Eine neue Patrone beseitigt blasse Ausdrucke oder Streifen nicht automatisch. Häufig wurde eine Transportsicherung nicht vollständig entfernt, die Patrone sitzt nicht richtig oder der Druckkopf bekommt trotz gefülltem Behälter keine Tinte. Bei Laserdruckern kommen statt verstopfter Düsen unter anderem die Tonerkartusche, die Bildtrommel und weitere Komponenten des Druckwerks infrage. Die schnellste Fehlersuche beginnt mit einer internen Testseite und führt erst danach zur Reinigung oder zum Austausch weiterer Teile.
Zuerst klären: Patrone, Druckkopf oder Druckeinstellung?
Drucke eine Testseite, einen Düsentest oder eine Seite zur Druckqualität direkt über das Bedienfeld des Druckers. Die Bezeichnung unterscheidet sich je nach Hersteller und Modell. Meist findest du die Funktion unter Wartung, Einrichtung, Berichte oder Druckqualität. Hat das Gerät kein Display, lässt sich die interne Seite häufig über eine Tastenkombination oder die Wartungssoftware des Herstellers starten.
Diese Seite trennt zwei Fehlerbereiche voneinander. Ist bereits der interne Ausdruck blass oder streifig, liegt die Ursache im Drucker, in der Patrone beziehungsweise Tonerkartusche oder im Papier. Sieht die interne Seite sauber aus, während Dokumente vom Computer schlecht gedruckt werden, solltest du Druckeinstellungen, Treiber und die verwendete Anwendung untersuchen.
- Fehlt beim Düsentest nur eine Farbe oder zeigt ihr Raster Lücken, betrifft das Problem wahrscheinlich den zugehörigen Tintenkanal.
- Fehlen mehrere Farben an denselben horizontalen Stellen, kommen eingetrocknete Düsen, ein gestörter Tintenfluss oder Probleme beim Papiertransport infrage.
- Verläuft ein heller oder dunkler Streifen bei einem Laserdrucker senkrecht über die Seite, ist eher ein Bauteil entlang dieser festen Position betroffen.
- Ist die gesamte Seite gleichmäßig zu hell, sind eine Spar-Einstellung, ungeeignetes Papier, eine nicht vorbereitete Kartusche oder ein Problem mit der Tonerübertragung wahrscheinlicher.
Die neue Patrone noch einmal ausbauen und vorbereiten
Schalte den Drucker nach der in seiner Anleitung vorgesehenen Methode ein und öffne die Patronenabdeckung. Bei vielen Tintenstrahldruckern fährt der Patronenwagen erst dann in die Wechselposition. Ziehe ihn nicht mit Gewalt von Hand. Nimm die neu eingesetzte Patrone heraus und prüfe sie bei gutem Licht.
- Vergleiche die Patronennummer einschließlich möglicher Buchstaben oder Regionskennzeichen mit der Freigabe für dein Druckermodell.
- Entferne alle farbigen Laschen, Folien, Clips und sonstigen Transportsicherungen. Ziehe keine Etiketten ab, die laut Packungs- oder Geräteanleitung am Gehäuse bleiben müssen.
- Kontrolliere bei Tintenpatronen die vorgesehene Belüftungsöffnung. Klebereste dürfen sie nicht verschließen. Steche keine zusätzlichen Löcher in das Gehäuse.
- Berühre weder elektrische Kontakte noch Tintenauslass, Düsenplatte oder lichtempfindliche Trommelflächen. Setze die Patrone gerade und bis zum vorgesehenen Einrasten ein.
- Schließe die Abdeckung und warte, bis der Drucker seinen Einsetz- oder Initialisierungsvorgang beendet hat. Starte erst danach einen neuen Testdruck.
Bei einer Tonerkartusche muss die vorgeschriebene Versiegelung vollständig herausgezogen sein. Eine nur teilweise entfernte Dichtung kann den Tonernachschub behindern. Manche Kartuschen besitzen außerdem separate Schutzteile für Transport oder Trommel. Welche Teile entfernt werden müssen, zeigt die bildliche Einsetzanleitung der Kartusche; die Bauweise lässt sich nicht zuverlässig von einem anderen Modell übertragen.
Wird eine wiederbefüllte oder kompatible Patrone verwendet, ist die Passform allein kein Beleg für fehlerfreie Funktion. Zeigt eine passende Originalpatrone im selben Drucker ein sauberes Ergebnis, die alternative Patrone aber nicht, spricht die Gegenprobe deutlich für einen Defekt oder ein Kompatibilitätsproblem der neuen Patrone.
Beim Tintenstrahldrucker entscheidet das Düsenbild
Ein Tintenstrahldrucker kann auch mit voller Patrone streifig drucken, wenn Luft im Tintenweg sitzt oder einzelne Düsen eingetrocknet sind. Bei Modellen mit separatem Druckkopf wird nur der Tintenbehälter erneuert; alte Ablagerungen am Druckkopf bleiben bestehen. Andere Geräte haben den Druckkopf in der Patrone. Dort kann eine fehlerhafte neue Patrone unmittelbar ein lückenhaftes Düsenbild verursachen.
Reinigung nach Testergebnis einsetzen
Starte die im Druckermenü vorgesehene normale Druckkopfreinigung und drucke danach erneut den Düsentest. Ist das Raster sichtbar vollständiger, warte die vom Gerät oder Hersteller vorgesehene Pause ab und wiederhole die normale Reinigung bei Bedarf. Mehrere Reinigungen ohne Zwischenkontrolle verbrauchen viel Tinte und können den Resttintenbehälter unnötig belasten.
Bleibt das Düsenbild nach ein oder zwei normalen Durchgängen völlig unverändert, ist ständiges Weiterreinigen wenig sinnvoll. Prüfe erneut Sitz, Belüftung und Patronentyp. Eine Intensivreinigung sollte nur über die vorgesehene Wartungsfunktion erfolgen und nur dann, wenn die Geräteanleitung sie für dieses Fehlerbild empfiehlt.
Eine Druckkopfausrichtung löst ein anderes Problem: Sie korrigiert versetzte Linien, unscharfe Kanten oder Farbschatten. Fehlende Farbsegmente und weiße Streifen durch ausgefallene Düsen werden durch das Ausrichten normalerweise nicht behoben. Richte den Druckkopf erst aus, wenn der Düsentest vollständig ist, das Druckbild aber noch versetzt wirkt.
Manuelle Reinigung nicht zum ersten Schritt machen
Alkohol, Leitungswasser, Wattestäbchen oder Haushaltsreiniger können Düsenplatten, Dichtungen und Beschichtungen beschädigen. Auch das Einweichen eines fest eingebauten Druckkopfs ist ohne modellspezifische Anleitung riskant. Eine manuelle Reinigung ist nur vertretbar, wenn der Hersteller sie für die jeweilige Baugruppe beschreibt. Elektrische Kontakte dürfen höchstens nach Geräteanleitung und bei ausgeschaltetem, vom Strom getrenntem Gerät gereinigt werden.
Bei Laserdruckern verrät die Richtung des Streifens viel
Laserdrucker arbeiten nicht mit flüssiger Tinte und benötigen keine Druckkopfreinigung. Nach dem Einsetzen einer neuen Tonerkartusche können blasse Flächen entstehen, wenn eine Versiegelung verblieben ist, der Toner in der Kartusche ungleich verteilt ist oder die Kartusche nicht zum Gerät passt. Streifen können außerdem von der Bildtrommel oder anderen Teilen des Druckwerks stammen.
Falls die Kartuschenanleitung es vorsieht, nimm die Tonerkartusche heraus und bewege sie langsam einige Male waagerecht von einer Seite zur anderen. Kräftiges Schütteln ist ungeeignet, weil Toner austreten kann. Setze die Kartusche wieder ein und drucke die interne Qualitätsseite.
- Ein gleichbleibender senkrechter heller Streifen deutet auf einen Bereich hin, in dem Toner nicht richtig aufgetragen oder übertragen wird.
- Ein senkrechter dunkler Streifen kann zu einer verschmutzten oder beschädigten Kartuschen- beziehungsweise Trommeleinheit passen.
- Sich in regelmäßigen Abständen wiederholende Flecken sprechen eher für ein rotierendes Bauteil. Der Abstand allein erlaubt ohne Servicedaten des Modells keine sichere Zuordnung.
- Verwischbarer Toner betrifft eher die Fixierung, das verwendete Papier oder eine falsche Einstellung der Papiersorte als den Füllstand der neuen Kartusche.
Berühre die Oberfläche einer sichtbaren Bildtrommel nicht und setze sie nicht länger als nötig hellem Licht aus. Losen Toner solltest du nicht mit einem gewöhnlichen Haushaltsstaubsauger entfernen. Beachte die Sicherheits- und Reinigungsanleitung des Geräteherstellers. Ist die Trommel separat austauschbar, bedeutet eine neue Tonerkartusche nicht, dass auch die Trommel neu ist.
Saubere Testseite, aber blasse Dokumente: Einstellungen prüfen
Ein einwandfreier interner Ausdruck zeigt, dass Patrone und Druckwerk grundsätzlich arbeiten. Öffne nun den Druckdialog der Anwendung und rufe die Druckereigenschaften auf. Kontrolliere besonders Entwurfsmodus, Tonersparmodus, Tintensparmodus, Graustufen und die gewählte Papiersorte. Namen und Positionen dieser Optionen unterscheiden sich zwischen Druckermodellen und Treiberversionen.
Wähle für die Gegenprobe Normalpapier und eine normale oder hohe Qualitätsstufe. Die Einstellung der Papiersorte beeinflusst bei vielen Geräten, wie viel Tinte oder Toner verwendet und wie das Blatt transportiert wird. Eine für dünnes Normalpapier gewählte Einstellung kann auf schwerem oder beschichtetem Papier ein anderes Ergebnis liefern als erwartet.
Drucke danach dasselbe kleine Testdokument aus einer zweiten Anwendung. Ist nur der Ausdruck eines bestimmten Programms betroffen, prüfe dort Transparenz, Ebenen, Farbverwaltung und objektspezifische Druckoptionen. Sind alle Anwendungen betroffen, installiere nicht wahllos verschiedene Treiber. Ermittle zuerst die genaue Modellbezeichnung und nutze dann die Druckqualitäts- oder Treiberrubrik des Geräteherstellers für dieses Modell.
Papier und Druckvorlage als Fehlerquelle ausschließen
Feuchtes, stark gewelltes, sehr raues oder für das Druckverfahren ungeeignetes Papier kann blasse Flächen und ungleichmäßigen Farbauftrag begünstigen. Lege für die Gegenprobe einige trockene, plane Blätter geeigneten Normalpapiers ein und stelle im Druckdialog genau diese Papierart ein. Bewahre Papier geschlossen und nicht in feuchten Räumen auf.
Prüfe außerdem, ob die Streifen bereits in der Datei sichtbar sind. Vergrößere das Dokument am Bildschirm und drucke eine andere Vorlage mit großen Farbflächen, feinen Linien und reinem Schwarz. Bei einem Kopier-Multifunktionsgerät hilft eine zusätzliche Unterscheidung: Ist eine Kopie streifig, ein interner Druck aber sauber, können Vorlagenglas oder schmaler Scannerglasstreifen verschmutzt sein. Dann liegt der Streifen nur im kopierten oder gescannten Bild und nicht am eigentlichen Druckwerk.
Wann die neue Patrone reklamiert werden sollte
Eine Reklamation ist naheliegend, wenn die Patronennummer stimmt, alle Sicherungen entfernt wurden, die Patrone korrekt sitzt und das geräteinterne Testbild unmittelbar nach dem Wechsel ein reproduzierbares Problem zeigt. Besonders aussagekräftig ist eine Gegenprobe: Eine andere passende Patrone druckt sauber, während der Fehler mit der neuen Patrone an derselben Stelle oder in derselben Farbe zurückkehrt.
Bewahre Verpackung, Kaufbeleg und die ausgedruckte Qualitätsseite auf. Notiere Druckermodell, Patronenbezeichnung und die am Gerät angezeigte Meldung. Bei einer Tintenpatrone mit integriertem Druckkopf spricht ein dauerhaft lückenhaftes Düsenbild trotz korrekter Vorbereitung stärker für die Patrone. Bei einem Gerät mit fest eingebautem Druckkopf kann dagegen der Druckkopf selbst die Ursache sein.
Bleibt der Fehler auch mit einer zweiten sicher passenden Patrone bestehen, solltest du keine weiteren Behälter auf Verdacht kaufen. Suche in der offiziellen Hilfe des Herstellers nach der Rubrik Druckqualität, blasser Ausdruck, Streifen oder Düsentest und wähle dort dein exaktes Modell. Zeigt die interne Testseite weiterhin denselben Fehler, liegt der nächste sinnvolle Schritt bei einer modellspezifischen Wartung oder Reparatur des Druckwerks.
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