Olivenöl nicht zu stark erhitzen ist sinnvoll, weil bei zu hohen Temperaturen Aroma und wertvolle Inhaltsstoffe leiden, das Öl schneller raucht und dabei unerwünschte Abbauprodukte entstehen können. Dazu kommt ein ganz praktischer Effekt: Überhitztes Olivenöl schmeckt oft bitter, „kratzig“ oder flach, und das Gericht wirkt plötzlich fettig statt rund. Wer die Temperatur besser steuert, bekommt mehr Geschmack, bessere Bratergebnisse und nutzt Olivenöl so, wie es gedacht ist.
Viele denken bei Olivenöl automatisch an mediterrane Küche, Salate und Pasta. Aber Olivenöl kann auch zum Braten und Kochen eingesetzt werden, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Das Thema ist deshalb nicht „Olivenöl ist empfindlich und darf nie heiß werden“, sondern eher: Welche Sorte? Wie hoch ist die Temperatur wirklich in der Pfanne? Und wie verhält sich Olivenöl im Vergleich zu anderen Fetten, wenn du scharf anbrätst, schmoren lässt oder nur kurz anschwitzt?
Was beim Erhitzen von Olivenöl im Öl selbst passiert
Fett ist nicht einfach nur „fett“. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Fettsäuren und Begleitstoffen. Bei Olivenöl sind das unter anderem:
- einfach ungesättigte Fettsäuren (vor allem Ölsäure)
- kleine Anteile mehrfach ungesättigter Fettsäuren
- natürliche Begleitstoffe wie Polyphenole, Tocopherole (Vitamin-E-Verbindungen), Aromastoffe
- je nach Qualität und Verarbeitung: mehr oder weniger Schwebstoffe, Wasserreste und freie Fettsäuren
Wenn du Olivenöl erhitzt, laufen im Öl mehrere Prozesse gleichzeitig ab. Manche sind harmlos (Aroma verändert sich, Duft wird milder), andere sind unerwünscht (Oxidation, Zersetzung, Rauchentwicklung). Welche Prozesse dominieren, hängt stark von Temperatur, Zeit und der Beschaffenheit des Öls ab.
Zwei Begriffe tauchen dabei immer wieder auf: Rauchpunkt und Oxidation. Beide sind wichtig, aber sie erklären nicht allein, warum Olivenöl bei zu starker Hitze „kippt“.
Rauchpunkt: Warum es nicht nur um eine Zahl geht
Der Rauchpunkt ist die Temperatur, bei der ein Öl sichtbar zu rauchen beginnt. Viele nehmen diese Zahl als harte Grenze: „Unter dem Rauchpunkt ist alles gut, darüber ist alles schlecht.“ So einfach ist es nicht, aber es ist ein brauchbarer Warnhinweis.
Warum schwankt der Rauchpunkt bei Olivenöl?
- Raffiniertes Olivenöl hat oft einen höheren Rauchpunkt als natives Olivenöl, weil mehr Begleitstoffe entfernt sind.
- Natives Olivenöl extra kann je nach Qualität, Frische, Filtration und Anteil freier Fettsäuren unterschiedlich reagieren.
- Schwebstoffe (z. B. kleine Fruchtpartikel) können früher dunkel werden und Rauch auslösen, obwohl das Öl an sich noch nicht vollständig „zerlegt“ ist.
- In der Pfanne entstehen Hotspots. Das Öl kann lokal deutlich heißer sein als du denkst, besonders wenn die Pfanne trocken läuft oder sehr dünn ist.
Der Rauchpunkt ist also nicht nur eine Eigenschaft des Öls, sondern auch ein Zusammenspiel aus Ölqualität und Kochsituation.
Wichtig für den Alltag: Wenn Olivenöl in der Pfanne raucht, bist du zu heiß unterwegs. Spätestens dann solltest du die Temperatur reduzieren, weil du sonst nicht nur Geschmack verlierst, sondern auch Stoffe erzeugen kannst, die du nicht im Essen haben möchtest.
Oxidation und Abbau: Was „zu heiß“ im Öl auslöst
Sobald Fett erhitzt wird, kann Sauerstoff an ungesättigten Fettsäuren angreifen. Dieser Prozess heißt Oxidation. Er läuft bei Raumtemperatur langsam und bei Hitze schneller. Oxidation ist ein Hauptgrund für ranzigen Geschmack und unangenehme Gerüche. Im heißen Öl kann sie außerdem zu einer Kettenreaktion führen: Es entstehen Peroxide und weitere Zerfallsprodukte, die wiederum neue Reaktionen auslösen.
Bei sehr starker Hitze und längerer Belastung können zusätzlich thermische Abbauprozesse einsetzen:
- die Ölstruktur verändert sich, das Öl wird dünnflüssiger oder später zäh
- es entstehen stechende Gerüche
- bitterer, verbrannter Beigeschmack nimmt zu
- sichtbarer Rauch deutet auf flüchtige Abbauprodukte hin
Man merkt das oft nicht sofort an einem einzigen Bratvorgang, sondern eher am Gesamtbild: Das Öl wird dunkler, es riecht unangenehm, und das Essen schmeckt „alt“ oder „schwer“.
Warum Olivenöl geschmacklich besonders leidet
Olivenöl bringt etwas mit, was viele andere Fette nicht haben: aromatische und pflanzliche Begleitstoffe, die das typische fruchtige, grasige, manchmal pfeffrige Profil ausmachen. Genau diese Stoffe sind empfindlich.
Wenn du Olivenöl zu stark erhitzt, passiert meist Folgendes:
- die feinen Aromen verflüchtigen sich oder werden in andere Aromen umgebaut
- die fruchtige Note nimmt ab, übrig bleibt Fettigkeit
- Bitterkeit kann zunehmen, weil bestimmte Komponenten stärker hervortreten oder weil Überhitzung neue Bitterstoffe begünstigt
- das Öl kann „kratzen“, besonders wenn es raucht
Das Ergebnis ist paradox: Du gibst ein hochwertiges Öl in die Pfanne, aber du kochst die Eigenschaften weg, für die du es gekauft hast.
Natives Olivenöl extra, natives Olivenöl, raffiniertes Olivenöl: Was ist für Hitze geeignet?
Hier lohnt sich eine klare Unterscheidung, weil sie die Praxis enorm erleichtert.
Natives Olivenöl extra
Das ist meist das aromatischste Öl, oft mit mehr Polyphenolen und einem klaren Fruchtprofil. Es ist ideal für:
- kalte Küche (Salat, Dips)
- warme, aber nicht aggressive Anwendungen (Gemüse sanft anbraten, Sauce abschmecken, Pasta schwenken)
- kurzzeitiges Anbraten bei moderater Temperatur
Für sehr scharfes Anbraten ist es häufig nicht die beste Wahl, weil du das Aroma opferst und das Öl schneller an die Rauchgrenze kommt.
Natives Olivenöl
Etwas weniger streng in den Qualitätskriterien, oft milder oder weniger komplex. Es kann zum Kochen funktionieren, ist aber nicht automatisch stabiler. Entscheidend ist die konkrete Qualität und wie es sich in deiner Pfanne verhält.
Raffiniertes Olivenöl
Hier wurden viele Begleitstoffe entfernt. Das Öl ist geschmacklich neutraler und in vielen Fällen hitzestabiler. Es ist oft die praktischere Wahl, wenn du:
- wirklich scharf anbraten willst
- größere Hitze brauchst
- ein Öl suchst, das weniger duftet und weniger bitter wird
Das ist nicht „besser“ oder „schlechter“, sondern eine Frage der Anwendung. Für Aroma und kalte Küche bleibt ein gutes natives Olivenöl extra unschlagbar. Für starke Hitze kann ein raffiniertes Olivenöl sinnvoll sein, wenn du beim Thema Olivenöl bleiben möchtest.
Die häufigste Fehlerquelle: Pfanne zu heiß, weil man Hitze unterschätzt
Viele drehen den Herd auf Maximum, warten, bis die Pfanne richtig heiß ist, und geben dann Olivenöl dazu. Das kann klappen, wenn du sehr schnell arbeitest und die Temperatur im Griff hast. Häufiger führt es aber zu einem typischen Ablauf:
- Pfanne wird sehr heiß
- Öl kommt rein, wird sofort dünn und fängt an zu flimmern
- wenige Sekunden später beginnt leichter Rauch
- Essen wird hineingegeben, es brutzelt extrem
- das Öl schmeckt später bitter, das Gericht wirkt „verbrannt-fettig“
Gerade bei modernen Kochfeldern mit hoher Leistung, dünnen Pfannen oder kleiner Ölmenge passiert das sehr schnell.
Ein gutes Zeichen für „zu heiß“ ist, wenn das Öl sofort stark flimmert oder sogar Rauchfäden zieht. Wenn du das siehst, nimm die Hitze runter oder nimm die Pfanne kurz von der Platte, bevor du weitermachst.
Warum „schwarze Partikel“ besonders problematisch sind
Ein weiterer Grund, Olivenöl nicht zu stark zu erhitzen, sind die Rückstände, die beim Braten entstehen. Viele Bratprozesse erzeugen kleine Partikel: Mehl, Gewürze, Kräuter, Panier-Reste, Eiweiß. Diese Partikel verbrennen schneller als das Öl selbst und können bei hoher Hitze dunkel werden. Das führt zu:
- bitterem Geschmack
- dunklem Öl in der Pfanne
- schnellerem Rauch
- dem Eindruck, dass „Olivenöl nicht geht“, obwohl in Wahrheit die Partikel das Problem sind
Besonders gefährdet sind Gerichte mit:
- Knoblauch (verbrennt schnell)
- Paprikapulver (wird bitter)
- frischen Kräutern (trocknen aus und werden dunkel)
- Marinaden mit Zucker oder Honig (karamellisieren, können kippen)
Wenn du Olivenöl nutzen willst, ist es oft schlauer, empfindliche Zutaten später zuzugeben oder bei geringerer Hitze zu arbeiten.
Was bedeutet „zu stark erhitzen“ in der Küche?
„Zu stark“ ist keine einzelne Temperatur, sondern ein Zustand: Das Öl ist so heiß, dass es raucht oder kurz davor ist, und du hältst diesen Zustand nicht nur für Sekunden, sondern länger.
In der Praxis bedeutet das:
- dauerhaft höchste Stufe auf dem Herd, ohne Temperaturwechsel
- Pfanne leer weiterheizen, während Öl drin ist
- Öl in sehr dünner Schicht, sodass es extrem schnell überhitzt
- wiederholtes Erhitzen desselben Öls, bis es dunkel und stechend wird
Manchmal ist die Lösung nicht, Olivenöl grundsätzlich zu vermeiden, sondern anders zu arbeiten: mehr Öl, größere Pfanne, Hitze runter, kürzere Bratzeit, oder ein anderer Fettmix für sehr hohe Temperaturen.
Gesundheitliche Aspekte: Was bei Rauch und Überhitzung relevant wird
Wenn Öl raucht, entstehen flüchtige Stoffe, die du riechst und einatmest. Das ist nicht nur unangenehm, sondern ein Signal, dass im Öl Abbauprodukte entstehen. Bei wiederholtem Überhitzen können sich zudem Stoffe bilden, die man in der Ernährung möglichst niedrig halten möchte.
Wichtig ist dabei eine realistische Einordnung: Ein einmaliges kurzes Überhitzen ist nicht automatisch ein Drama. Problematisch wird es, wenn:
- Öl regelmäßig bis zum Rauchen erhitzt wird
- Öl mehrfach verwendet und stark dunkel wird
- man sehr viel mit starkem Rauch kocht, weil die Hitze dauerhaft zu hoch ist
Wenn du Olivenöl liebst, musst du nicht in Panik verfallen. Du musst nur vermeiden, dass es ständig am Rand des Verbrennens arbeitet.
Geschmack und Textur: Warum das Bratergebnis schlechter wird
Olivenöl, das zu heiß wird, verändert nicht nur den Geschmack des Öls, sondern auch das Bratverhalten:
- Eiweiß kann außen zu schnell hart werden, innen bleibt es roh
- Gemüse kann außen bitter-dunkel werden, bevor es innen weich ist
- Fisch kann festkleben, wenn die Pfanne überhitzt und das Öl zu dünn wird
- Panaden werden zu dunkel, bevor sie knusprig-trocken sind
Das liegt daran, dass übermäßige Hitze deine Kontrolle reduziert. Du brätst dann nicht mehr „gezielt“, sondern du reagierst auf eine zu aggressive Pfanne. Moderat erhitztes Olivenöl gibt dir mehr Spielraum: Röstaromen entstehen, ohne dass alles innerhalb von Sekunden kippt.
So nutzt du Olivenöl sinnvoll beim Kochen
Olivenöl eignet sich sehr gut, wenn du es richtig einsetzt. Ein praxistauglicher Ansatz ist:
- Für sanftes Anbraten und Anschwitzen: natives Olivenöl extra
- Für mittlere Brattemperaturen: je nach Gericht natives oder raffiniertes Olivenöl
- Für sehr hohe Temperaturen und langes scharfes Braten: eher ein hitzestabileres Fett oder raffiniertes Olivenöl
Entscheidend ist weniger der Name auf der Flasche, sondern wie du kochst: Temperatur, Dauer, Pfannentyp, Ölmenge, Zutaten.
Kleine Handgriffe, die viel ausmachen
- Öl erst in die warme, nicht glühend heiße Pfanne geben
- Hitze reduzieren, sobald das Brutzeln stark wird
- empfindliche Gewürze später zugeben
- wenn das Öl raucht, Pfanne kurz runternehmen und Temperatur senken
- nicht mit sehr wenig Öl bei maximaler Hitze arbeiten, wenn du Olivenöl nutzt
Diese Schritte wirken simpel, verändern aber die Stabilität und das Ergebnis enorm.
Praxisbeispiel 1: Gemüsepfanne mit Knoblauch ohne Bitterkeit
Du willst Zucchini, Paprika und Zwiebeln braten und am Ende Knoblauch dazugeben. Wenn du den Knoblauch von Anfang an in sehr heißes Olivenöl gibst, wird er dunkel und bitter, bevor das Gemüse fertig ist. Besser ist: Erst Zwiebeln und Gemüse bei mittlerer Hitze anbraten, dann die Hitze leicht reduzieren, und den Knoblauch erst in den letzten Minuten kurz mitziehen lassen. Das Olivenöl bleibt aromatisch, der Knoblauch bleibt mild, und das Gemüse bekommt trotzdem Röstaromen.
Praxisbeispiel 2: Steak oder Halloumi scharf anbraten, Olivenöl aber nicht ruinieren
Beim scharfen Anbraten ist die Versuchung groß, Olivenöl zu nutzen, weil es „gut schmeckt“. Wenn du die Pfanne aber sehr heiß machst, kommt Olivenöl schnell in den Bereich, in dem es raucht und geschmacklich kippt. Eine gute Lösung ist, für das sehr scharfe Anbraten ein hitzestabileres Fett zu nutzen oder raffiniertes Olivenöl zu nehmen und das aromatische native Olivenöl extra später über das fertige Stück zu geben. So bekommst du Röstaromen durch die Hitze und Olivenaroma durch das Finish, ohne dass du das beste Öl in Rauch verwandelst.
Praxisbeispiel 3: Pasta und Sauce, Olivenöl als Geschmacksträger
Viele Pastasaucen werden in Olivenöl gestartet, zum Beispiel mit Zwiebeln oder Gemüse. Hier ist Olivenöl ideal, wenn die Hitze nicht zu aggressiv ist. Du lässt die Zutaten sanft anschwitzen, bis sie süßlich werden, statt sie dunkel zu bräunen. Das ergibt eine runde Basis, und du kannst am Ende sogar einen kleinen Schuss frisches Olivenöl einarbeiten, um die Aromen wieder nach vorn zu holen.
Häufige Missverständnisse rund um Olivenöl und Hitze
„Olivenöl darf man gar nicht erhitzen“
Das stimmt so nicht. Olivenöl ist ein normales Speiseöl und kann erhitzt werden. Die Frage ist, wie stark und wie lange. Bei moderater Hitze funktioniert es sehr gut.
„Je teurer, desto hitzestabiler“
Teuer bedeutet oft: mehr Aroma, mehr Charakter, eventuell mehr empfindliche Begleitstoffe. Das macht es nicht automatisch besser für hohe Hitze. Ein sehr gutes natives Olivenöl extra ist häufig ideal fürs Finish und für moderate Anwendungen, nicht zwingend fürs brutale Anbraten.
„Wenn es nicht raucht, ist alles unproblematisch“
Rauch ist ein deutlicher Alarm, aber nicht die einzige Grenze. Auch unterhalb der Rauchentwicklung kann Aroma leiden und Oxidation zunehmen, wenn du lange und sehr heiß kochst. Ziel ist nicht „knapp unter Rauchpunkt“, sondern „passende Hitze für das Gericht“.
„Bitterkeit heißt, das Öl ist schlecht“
Bitterkeit kann ein Qualitätsmerkmal sein, weil Polyphenole Bitterkeit und Schärfe erzeugen. Überhitzung kann diese Bitterkeit aber unangenehm machen oder verstärken. Der Unterschied liegt im Mundgefühl: hochwertig-bitter ist etwas anderes als verbrannt-bitter.
Welche Gerichte profitieren besonders von Olivenöl bei moderater Hitze?
Olivenöl glänzt, wenn es Geschmack tragen darf, ohne überfahren zu werden. Typische Beispiele sind:
- Gemüsepfannen, Ratatouille, Tomatenbasis
- Fisch sanft braten oder in Öl confieren (bei niedriger Temperatur)
- Eiergerichte bei mittlerer Hitze
- Hülsenfrüchte und Eintöpfe, wenn du am Ende mit Olivenöl abrundest
- Ofengerichte, bei denen Olivenöl zwar erhitzt wird, aber nicht punktuell überhitzt wie in einer glühenden Pfanne
Gerade beim Ofen ist die Situation oft besser kontrollierbar, weil die Wärme gleichmäßiger ist. Trotzdem kann es auch dort kippen, wenn du sehr hohe Temperaturen nutzt und das Öl auf einem Blech in dünner Schicht liegt.
Wie du erkennst, dass die Temperatur passt
Du brauchst kein Thermometer, um Olivenöl sinnvoll zu nutzen, aber du brauchst Aufmerksamkeit. Ein paar klare Zeichen helfen:
- Das Öl wird dünnflüssig und glänzt, ohne zu rauchen.
- Es „flimmert“ nur leicht, nicht aggressiv.
- Zutaten brutzeln, aber nicht so, dass alles sofort dunkel wird.
- Du riechst Olivenöl und Lebensmittel, nicht stechenden Rauch.
Wenn du merkst, dass es zu schnell zu dunkel wird, senk die Temperatur. Oft reicht schon eine kleine Stufe, um von „gleich kippt es“ zu „perfekte Bräunung“ zu kommen.
Was tun, wenn Olivenöl in der Pfanne schon geraucht hat?
Das passiert jedem mal. Dann hilft ein pragmatisches Vorgehen:
- Pfanne kurz vom Herd nehmen, damit die Temperatur fällt.
- Öl, wenn es stark raucht oder dunkel ist, lieber entsorgen und neu starten.
- Wenn nur ein Hauch Rauch da war, aber das Öl noch klar ist, kannst du oft weitermachen, sobald die Hitze reduziert ist.
- Angebrannte Partikel entfernen, bevor du weiterbrätst, sonst ziehen Bitterstoffe ins Gericht.
Der wichtigste Punkt ist nicht Perfektion, sondern dass du nicht dauerhaft im Rauchbereich kochst.
Olivenöl und andere Fette kombinieren: sinnvoll oder unnötig?
Manche mischen Olivenöl mit einem hitzestabileren Fett, um Aroma und Stabilität zu verbinden. Das kann funktionieren, wenn du es richtig machst. Der Effekt ist aber nicht magisch: Wenn du die Pfanne sehr heiß machst, wird auch die Mischung belastet. Der Vorteil liegt eher darin, dass du Olivenaroma einbringst, ohne dass das gesamte Fett empfindlich ist.
Noch einfacher ist oft: Du brätst mit einem passenden Fett und gibst Olivenöl am Ende dazu. Das funktioniert besonders gut bei Gemüse, Pasta, Suppen und Fisch.
Wichtige Fragen zum Thema
Kann ich natives Olivenöl extra zum Braten verwenden?
Ja, wenn du bei mittlerer Hitze brätst und das Öl nicht rauchen lässt. Für sehr scharfes Anbraten ist es oft besser, ein hitzestabileres Fett zu wählen oder ein raffiniertes Olivenöl zu nutzen.
Warum wird Olivenöl bitter, wenn ich es erhitze?
Bitterkeit kann durch natürliche Bestandteile entstehen, die bei Hitze stärker hervortreten. Zusätzlich kann Überhitzung Abbauprozesse und verbrannte Partikel fördern, die bitter schmecken und das Aroma unangenehm machen.
Woran merke ich, dass Olivenöl zu heiß ist?
Ein deutliches Zeichen ist Rauch oder ein stechender Geruch. Auch starkes Flimmern, sehr schnelle Bräunung und dunkle Partikel in kurzer Zeit sind Hinweise, dass du die Hitze reduzieren solltest.
Ist Rauch beim Kochen mit Olivenöl gefährlich?
Rauch zeigt, dass das Öl sich zersetzt und flüchtige Abbauprodukte entstehen. Einmaliges kurzes Überhitzen ist meist kein Drama, aber regelmäßig bis zum Rauchen zu kochen ist eine schlechte Gewohnheit für Geschmack und Belastung.
Ist raffiniertes Olivenöl besser für hohe Temperaturen?
Raffiniertes Olivenöl ist oft neutraler und in vielen Fällen besser geeignet für höhere Hitze, weil empfindliche Begleitstoffe entfernt sind. Dafür bringt es weniger Aroma als ein gutes natives Olivenöl extra.
Was ist der Unterschied zwischen Olivenöl und Butter beim Erhitzen?
Butter enthält Wasser und Milchbestandteile, die schneller bräunen und verbrennen können. Olivenöl hat diese Bestandteile nicht, kann aber bei Überhitzung ebenfalls rauchen und abbauen; Geschmack und Verhalten unterscheiden sich deutlich.
Kann ich Olivenöl mehrfach verwenden, zum Beispiel zum Frittieren?
Je öfter Öl stark erhitzt wird, desto mehr Abbauprodukte sammeln sich an und desto schlechter wird das Ergebnis. Wenn du Olivenöl mehrfach nutzen willst, solltest du es nicht überhitzen, Partikel herausfiltern und es bei Geruch, Dunkelfärbung oder starkem Schäumen nicht weiterverwenden.
Verliert Olivenöl beim Erhitzen seine gesunden Inhaltsstoffe?
Ein Teil empfindlicher Begleitstoffe nimmt bei Hitze ab, vor allem bei längerer und hoher Erwärmung. Wenn du Olivenöl auch wegen der Begleitstoffe nutzt, ist moderates Kochen oder ein Finish am Ende die bessere Strategie.
Ist Olivenöl im Ofen unproblematisch?
Im Ofen ist die Wärme oft gleichmäßiger, was hilfreich ist. Trotzdem kann Olivenöl in dünner Schicht oder bei sehr hohen Temperaturen überhitzen, vor allem an Blechkanten oder auf sehr heißen Oberflächen.
Warum klebt Essen manchmal trotz Olivenöl an der Pfanne?
Das hängt oft an Pfannentyp, Temperatur und Wassergehalt der Zutaten. Wenn die Pfanne zu heiß ist oder das Öl zu dünn wird, kann es schlechter schmieren; bei moderater Hitze und ausreichendem Öl klebt es meist weniger.
Zusammenfassung
Olivenöl nicht zu stark erhitzen lohnt sich, weil du damit Aroma, Qualität und Bratergebnis schützt. Bei übermäßiger Hitze raucht Olivenöl schneller, feine Aromen gehen verloren, Bitterkeit wird wahrscheinlicher und es können unerwünschte Abbauprodukte entstehen. Mit moderater Hitze, sinnvoller Zutatenreihenfolge und dem passenden Olivenöl-Typ kannst du Olivenöl sehr gut zum Kochen einsetzen, ohne dass es kippt.
Fazit
Olivenöl ist kein „nur-kalt“-Öl, aber es ist ein Öl, das von kontrollierter Hitze lebt. Wenn du es nicht bis zum Rauchen treibst, bekommst du runde Röstaromen, weniger Bitterkeit und ein Gericht, das leichter und aromatischer wirkt. Für sehr scharfes Anbraten ist häufig ein anderer Ansatz sinnvoll: entweder raffiniertes Olivenöl oder ein hitzestabileres Fett zum Braten und ein gutes natives Olivenöl extra als Abschluss. So nutzt du Olivenöl dort, wo es stark ist, und vermeidest genau das, was Überhitzung auslöst: Rauch, Aroma-Verlust und unangenehme Nebennoten.