Microsoft Edge kann einzelne Arten von Browserdaten von der Synchronisierung ausschließen, ohne sie aus dem verwendeten Profil zu löschen. Schaltest du beispielsweise die Synchronisierung für Verlauf, Passwörter oder offene Tabs aus, bleiben die vorhandenen Einträge normalerweise lokal in Edge erhalten. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen nicht mehr synchronisieren, bereits synchronisierte Daten aus dem Konto entfernen und lokale Daten löschen: Das sind drei getrennte Vorgänge.
Für die meisten Fälle genügt es, unter den Profileinstellungen von Edge entweder einzelne Datenkategorien abzuwählen oder die gesamte Synchronisierung auszuschalten. Bereits auf andere Geräte übertragene Daten verschwinden dadurch jedoch nicht automatisch.
Welche Edge-Daten sich einzeln von der Synchronisierung ausschließen lassen
Edge gliedert die Synchronisierung nach Datenkategorien. Welche Schalter angezeigt werden, kann von der eingesetzten Edge-Version, dem Gerät, dem Kontotyp und möglichen Vorgaben einer Organisation abhängen. Den maßgeblichen Stand findest du direkt in Edge unter Einstellungen > Profile > Synchronisieren.
Typischerweise können dort mehrere der folgenden Bereiche getrennt gesteuert werden:
- Favoriten: Gespeicherte Lesezeichen bleiben im lokalen Profil nutzbar, wenn ihre Synchronisierung ausgeschaltet wird. Neue Änderungen werden dann nicht mehr über dieses Profil an andere angemeldete Geräte verteilt.
- Passwörter: Lokal gespeicherte Anmeldedaten können im Profil verbleiben, während der Abgleich mit anderen Edge-Installationen endet. Der Schalter für die Synchronisierung ist von Funktionen wie dem Speichern neuer Passwörter oder dem automatischen Ausfüllen zu unterscheiden.
- Persönliche Informationen: Hierzu können gespeicherte Angaben für Formulare gehören. Ob Edge neue Formulardaten speichert, wird gegebenenfalls an anderer Stelle geregelt; der Sync-Schalter betrifft zunächst den Austausch zwischen Geräten.
- Verlauf: Besuchte Seiten können weiter im lokalen Verlauf erscheinen, obwohl sie nicht mehr zwischen den Geräten abgeglichen werden.
- Geöffnete Tabs: Die auf einem Gerät geöffneten Seiten bleiben dort geöffnet. Ausgeschaltet wird lediglich ihre Bereitstellung für andere Geräte.
- Einstellungen: Änderungen an synchronisierbaren Browsereinstellungen werden nicht mehr auf andere Edge-Profile mit demselben Konto übertragen. Nicht jede Edge-Einstellung ist überhaupt Bestandteil des Abgleichs.
- Erweiterungen: Installierte Erweiterungen bleiben auf dem jeweiligen Gerät vorhanden. Ihre Übernahme oder Zuordnung auf weiteren Geräten wird nicht mehr synchronisiert.
- Sammlungen: Falls diese Kategorie in deiner Edge-Version angeboten wird, lässt sich ihr Abgleich separat beenden. Bereits lokal vorhandene Inhalte solltest du vor weitergehenden Kontoänderungen kontrollieren.
- Zahlungsinformationen: Wird ein entsprechender Schalter angezeigt, lässt sich der Austausch gespeicherter Zahlungsdaten getrennt steuern. Einstellungen zum Speichern und automatischen Ausfüllen können zusätzlich in einem eigenen Bereich liegen.
Fehlt eine Kategorie in deinem Menü, solltest du sie nicht aus einer Anleitung für eine andere Plattform ableiten. Prüfe zuerst, ob Edge auf dem betreffenden Gerät mit dem erwarteten Profil angemeldet ist. Bei einem Arbeits- oder Schulkonto können verwaltete Richtlinien einzelne Optionen sperren oder ausblenden.
Einzelne Datenarten nur auf diesem Gerät behalten
Der kürzeste Weg führt über das aktive Edge-Profil. Achte besonders auf das Profilbild, wenn du mehrere private oder berufliche Profile verwendest, denn die Auswahl gilt für das gerade geöffnete Profil.
- Öffne in Edge das Menü mit den drei Punkten und wähle Einstellungen.
- Wechsle in den Bereich Profile. Kontrolliere anhand des Kontos oder Profilnamens, dass du das gewünschte Profil bearbeitest.
- Öffne Synchronisieren. Je nach Version kann zuvor eine Anmeldung erforderlich sein oder der Eintrag innerhalb der Kontokarte stehen.
- Schalte nur die Kategorien aus, die künftig lokal bleiben sollen, etwa Verlauf, Geöffnete Tabs oder Passwörter.
- Öffne die Synchronisierungsseite danach erneut und kontrolliere den Zustand der Schalter. Auf einem zweiten Gerät sollten neu erzeugte Testdaten aus der ausgeschalteten Kategorie nicht mehr erscheinen.
Für eine risikoarme Gegenprobe eignet sich ein unkritischer neuer Favorit oder eine harmlose besuchte Testseite besser als ein echtes Kennwort. Bleibt der neue Eintrag ausschließlich im Ausgangsprofil, während weiterhin aktivierte Kategorien noch abgeglichen werden, arbeitet die getrennte Auswahl wie beabsichtigt.
Die gesamte Edge-Synchronisierung beenden
Sollen keinerlei unterstützte Browserdaten mehr zwischen Geräten übertragen werden, kannst du die Synchronisierung für das Profil vollständig ausschalten. Die entsprechende Schaltfläche befindet sich ebenfalls im Bereich Einstellungen > Profile > Synchronisieren; ihre Bezeichnung kann je nach Edge-Version leicht abweichen.
Das vollständige Ausschalten beendet den weiteren Abgleich, entfernt aber normalerweise nicht automatisch die Daten aus dem lokalen Browserprofil. Du kannst Favoriten, Verlauf und andere lokal vorhandene Inhalte weiterhin verwenden. Ebenso bleiben bereits an andere Geräte übertragene Kopien zunächst dort erhalten.
Eine Abmeldung vom Microsoft-Konto ist für dieses Ziel meist nicht nötig. Sie hat weitergehende Folgen für das Profil und kann zusätzliche Rückfragen zum Umgang mit lokalen Daten auslösen. Wenn du Edge weiterhin mit dem Konto verwenden, aber keine Browserdaten austauschen möchtest, ist das Abschalten der Synchronisierung der gezieltere Weg.
Was nach dem Ausschalten tatsächlich lokal bleibt
Ein ausgeschalteter Sync-Schalter ist kein Löschbefehl. Er trennt den zukünftigen Austausch für die gewählte Kategorie, während der Datenbestand im lokalen Profil grundsätzlich bestehen bleibt. Das gilt jedoch nur, solange du das Profil und seine Browserdaten nicht auf anderem Weg entfernst.
Lokale Daten können beispielsweise verloren gehen, wenn du das Edge-Profil löschst, Browserdaten über die Datenschutz-Einstellungen entfernst, Edge mit einer Löschoption zurücksetzt oder bei einer Abmeldung ausdrücklich das Entfernen von Daten von diesem Gerät bestätigst. Auch automatische Bereinigungsregeln oder Verwaltungsrichtlinien können Einfluss haben.
Benötigst du wichtige Favoriten unabhängig von Edge, kannst du sie vor Änderungen am Profil exportieren. Bei Passwörtern verlangt ein Export besondere Vorsicht, weil die ausgegebene Datei je nach Verfahren lesbare Zugangsdaten enthalten kann. Eine solche Datei gehört weder ungeschützt in einen Cloud-Ordner noch auf ein gemeinsam verwendetes Gerät.
Bereits synchronisierte Daten sind ein eigener Fall
Das Deaktivieren einer Kategorie verhindert nicht rückwirkend, dass frühere Kopien im synchronisierten Konto oder auf anderen Geräten vorhanden sind. Wenn etwa Favoriten schon auf einen zweiten Computer übertragen wurden, bleiben sie dort, auch nachdem du den Favoriten-Abgleich auf dem ersten Gerät ausgeschaltet hast.
Möchtest du den bisherigen serverseitigen Synchronisierungsbestand entfernen, suche in der Edge-Synchronisierungsseite nach der Funktion zum Zurücksetzen der Synchronisierung. Prüfe die dort angezeigte Beschreibung sorgfältig, bevor du bestätigst. Edge kann dabei eine Option anbieten, die Synchronisierung nach dem Zurücksetzen wieder aufzunehmen; diese darf nicht aktiviert bleiben, wenn dein Ziel ein dauerhaft lokales Profil ist.
Ein Zurücksetzen des Sync-Bestands ist nicht dasselbe wie das Bereinigen aller beteiligten Geräte. Auf anderen Computern oder Mobilgeräten können weiterhin lokale Kopien liegen. Öffne daher jedes betroffene Edge-Profil einzeln und entscheide dort, ob die Daten erhalten oder über die jeweiligen Browserfunktionen gelöscht werden sollen.
Drei Ziele, drei unterschiedliche Einstellungen
Die passende Maßnahme hängt davon ab, was genau mit den Browserdaten geschehen soll:
- Nur eine Datenart lokal halten: Lasse die Synchronisierung aktiv und schalte in der Sync-Auswahl ausschließlich die betreffende Kategorie aus.
- Gar keine Browserdaten mehr übertragen: Deaktiviere die Synchronisierung vollständig, behalte aber das Profil, wenn seine lokalen Inhalte weiter gebraucht werden.
- Frühere synchronisierte Kopien beseitigen: Setze zusätzlich den Synchronisierungsbestand über die dafür vorgesehene Edge-Funktion zurück und kontrolliere die anderen Geräte separat.
Das Löschen von Browserdaten ist für keines dieser Ziele automatisch erforderlich. Verwende die Löschfunktionen nur, wenn die lokalen Einträge tatsächlich entfernt werden sollen. Besonders bei Passwörtern, Favoriten und Sammlungen sollte vor einer Löschung feststehen, ob noch eine benötigte Kopie vorhanden ist.
Privates und verwaltetes Edge-Profil richtig einordnen
Bei einem privaten Microsoft-Konto kannst du die angebotenen Synchronisierungskategorien in der Regel selbst verwalten. Ein Arbeits- oder Schulprofil kann dagegen durch Richtlinien der Organisation gesteuert sein. Ein ausgegrauter Schalter oder ein Hinweis auf eine Verwaltung bedeutet dann nicht zwingend, dass Edge fehlerhaft arbeitet.
Öffne in einem solchen Fall zunächst das Profilmenü und prüfe, welchem Konto das Fenster zugeordnet ist. Ist die Einstellung durch eine Organisation vorgegeben, kann nur deren zuständige Administration klären, welche Daten synchronisiert werden und ob sich der Abgleich abschalten lässt. Ein zweites, privates Profil ändert die Vorgaben des verwalteten Profils nicht, hält dessen Daten aber in einem getrennten Browserprofil.
Woran du die erfolgreiche Trennung erkennst
Eine verlässliche Kontrolle besteht aus zwei Teilen: Auf der Synchronisierungsseite muss die gewünschte Kategorie ausgeschaltet sein, und ein danach neu angelegter Testeintrag darf nicht auf einem anderen Gerät erscheinen. Bereits vorhandene Einträge eignen sich nicht als eindeutiger Test, weil sie vor der Änderung übertragen worden sein können.
Bleibt ein neuer Eintrag lokal und erscheint trotzdem weiterhin im ursprünglichen Edge-Profil, ist das gewünschte Ergebnis erreicht. Verschwindet er hingegen auch lokal, wurde wahrscheinlich zusätzlich eine Lösch-, Abmelde- oder Bereinigungsfunktion verwendet. In diesem Fall solltest du keine weiteren Änderungen vornehmen, bevor du geprüft hast, welches Profil geöffnet ist und ob noch eine Sicherung der benötigten Daten existiert.
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