Wenn dein Spotify-Konto übernommen wurde und sogar die E-Mail-Adresse geändert ist, fühlt sich das erst mal an wie „ausgesperrt und machtlos“. In der Praxis bekommst du die Kontrolle aber in vielen Fällen wieder, wenn du schnell, sauber und in der richtigen Reihenfolge vorgehst. Entscheidend ist: Du musst den Zugang absichern, alle aktiven Sitzungen beenden, die Ursache schließen (meist ein geleaktes Passwort oder kompromittierte E-Mail), und parallel die Spuren sichern, damit der Support dir das Konto eindeutig zuordnen kann.
Spotify nennt typische Warnzeichen wie geänderte E-Mail-Adresse, fremde Playlists, Musik, die ohne dich läuft, oder ein verändertes Abo. Genau diese Signale helfen dir auch bei der Diagnose: Geht es „nur“ um ein geleaktes Passwort, oder hat jemand dein E-Mail-Postfach (oder einen verknüpften Login wie Facebook/Apple/Google) übernommen?
Im Folgenden bekommst du eine robuste Vorgehensweise, die auch dann funktioniert, wenn du aktuell nicht mehr einloggen kannst.
Woran du erkennst, dass dein Konto wirklich übernommen wurde
Ein paar Dinge sind lästig, aber harmlos. Andere sind klare Übernahme-Indikatoren. Typisch für eine Übernahme ist eine Kombination aus mehreren Punkten:
- Du bekommst eine Nachricht, dass die E-Mail-Adresse geändert wurde, obwohl du nichts gemacht hast.
- Dein Passwort funktioniert plötzlich nicht mehr.
- Es tauchen neue Playlists auf, oder deine Playlists sind verändert.
- Du siehst in „Zuletzt gespielt“ Dinge, die du nie gehört hast.
- Dein Abo wurde ohne dein Zutun umgestellt (z. B. Einzel → Family, Premium gekündigt, neue Zahlungsmethode).
- Du wirst auf Geräten ausgeloggt oder bekommst Login-Hinweise, die du nicht zuordnen kannst.
- Eine fremde Verbindung zu einem Social-Login (z. B. Facebook) erscheint, die du nicht verknüpft hast.
Wichtig: Einzelne komische Songs können auch durch gemeinsame Lautsprecher, alte Geräte oder Autoplay passieren. Eine geänderte E-Mail-Adresse ist dagegen fast immer ein harter Alarm.
Sofortmaßnahmen, die du innerhalb von Minuten erledigen solltest
Wenn du noch Zugriff auf irgendein Gerät hast, auf dem Spotify eingeloggt ist (Handy, Tablet, PC, Smart-TV), nutze diese Chance. Selbst wenn du später ausgeloggt wirst, kannst du jetzt noch Dinge sichern.
- Schreibe dir deine Spotify-Anmeldedaten auf, die du noch kennst
Notiere dir den Spotify-Nutzernamen (falls sichtbar), die bisherige E-Mail-Adresse, den Anzeigenamen und möglichst das genaue Abo-Modell. Das wirkt banal, ist für die spätere Zuordnung extrem hilfreich, wenn du den Support brauchst. - Prüfe, ob du noch irgendwo eingeloggt bist
Manchmal bleibt eine Sitzung auf einem Gerät aktiv, obwohl E-Mail oder Passwort bereits geändert wurden. Dann hast du ein Zeitfenster. - Ändere das Passwort sofort, wenn es noch geht
Wenn du in die Kontoeinstellungen kommst, ändere das Passwort auf ein einzigartiges, langes Passwort. Falls du das Passwort ohnehin auf anderen Webseiten genutzt hast, ändere es dort ebenfalls. Spotify empfiehlt genau dieses Vorgehen auch bei verdächtigen Mails und Aktivitäten. - Beende alle Sitzungen (Überall abmelden)
Der wichtigste Schritt nach einer Übernahme ist nicht nur ein neues Passwort, sondern dass alle aktiven Logins auf fremden Geräten beendet werden. Sonst bleibt der Angreifer womöglich weiter drin, selbst wenn du dich kurz wieder einloggen konntest. - Prüfe und entferne verknüpfte Zugänge
Wenn dein Konto mit einem Social-Login verknüpft ist (z. B. Facebook), kann ein Angreifer darüber erneut rein. Darum: Verknüpfungen prüfen und alles entfernen, was du nicht hundertprozentig selbst eingerichtet hast. - Prüfe Abo, Zahlungsmethode und Family/Partner-Verbindungen
Bei Übernahmen wird manchmal Premium missbraucht oder ein Family-Plan manipuliert. Schau, ob sich dein Abo geändert hat, ob neue Personen hinzugefügt wurden, oder ob eine Zahlungsmethode auftaucht, die nicht von dir stammt.
Spotify weist darauf hin, dass Zahlungs- und Sicherheitsinformationen geschützt sind. Trotzdem ist es sinnvoll, Abbuchungen zu kontrollieren, weil Angreifer oft nicht „dein Geld“ stehlen, sondern dein Konto als „Premium-Zugang“ oder als Sprungbrett nutzen.
Wenn die E-Mail-Adresse geändert wurde: Was jetzt wirklich zählt
Sobald die E-Mail geändert ist, scheitern viele daran, dass „Passwort vergessen“ ins Leere läuft. Das ist der zentrale Engpass. Hier entscheidet sich, ob du das Konto direkt selbst zurückholen kannst oder ob du den Support brauchst.
Fall A: Du hast Zugriff auf dein ursprüngliches E-Mail-Postfach
Das ist der beste Fall. Dann hast du oft zwei Hebel:
- Du kannst prüfen, ob du eine Benachrichtigung zur E-Mail-Änderung bekommen hast.
- Du kannst versuchen, über die Kontowiederherstellung den Zugang zu resetten.
Wenn du so eine Benachrichtigung findest, ist wichtig: Reagiere nicht hektisch auf irgendeinen Button oder Text, wenn du unsicher bist, ob die Mail echt ist. Spotify beschreibt, woran du legitime Spotify-Mails erkennst und rät, bei Zweifel keine Inhalte anzuklicken, sondern lieber das Passwort selbstständig zu ändern und Maßnahmen zu ergreifen.
Praktisch heißt das: Nutze den offiziellen Weg zum Passwort-Reset und nicht „irgendeinen Link“ aus der Mail, wenn du dir nicht sicher bist.
Fall B: Du hast keinen Zugriff mehr auf dein ursprüngliches E-Mail-Postfach
Dann ist die Priorität: E-Mail-Postfach zurückholen. Denn wenn dein E-Mail-Konto kompromittiert ist, bringt es wenig, Spotify zu fixen, während der Angreifer weiterhin jede neue Reset-Mail abfangen kann.
Gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Prüfe beim E-Mail-Anbieter, ob du das Konto wiederherstellen kannst (Wiederherstellungsnummer, alternative E-Mail, Support).
- Prüfe Sicherheitsprotokolle: neue Weiterleitungsregeln, neue Geräte, neue App-Passwörter.
- Ändere das E-Mail-Passwort und aktiviere, wenn möglich, eine zusätzliche Anmeldungssicherung beim E-Mail-Anbieter.
Erst wenn dein E-Mail-Postfach wieder unter deiner Kontrolle ist, macht die Spotify-Rückgewinnung wirklich Sinn, weil du sonst im Kreis läufst.
Fall C: Du hast gar keinen Zugriff mehr und der Angreifer hat alles geändert
Dann brauchst du in vielen Fällen den Support, weil du sonst keinen Zustellkanal mehr hast. Spotify weist darauf hin, dass du für Passwort-Resets Zugriff auf die mit dem Konto verbundene E-Mail brauchst. Wenn diese E-Mail ausgetauscht wurde und du sie nicht mehr kontrollierst, bleibt als realistischer Weg: Identität und Kontozugehörigkeit gegenüber dem Support belegen.
So bereitest du einen Support-Fall vor, der wirklich funktioniert
Wenn du dem Support nur schreibst „Hilfe, gehackt“, kann das hin und her gehen. Wenn du stattdessen strukturiert lieferst, wird es meist deutlich schneller.
Sammle vorab:
- Alte E-Mail-Adresse, die ursprünglich im Konto war
- Anzeigename im Profil
- Spotify-Nutzername (falls bekannt)
- Datum und Uhrzeit, wann die Änderung ungefähr passiert ist
- Screenshots der Benachrichtigung (falls vorhanden), aber ohne sensible Daten zu veröffentlichen
- Nachweis der letzten Abbuchung (z. B. Monat und Betrag, Zahlungsdienst), ohne vollständige Kartendaten in ein Textfeld zu schreiben
- Geräte, auf denen du Spotify genutzt hast (z. B. iPhone, Android, Windows-PC), weil das oft mit Sitzungsdaten korreliert
Je mehr davon du konsistent angeben kannst, desto leichter ist es, dein Konto eindeutig zuzuordnen.
Wenn du noch eingeloggt bist: Die „Kontrolle zurückholen“-Abfolge
Wenn du das Glück hast, noch in Spotify drin zu sein, nutze genau dieses Zeitfenster. In der Praxis bewährt sich eine Abfolge, die sich an „erst Zugang sichern, dann aufräumen“ orientiert:
- Passwort ändern (lang, einzigartig)
- Überall abmelden
- E-Mail-Adresse in den Kontodaten prüfen
- Verknüpfte Konten prüfen und bereinigen
- Abo und Zahlungsmethoden prüfen
- Playlists und Bibliothek kurz sichern (z. B. Screenshots von wichtigen Listen)
- Dann erst: Geräte wieder sauber anmelden und alte Geräte entfernen
Der Grund ist simpel: Wenn du zuerst Playlists rettest, aber der Angreifer parallel weiter Zugriff hat, verlierst du Zeit und riskierst, dass er wieder etwas umstellt.
Wenn du nicht mehr einloggen kannst: So gehst du ohne Zugang vor
Wenn Login nicht mehr klappt, fühlt es sich blockiert an, aber du kannst trotzdem mehrere Dinge sofort erledigen, die später den Unterschied machen.
1) E-Mail-Sicherheit prüfen und dichtmachen
Viele Spotify-Übernahmen beginnen nicht bei Spotify, sondern bei einem Passwort-Leak oder einer kompromittierten E-Mail. Das heißt praktisch:
- Ändere dein E-Mail-Passwort sofort.
- Melde alle Sessions ab (bei vielen Anbietern möglich).
- Entferne unbekannte Weiterleitungen oder Filterregeln.
- Prüfe, ob fremde Geräte Zugriff haben.
Damit schneidest du dem Angreifer die wichtigste Wiederherstellungs-Schiene ab.
2) Passwort-Wiederherstellung versuchen, aber richtig
Wenn dein Konto noch auf deine E-Mail läuft und „Passwort vergessen“ ankommt, ist das der schnellste Weg. Spotify beschreibt den Reset grundsätzlich über E-Mail/Benutzername und eine Reset-Mail.
Wenn die Reset-Mail nicht kommt:
- Spam/Unbekannt/Soziale Netzwerke prüfen
- Mehrere Minuten warten, dann erneut anfordern
- Prüfen, ob du dich vertippt hast (E-Mail/Username)
Wenn die E-Mail wirklich geändert wurde, kommt hier nichts mehr an. Dann sparst du dir endlose Wiederholungen und gehst direkt zum Support-Weg.
3) Zahlungen kontrollieren und notfalls sperren
Auch wenn Spotify sagt, Zahlungs- und Sicherheitsinformationen seien geschützt, ist es sinnvoll, deine Kontoauszüge und Zahlungsdienste zu prüfen, weil Abo-Änderungen oder zusätzliche Abbuchungen auffallen können. Wenn du unklare Abbuchungen siehst, reagierst du so:
- Abo beim Zahlungsdienst prüfen (PayPal, Kreditkarte, Mobilfunkrechnung)
- Unbekannte Zahlungen reklamieren
- Wenn nötig, Zahlungsmethode sperren lassen
Wichtig: Sperren ist eine harte Maßnahme. Wenn du sicher bist, dass gerade Missbrauch stattfindet, ist sie sinnvoll. Wenn du nur unsicher bist, kann erst die Klärung über den Support eleganter sein, damit du nicht unbeabsichtigt weitere Probleme auslöst.
Typische Angriffsmuster und was sie verraten
Nicht jeder „Hack“ ist gleich. Wenn du erkennst, was passiert ist, weißt du besser, welche Lücke du schließen musst.
Passwort-Leak und Wiederverwendung
Das häufigste Muster: Du hast ein Passwort mehrfach genutzt, und ein Leak eines anderen Dienstes liefert Angreifern E-Mail + Passwort-Kombinationen. Dann wird Spotify ausprobiert. Genau deshalb ist der wichtigste Schritt nach Rückerlangung: überall dort, wo du dieses Passwort noch nutzt, ändern.
Kompromittierte E-Mail
Wenn der Angreifer deine E-Mail kontrolliert, kann er Passwort-Resets für viele Dienste starten. Dann wirkt es so, als ob „alles gleichzeitig“ kippt. In dem Fall ist die E-Mail wirklich Priorität 1, sonst verlierst du Spotify morgen wieder.
Social-Login übernommen
Wenn ein Spotify-Konto über einen externen Login (z. B. Facebook) erreichbar ist und dieser externe Account kompromittiert wurde, nützt ein Spotify-Passwortwechsel allein wenig. Dann musst du den externen Account absichern und die Verknüpfung bereinigen.
Missbrauch für Werbung/Playlist-Spam
Viele Übernahmen dienen nicht dem „Klauen“ von Geld, sondern dem Pushen von Playlists, Künstlern oder Songs. Du siehst dann plötzlich fremde Playlists, Follows und merkwürdige Wiedergaben. Das ist nervig, aber oft leichter zu bereinigen, wenn du den Zugang wieder hast.
Was du nach der Rückeroberung sofort kontrollieren solltest
Wenn du wieder reinkommst, solltest du nicht nur „freuen“, sondern einmal gründlich aufräumen, damit es stabil bleibt.
Kontodaten
- E-Mail-Adresse: stimmt sie und gehört sie dir?
- Anzeigename: wurde er verändert?
- Land/Region: manchmal manipuliert, um Zahlungsmethoden zu ändern
Verknüpfte Apps und Geräte
- Unbekannte Geräte entfernen
- Sessions beenden
- Alte Smart-TVs oder Car-Integrationen abmelden, wenn du sie nicht mehr nutzt
Bibliothek und Playlists
- Unbekannte Playlists entfernen
- Ungewollte Follows rückgängig machen
- Wenn Playlists fehlen: prüfen, ob sie nur „nicht mehr sichtbar“ sind oder ob sie wirklich entfernt wurden
Abo und Abrechnung
- Abo-Status prüfen
- Family/Partner-Konstellationen prüfen
- Zahlungsmethode prüfen
- Wenn das Abo umgestellt wurde: Nachweise sichern, bevor du es zurückstellst (z. B. Datum, E-Mails)
Praxisbeispiel 1: E-Mail geändert, aber du bist noch auf dem Handy eingeloggt
Du bemerkst morgens, dass Musik abgespielt wurde, die du nie hörst. Kurz danach kommt eine Mail, dass deine Adresse geändert wurde. Auf dem Handy läuft Spotify aber noch.
Der sichere Weg ist dann: Du nutzt die aktive Sitzung sofort, änderst das Passwort, beendest alle Sitzungen und prüfst die Kontodaten, bevor du irgendetwas anderes machst. Danach entfernst du fremde Verknüpfungen und checkst die Abo-Seite. Erst dann schaust du in Ruhe, was an Playlists geändert wurde. Viele machen es umgekehrt und verlieren dann den Zugang, bevor sie die Tür wieder zugeschlagen haben.
Praxisbeispiel 2: Du kommst gar nicht mehr rein, aber deine E-Mail ist noch unter Kontrolle
Du versuchst dich einzuloggen, Passwort geht nicht. Du forderst einen Reset an, aber die Mail kommt nicht an. Du findest dann in deinem Postfach eine Nachricht, dass die E-Mail-Adresse bei Spotify geändert wurde.
Hier ist die beste Strategie: Du sicherst zuerst dein E-Mail-Konto, prüfst Weiterleitungen und Logins, und dokumentierst die Spotify-Änderungsmail. Dann gehst du mit diesen Daten zum Support, weil du ohne Zugang zur aktuell hinterlegten Spotify-Mailadresse den Reset nicht auslösen kannst. Spotify macht deutlich, dass der Reset an die verknüpfte E-Mail gebunden ist. In so einem Fall sparst du dir Zeit, wenn du nicht zwanzigmal Reset-Mails anforderst, sondern direkt sauber nachweist, dass dir das Konto gehört.
Praxisbeispiel 3: Family-Abo manipuliert und fremde Nutzer hinzugefügt
Du siehst plötzlich neue Personen im Family-Abo oder dein Abo wurde umgestellt. Oft passiert das, wenn Angreifer das Konto als „Ressource“ nutzen: Premium-Funktionen, gemeinsame Nutzung oder Weiterverkauf.
Wenn du wieder Zugang hast, ist der wichtigste Schritt: alle Sitzungen beenden, Passwort ändern, Family-Mitglieder prüfen und sofort alles entfernen, was du nicht kennst. Danach solltest du die Abrechnung prüfen, ob in den letzten Tagen eine Umstellung oder Zusatzabbuchung entstanden ist. Bei Unstimmigkeiten dokumentierst du Datum und Status und klärst das über den Support, bevor du wild hin und her klickst.
Die häufigsten Fehler, die dazu führen, dass du das Konto wieder verlierst
Viele Rückeroberungen scheitern nicht an Spotify, sondern an typischen Reaktionen im Stress:
- Du änderst nur das Spotify-Passwort, aber nicht das E-Mail-Passwort, obwohl das E-Mail-Konto kompromittiert ist.
- Du lässt Sitzungen offen und wunderst dich, dass wieder alles umgestellt wird.
- Du benutzt wieder ein Passwort, das du schon anderswo nutzt.
- Du reagierst auf eine verdächtige Mail, klickst impulsiv, und gibst irgendwo Daten ein.
- Du sammelst keine Nachweise (letzte Abbuchung, alte E-Mail, Profilname) und kannst dem Support nicht sauber belegen, dass es dein Konto ist.
Spotify selbst warnt, auf verdächtige Mails nicht zu reagieren und im Zweifel Passwort und Passwörter anderer Dienste zu ändern. Genau diese Disziplin verhindert den „zweiten Angriff“.
Wie du dein Spotify-Konto danach dauerhaft stabil hältst
Spotify bietet für normale Nutzerkonten nicht überall eine klassische Zwei-Faktor-Absicherung wie bei Banken an; verfügbar ist sie laut Spotify derzeit vor allem im Bereich Spotify for Artists. Das heißt: Deine Sicherheit hängt stark an Passwortqualität, E-Mail-Sicherheit und daran, dass du Angreifern keine Wiederverwendung-Vorlage gibst.
Was in der Praxis wirklich hilft:
- Ein einzigartiges Passwort nur für Spotify, idealerweise sehr lang und zufällig
- Ein Passwortmanager, damit du nicht wiederverwendest
- E-Mail-Konto maximal absichern, weil es der Reset-Kanal ist
- Regelmäßig prüfen, ob neue Geräte aktiv sind, wenn du ungewöhnliches Verhalten siehst
- Misstrauisch sein bei „Account-Alarm“-Mails, vor allem wenn sie dich zu schnellen Aktionen drängen
Wenn du den Verdacht hast, dass du generell von Passwort-Leaks betroffen bist, ist es sinnvoll, deine wichtigsten Konten systematisch umzubauen: E-Mail zuerst, dann Zahlungsdienste, dann Streaming und Shops.
Was du tun kannst, wenn Playlists fehlen oder verändert wurden
Viele Nutzer haben Angst, dass jahrelang aufgebaute Playlists weg sind. Hier hilft eine nüchterne Einordnung:
- Manche Änderungen sind nur kosmetisch (Reihenfolge, Titel, Cover).
- Gelöschte Playlists sind nicht immer „endgültig“, manchmal sind sie nur entfolgt oder in einer anderen Ansicht.
- Wenn wirklich gelöscht wurde, braucht der Support oft Zeit, um zu prüfen, was möglich ist.
Sobald du wieder Zugang hast, ist es sinnvoll, wichtige Playlists zusätzlich zu sichern, zum Beispiel indem du die Namen und ungefähre Track-Auswahl dokumentierst. Das klingt altmodisch, aber im Streitfall hilft es, konkrete Angaben machen zu können, statt nur „alles weg“.
Häufige Fragen zum Thema
Kann ich mein Konto zurückholen, wenn die E-Mail-Adresse geändert wurde?
Ja, oft klappt das, aber es hängt davon ab, ob du noch irgendwo eingeloggt bist oder ob du deine ursprüngliche E-Mail als Nachweis nutzen kannst. Wenn du keinen Zugriff mehr hast, ist der Support-Weg meist notwendig, weil Passwort-Resets an die aktuell hinterlegte E-Mail gebunden sind.
Was ist der wichtigste Schritt direkt nach dem Wiederzugang?
Du solltest sofort das Passwort ändern und alle Sitzungen auf allen Geräten beenden. Das verhindert, dass der Angreifer über eine bestehende Sitzung weiter Zugriff behält, auch wenn du wieder drin bist.
Warum tauchen plötzlich fremde Songs und Playlists auf?
Übernommene Konten werden häufig genutzt, um bestimmte Musik zu pushen oder Playlists zu bewerben. Spotify nennt fremde Playlists und Musik ohne deine Steuerung als typische Hinweise auf eine Übernahme.
Muss ich meine Bank oder PayPal sofort informieren?
Wenn du unklare Abbuchungen oder Abo-Änderungen siehst, solltest du das prüfen und bei echtem Missbrauch reagieren. Ohne Anzeichen für zusätzliche Zahlungen reicht oft erst die Kontosicherung und die Klärung der Abo-Einstellungen.
Warum hilft ein Passwortwechsel manchmal nicht?
Wenn der Angreifer weiterhin Zugriff auf dein E-Mail-Konto oder einen verknüpften Social-Login hat, kann er jederzeit erneut zurücksetzen oder wieder einsteigen. Deshalb ist E-Mail-Sicherheit und das Entfernen fremder Verknüpfungen so wichtig.
Was mache ich, wenn ich keine Reset-Mail bekomme?
Prüfe Spam-Ordner und filterbasierte Tabs und versuche es noch einmal. Wenn die E-Mail-Adresse im Spotify-Konto bereits geändert wurde, kommt dort nichts mehr an, dann führt der Weg über den Support und Nachweise.
Kann ich verhindern, dass mein Konto für Spam missbraucht wird?
Ja, indem du alle aktiven Sitzungen beendest, Passwort und E-Mail absicherst und keine Passwort-Wiederverwendung betreibst. Sobald der Angreifer dauerhaft draußen ist, hören die fremden Wiedergaben und Playlist-Änderungen in der Regel sofort auf.
Ist Spotify ohne zusätzliche Anmeldungssicherung unsicher?
Es ist nicht „automatisch unsicher“, aber du musst die Basismaßnahmen ernst nehmen: starkes, einzigartiges Passwort und ein sehr gut gesichertes E-Mail-Konto. Spotify bietet Zwei-Faktor-Absicherung derzeit vor allem für Spotify for Artists, was zeigt, dass man sich als normaler Nutzer stärker auf Passwort- und E-Mail-Hygiene verlassen muss.
Wie erkenne ich, ob eine Spotify-Mail echt ist?
Achte darauf, ob die Absenderadresse wirklich zu Spotify gehört und ob die Mail dich unter Druck setzt, schnell zu klicken. Spotify rät bei Unsicherheit dazu, nicht zu klicken, sondern stattdessen selbstständig Maßnahmen wie Passwortwechsel durchzuführen.
Was ist, wenn mein Konto immer wieder übernommen wird?
Dann ist fast immer die Ursache außerhalb von Spotify: kompromittierte E-Mail, wiederverwendete Passwörter oder ein unsicheres Gerät. Du solltest dann systematisch E-Mail, Passwörter und Geräte prüfen und nicht nur Spotify isoliert behandeln.
Kann ich mein Konto komplett „sauber“ machen, ohne alles neu anzulegen?
In vielen Fällen ja, wenn du die Kontrolle zurück hast und konsequent Sitzungen beendest, Zugangsdaten änderst und Verknüpfungen bereinigst. Ein kompletter Neustart ist eher dann sinnvoll, wenn du die ursprüngliche E-Mail nicht zurückbekommst oder die Identitätszuordnung nicht sauber klappt.
Fazit
Wenn ein Spotify-Konto übernommen wurde und die E-Mail-Adresse geändert ist, zählt vor allem Tempo und Reihenfolge. Du sicherst zuerst deinen Wiederherstellungsweg über die E-Mail, holst dir danach den Zugang zurück, beendest alle Sitzungen und stellst das Konto mit einem einzigartigen Passwort stabil. Danach räumst du Verknüpfungen, Geräte, Playlists und Abo-Einstellungen auf und kontrollierst Abbuchungen. Sobald die eigentliche Lücke geschlossen ist, verschwinden die typischen Symptome wie fremde Wiedergaben und Playlist-Spam meist sofort, und dein Konto bleibt dauerhaft unter deiner Kontrolle.