Brotbacken ist eine Kunst für sich – und wer einmal frisches, selbstgebackenes Brot probiert hat, weiß: Da kommt kein Supermarkt-Laib mit! Doch bei der Wahl des Triebmittels gibt es viele Möglichkeiten, von Hefe bis Sauerteig. Eine oft unterschätzte Alternative ist Backferment. Doch was macht es so besonders? Und warum schwören viele Hobbybäcker darauf?
Was ist Backferment und wie funktioniert es?
Backferment ist eine natürliche Alternative zu Hefe oder Sauerteig. Es besteht meist aus Honig, Mehl und Erbsenmehl und nutzt Milchsäurebakterien sowie wilde Hefen für die Gärung. Dadurch entstehen nicht nur feine Aromen, sondern auch eine gute Bekömmlichkeit. Im Vergleich zu industrieller Hefe arbeitet Backferment langsamer, was aber genau der Trick ist: Die längere Reifezeit sorgt für einen intensiveren Geschmack und eine bessere Verdaulichkeit.
Aber Moment – braucht man dann nicht einen Starter, wie beim Sauerteig? Genau! Backferment funktioniert ähnlich: Man setzt einen Vorteig an, lässt ihn fermentieren und nutzt ihn dann als Triebmittel für den Hauptteig. Klingt aufwendig? Mag sein, aber der Geschmack belohnt jede Minute Wartezeit.
Die Vorteile von Backferment im Brotbacken
Warum sollte man also Backferment statt klassischer Hefe oder Sauerteig verwenden? Hier kommen ein paar gute Gründe:
✔ Milder Geschmack – Weniger säuerlich als Sauerteig, aber aromatischer als Hefebrot.
✔ Bessere Bekömmlichkeit – Durch die natürliche Fermentation ist das Brot leichter verdaulich.
✔ Längere Haltbarkeit – Backfermentbrot bleibt länger frisch und trocknet nicht so schnell aus.
✔ Ohne Zusatzstoffe – Kein chemischer Schnickschnack, rein natürliche Zutaten.
✔ Gute Alternative für empfindliche Mägen – Wer auf Hefe empfindlich reagiert, verträgt Backferment oft besser.
Braucht man für Backferment spezielle Rezepte?
Nicht unbedingt, aber es hilft! Anders als Hefe, die innerhalb von Stunden ihr Werk tut, braucht Backferment Zeit. Ein gutes Rezept sollte also längere Gehzeiten einplanen. Viele Bäcker setzen Backferment in klassischen Sauerteig-Rezepten ein und passen die Ruhezeiten an.
Falls du es ausprobieren möchtest, hier ein simpler Fahrplan:
- Vorteig ansetzen – Mehl, Wasser und Backferment mischen und über Nacht ruhen lassen.
- Hauptteig herstellen – Vorteig mit Mehl, Wasser und Salz kombinieren.
- Gehen lassen – Mehrere Stunden, je nach Rezept.
- Backen – Idealerweise im gut vorgeheizten Ofen für eine knusprige Kruste.
Welche Mehlsorten eignen sich für Backferment?
Backferment kann mit den meisten Mehlsorten verwendet werden, aber Vollkornmehl bringt besonders gute Ergebnisse. Roggenmehl funktioniert auch, braucht aber oft eine kleine Anpassung bei der Teigführung. Wer es fluffig mag, mischt Weizen oder Dinkel hinzu.
Ein Tipp: Je dunkler das Mehl, desto mehr Wasser zieht der Teig. Also nicht wundern, wenn ein Vollkornbrot mit Backferment etwas länger braucht, bis es die perfekte Konsistenz hat!
Backferment oder Sauerteig – was ist besser?
Beides hat seine Vorteile! Sauerteig ist intensiver im Geschmack und bringt eine kräftigere Säure mit. Backferment hingegen ist milder und einfacher in der Handhabung, da es weniger strenge Pflege braucht. Wer sich nicht mit regelmäßigem Füttern von Sauerteig beschäftigen will, findet in Backferment eine pflegeleichte Alternative mit tollem Aroma.
Lohnt sich Backferment für Hobbybäcker?
Definitiv! Wer einmal damit gearbeitet hat, wird schnell merken, wie unkompliziert es eigentlich ist. Gerade, wenn du Wert auf natürliche Zutaten und lange Frischhaltung legst, ist Backferment eine tolle Wahl.
Hast du schon mal Brot mit Backferment gebacken? Falls nicht, probiere es aus – du wirst den Unterschied schmecken! 😊