Wie lange dürfen 12-jährige draußen bleiben? Regeln

Lesedauer: 5 MinAktualisiert: 11. Juli 2025 21:13

In Deutschland gelten klare Vorgaben, wie lange 12-jährige draußen bleiben dürfen. Doch es kommt auch auf Alltag, Eltern und Umfeld an.

Viele Eltern stellen sich irgendwann diese Frage: Wie lange dürfen 12-jährige draußen bleiben? Gerade wenn der Sommer lockt, Freunde rufen oder das erste kleine Abendabenteuer wartet. Verständlich – denn mit zunehmendem Alter wollen Kinder selbstständiger werden. Aber wie sieht es rechtlich aus? Was sagen Gesetze und was ist im Alltag wirklich üblich?

Was sagt das Gesetz zum Rausgehen mit 12?

Rein rechtlich ist das Jugendschutzgesetz der Maßstab. Doch: Es regelt vor allem den Aufenthalt in öffentlichen Einrichtungen wie Kinos, Discos oder Gaststätten – nicht das generelle Draußensein. Für reine Aufenthalte draußen auf der Straße, am Spielplatz oder im Park gibt es keine fixen gesetzlichen Sperrstunden. Theoretisch darf ein 12-Jähriger also auch nachts draußen sein – praktisch sieht das natürlich ganz anders aus. Denn die Aufsichtspflicht bleibt immer bei den Eltern.

Gibt es eine gesetzliche Ausgangszeit für Kinder?

Nein, nicht im wörtlichen Sinne. Das Jugendschutzgesetz unterscheidet vor allem zwischen öffentlichem Raum und Veranstaltungen. Heißt konkret: In der Öffentlichkeit gibt es keine festgelegte Uhrzeit, ab der ein Kind zu Hause sein muss. Aber das bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist. Kommt es zu Problemen – etwa wenn ein Kind nachts allein unterwegs ist – können Behörden eingreifen und Maßnahmen anordnen. Viele Jugendämter orientieren sich daher an kommunalen Empfehlungen oder allgemeinen Richtwerten.

Wie lange ist denn „üblich“ für ein 12-jähriges Kind?

Die meisten Eltern einigen sich auf eine Art „elterliche Sperrstunde“. Was dabei als normal gilt, hängt stark vom Wohnort, der Jahreszeit und der Reife des Kindes ab. Ein Richtwert: Unter der Woche bis 19 oder 20 Uhr, am Wochenende auch mal bis 21 Uhr. In ländlichen Gegenden darf es vielleicht ein bisschen länger sein, in der Großstadt ist oft etwas mehr Vorsicht angesagt.

Gerade in der Übergangsphase von Kindheit zu Jugend braucht es aber Regeln mit Augenmaß. Ein starres „Du musst um Punkt 18:30 Uhr zu Hause sein“ kann schnell zum Streit führen. Besser ist: gemeinsam Zeiten vereinbaren, Freiräume geben, aber auch klarmachen, was geht – und was nicht.

Was sagen andere Eltern?

In Foren berichten viele Eltern von ähnlichen Erfahrungen. „Unser Sohn darf im Sommer freitags bis 21 Uhr draußen sein – solange er erreichbar ist“, schreibt eine Mutter. Andere setzen auf Ortungs-Apps, die dem Kind zwar Freiheit lassen, aber auch ein Gefühl von Kontrolle geben. Wieder andere machen es abhängig von der Gruppe: „Wenn sie zu zweit sind, darf sie länger. Allein eher nicht.“

Die Faustregel scheint zu sein: Vertrauen ja, aber mit klaren Absprachen. Und: Ein Kind, das zuverlässig nach Hause kommt, darf oft auch mal ein Viertelstündchen dranhängen 😉

Was passiert, wenn Kinder zu spät kommen?

Mal ehrlich – fast jedes Kind kommt mal zu spät nach Hause. Die Frage ist: Passiert das regelmäßig oder ausnahmsweise? Eltern sollten zwischen Versehen und Absicht unterscheiden. Wichtig ist, dass das Kind weiß: Zuverlässigkeit ist die Voraussetzung für Freiheiten. Wer ständig zu spät kommt, muss mit Konsequenzen rechnen. Die können individuell sein – vom Gespräch bis zum Handyverbot.

Wann greift das Jugendamt ein?

Wenn ein 12-jähriges Kind nachts allein draußen angetroffen wird – etwa gegen Mitternacht –, kann das Ordnungsamt oder die Polizei aktiv werden. In solchen Fällen geht es nicht mehr nur um elterliche Regeln, sondern um die Kindeswohlgefährdung. Kommt das häufiger vor oder gibt es zusätzlich andere Auffälligkeiten, wird möglicherweise das Jugendamt eingeschaltet. Das bedeutet nicht automatisch Ärger – aber es zeigt: Auch „nur draußen sein“ kann eine Grenze haben, wenn es ungesund wird.

Was kann ich als Elternteil tun?

Klare Regeln aufstellen – aber auch erklären, warum. Kinder akzeptieren Grenzen eher, wenn sie deren Sinn verstehen. Beispiel: „Wenn es dunkel ist, passieren öfter Dinge, die gefährlich sein könnten – und wir möchten, dass du sicher nach Hause kommst.“ Auch hilfreich: feste Rückmeldezeiten, Handy mitnehmen, Standorte teilen (wenn beide Seiten zustimmen) und offen über Pläne sprechen.

Letztlich geht es um Vertrauen. Und das wächst – oder schrumpft – mit jeder Erfahrung. Wer merkt, dass sich das Kind an Absprachen hält, darf ruhig auch mal Fünfe gerade sein lassen.

Ab wann gelten strengere Zeiten?

Ein spannender Punkt: Mit dem Übergang zur Pubertät verändert sich oft auch das Sozialleben. Die Interessen verlagern sich, die Clique wird wichtiger, das eigene Zimmer gefühlt kleiner. Spätestens jetzt sind Regeln gefragt, die nicht mehr wie für ein kleines Kind wirken – aber auch nicht nach dem Motto „Mach, was du willst“. Ab etwa 13 oder 14 gelten dann manchmal strengere Regeln, je nachdem, wie gut sich das Kind an die bisherigen Vereinbarungen gehalten hat.

Wie lange dürfen 12-jährige draußen bleiben?

Diese Frage ist ein Klassiker – und die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Auf die Eltern, das Kind, den Ort, die Uhrzeit, den Wochentag und vieles mehr. Es gibt keinen starren Rahmen, aber sehr wohl Verantwortung. Wer seinem Kind Schritt für Schritt vertraut, klare Regeln setzt und erreichbar bleibt, wird mit einem selbstständigen, aber verantwortungsvollen Verhalten belohnt.

Und seien wir ehrlich: Auch wenn das Kind um 20:59 Uhr nach Hause kommt – Hauptsache, es kommt gesund und sicher zurück 😊

Was Eltern sonst noch wissen wollen

Wie lange darf ein 12-jähriger abends alleine draußen sein?
Rechtlich gibt es keine genaue Uhrzeit. Viele Eltern einigen sich auf 19–21 Uhr – je nach Wochentag, Jahreszeit und Vertrauen.

Darf mein 12-jähriges Kind nachts draußen sein?
Theoretisch ja – praktisch nein. Nach 22 Uhr alleine draußen zu sein, kann als Vernachlässigung der Aufsichtspflicht gelten.

Was ist, wenn mein Kind nicht nach Hause kommt?
Erreichbarkeit ist alles. Wenn das Kind ohne Meldung stundenlang verschwindet, solltest du das Gespräch suchen und ggf. Grenzen neu setzen.

Kann die Polizei Kinder nach Hause bringen?
Ja. Wenn Kinder auffällig lange allein unterwegs sind – besonders nachts –, kann die Polizei sie nach Hause bringen oder an das Jugendamt übergeben.

Was passiert, wenn andere Kinder länger draußen bleiben dürfen?
Das ist Alltag. Wichtig ist, was für eure Familie passt. Manchmal hilft ein Gespräch mit anderen Eltern, um gemeinsame Regeln zu finden.

Wie kann ich mein Kind besser absichern?
Ein Handy mit Standortfreigabe, feste Zeiten, eine „Check-in“-Nachricht – all das schafft Sicherheit und stärkt das Vertrauen auf beiden Seiten.

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Guido Marquardt

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Melanie Weissberger

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Johannes Breitenreiter

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Sina Eschweiler

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