich umziehe?
Manche Anbieter knüpfen die Bonuszahlung daran, dass der Vertrag an derselben Lieferadresse über die komplette Mindestlaufzeit läuft. Prüfe die Umzugsregelungen im Vertrag, insbesondere ob der Anbieter den Bonus bei einem Umzug streichen darf oder ob der Vertrag an der neuen Adresse weitergeführt wird.
Wie oft kann ich den Anbieter wechseln, um von Boni zu profitieren?
In der Praxis kannst du jährlich oder nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit wechseln, sofern du die Kündigungsfrist einhältst. Achte jedoch darauf, den Aufwand, mögliche Risiken und die Entwicklung der Strompreise im Blick zu behalten, statt nur auf den einmaligen Bonus zu schauen.
Gibt es auch faire Bonus-Tarife?
Es gibt Anbieter, bei denen der Grund- und Arbeitspreis auch ohne Bonus wettbewerbsfähig ist und der Bonus lediglich einen zusätzlichen Vorteil darstellt. Fair wird ein Angebot vor allem dann, wenn du im zweiten Jahr nicht deutlich mehr zahlst als bei soliden Tarifen ohne Einmalzahlung.
Welche Rolle spielt eine Preisgarantie bei einem Bonus-Tarif?
Eine Preisgarantie schützt dich während der Garantiezeit vor steigenden Energiepreisen, deckt aber oft nur einen Teil der Preisbestandteile ab. Prüfe, ob die Garantie für den gesamten Arbeitspreis gilt und wie lange sie läuft, und setze diese Informationen in Beziehung zu Laufzeit und Bonushöhe.
Wie gehe ich bei der Auswahl eines neuen Tarifs systematisch vor?
Notiere zuerst deinen Jahresverbrauch und deine aktuelle Abschlagshöhe und nutze dann Vergleichsrechner, bei denen du die Sortierung nach Bonus ausschalten kannst. Anschließend filterst du nach Laufzeit, Preisgarantie und fairen Konditionen und entscheidest erst zum Schluss, ob ein Bonus wirklich einen Mehrwert bringt.
Woran erkenne ich unseriöse Stromangebote mit Bonus?
Warnsignale sind ein sehr hoher Bonus bei gleichzeitig deutlich überdurchschnittlichem Arbeitspreis im zweiten Jahr, lange Laufzeiten und unklare Formulierungen zur Bonusauszahlung. Lies außerdem Bewertungen und achte darauf, ob der Anbieter häufig starke Preiserhöhungen nach Ablauf der ersten Vertragsperiode vornimmt.
Was sollte ich beim Blick auf Vergleichsportale beachten?
Schalte oder reduziere die Gewichtung von Bonuszahlungen in den Filtereinstellungen und lass dir auch Tarife ohne Einmalzahlungen anzeigen. Wichtig ist, dass du nicht nur auf die Platzierung im Ranking schaust, sondern die Kostenberechnung für das zweite Jahr und die Vertragsbedingungen sorgfältig prüfst.
Wie plane ich meinen Stromvertrag, wenn sich mein Verbrauch bald deutlich ändert?
Wenn du beispielsweise Geräte austauschst, eine Wärmepumpe planst oder Zuwachs im Haushalt erwartest, kann sich dein Jahresverbrauch spürbar verschieben. In diesen Fällen sind flexible Tarife mit kürzerer Laufzeit und ohne starken Bonushebel oft besser geeignet, weil sie sich leichter anpassen oder wechseln lassen.
Was mache ich, wenn der Anbieter den Bonus trotz erfüllter Bedingungen nicht zahlt?
Dokumentiere alle relevanten Unterlagen wie Vertragsbestätigung, AGB, Abschlagspläne und Zählerstände und fordere die Bonuszahlung schriftlich mit Fristsetzung ein. Reagiert der Anbieter nicht oder lehnt zu Unrecht ab, kannst du dich an die Schlichtungsstelle Energie oder eine Verbraucherzentrale wenden.
Fazit
Boni können Stromtarife im ersten Jahr attraktiv erscheinen lassen, führen aber später oft zu deutlich höheren Kosten. Entscheidend ist daher, den Preis ab dem zweiten Jahr, Laufzeiten und Bedingungen zur Bonusauszahlung genau zu prüfen. Wer Filtereinstellungen in Vergleichsportalen anpasst und auf flexible Verträge achtet, schützt sich besser vor teuren Überraschungen.