Reiseversicherung sinnvoll? Wann Schutz wirklich nützlich sein kann

Lesedauer: 14 MinAktualisiert: 10. Juni 2026 11:48

Eine Reiseversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein Ausfall finanziell weh tun würde oder unterwegs schnell hohe Kosten entstehen können. Das gilt besonders bei teuren Flügen, langen Reisen, Kreuzfahrten, Urlauben mit Kindern oder wenn Vorerkrankungen, Gepäckrisiken oder ein enger Zeitplan dazukommen.

Wer nur ein Wochenende mit billiger Bahnverbindung plant, braucht oft weniger Schutz als jemand, der mehrere Tausend Euro für Flug, Hotel und Ausflüge vorstreckt. Der Wert einer Versicherung hängt deshalb weniger vom Gefühl ab, sondern von der Frage: Was kostet der Schaden, wenn etwas schiefgeht?

Wann sich eine Reiseversicherung wirklich lohnt

Eine Reiseversicherung ist vor allem ein finanzieller Puffer. Sie fängt Risiken ab, die im Urlaub schnell teuer werden können, und ersetzt damit den kompletten Eigenanteil am Ärger nicht, aber oft einen großen Teil des Geldverlusts.

Besonders sinnvoll ist sie bei Reisen, die früh gebucht und teuer angezahlt werden. Wer sechs Monate im Voraus eine Fernreise bucht, steckt viel Geld in ein Vorhaben, das wegen Krankheit, Unfall oder familiärer Ereignisse plötzlich kippen kann. In solchen Fällen ist eine Reiserücktrittsversicherung oft der erste Baustein, über den man nachdenken sollte.

Auch bei Reisen ins Ausland kann eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll sein. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt außerhalb Deutschlands häufig nur eingeschränkt oder gar nicht ab. Schon ein Arztbesuch, ein Transport in eine Klinik oder ein Rückflug aus medizinischen Gründen kann schnell teuer werden.

Ein weiterer typischer Fall sind Reisen mit mehreren Umstiegen, Pauschalreisen, Kreuzfahrten oder sehr knappe Anschlüsse. Je mehr ein Urlaub organisatorisch verzweigt ist, desto größer ist das Risiko, dass eine Störung am Ende mehr kostet als nur ein verlorener halber Urlaubstag.

Welche Risiken eine Reiseversicherung abdecken kann

Reiseversicherung ist ein Sammelbegriff. Je nach Tarif steckt dahinter ganz Unterschiedliches, und genau an diesem Punkt entstehen die meisten Missverständnisse. Viele denken an eine einzige Police, tatsächlich geht es aber oft um mehrere Bausteine mit klar getrennten Aufgaben.

Die Reiserücktrittsversicherung springt ein, wenn die Reise vor dem Start nicht angetreten werden kann, etwa wegen Krankheit, Unfall oder anderen versicherten Gründen. Sie kann Stornokosten deutlich mindern, aber sie zahlt nur innerhalb der vereinbarten Bedingungen. Ein spontanes „Ich habe keine Lust mehr“ ist natürlich kein Versicherungsfall.

Die Reiseabbruchversicherung greift, wenn die Reise begonnen hat, aber vorzeitig beendet werden muss. Das ist besonders bei längeren Urlaubsreisen oder Fernreisen interessant, weil dann oft nicht nur die Rückreise, sondern auch nicht genutzte Leistungen und zusätzliche Umbuchungen teuer werden können.

Die Auslandskrankenversicherung übernimmt medizinische Behandlungskosten im Ausland, manchmal auch den Krankenrücktransport. Gerade dieser Punkt wird oft unterschätzt. Ein Rücktransport in die Heimat ist im Ernstfall einer der teuersten Posten überhaupt, und genau deshalb ist dieser Schutz häufig wichtiger als viele glauben.

Die Gepäckversicherung schützt gegen Verlust, Diebstahl oder Beschädigung von Gepäck. Hier lohnt ein nüchterner Blick, denn solche Tarife haben oft enge Bedingungen und Entschädigungsgrenzen. Für teure Technik, Kameras oder Schmuck sind die Leistungen vieler Policen begrenzt, sodass man vorher wissen sollte, was wirklich abgesichert ist.

Wann man eher darauf verzichten kann

Eine Reiseversicherung ist nicht automatisch für jeden Urlaub sinnvoll. Wer sehr günstig, sehr kurzfristig und ohne große Vorleistungen verreist, hat oft nur ein kleines finanzielles Risiko. Ein Hotelzimmer für zwei Nächte oder ein preiswertes Ticket lässt sich im Zweifel leichter verkraften als eine vierstellige Fernreise mit umfangreichen Stornokosten.

Auch bei Reisen, die ohnehin voll erstattbar oder flexibel umbuchbar sind, sinkt der Nutzen deutlich. Dann ist der Schaden im Fall der Fälle oft schon durch das Buchungssystem selbst begrenzt. Es lohnt sich also, erst die Tarife und Stornobedingungen der Reise zu prüfen und danach über Versicherungsschutz nachzudenken.

Wer bereits über eine Kreditkarte mit Reiseleistungen, eine Mitgliedschaft oder eine bestehende Jahrespolice abgesichert ist, sollte doppelte Leistungen vermeiden. Mehr Versicherungen bedeuten in diesem Bereich nicht automatisch mehr Schutz, sondern oft nur mehr Papier und höhere Kosten.

Auch bei sehr kurzen Inlandsreisen ist ein zusätzlicher Schutz häufig unnötig. Solange keine großen Vorauszahlungen, keine besonderen Gesundheitsrisiken und keine komplizierten Umsteigeverbindungen im Spiel sind, ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis oft eher schwach.

Die wichtigsten Fehler bei der Auswahl

Ein häufiger Denkfehler ist, nur auf den Preis der Police zu schauen. Ein günstiger Tarif kann völlig ausreichend sein, aber er kann ebenso viele Einschränkungen haben, dass er im Ernstfall kaum hilft. Entscheidend sind deshalb immer die Bedingungen: versicherte Gründe, Selbstbehalt, Erstattungshöchstgrenzen und Ausschlüsse.

Ein zweiter Irrtum betrifft die Auslandskrankenversicherung. Viele verlassen sich darauf, dass die normale Krankenkarte schon irgendwie reichen wird. Das stimmt in vielen Ländern außerhalb der EU nur sehr begrenzt, und selbst innerhalb Europas gibt es Fälle, in denen Rücktransporte oder private Leistungen schnell eigene Kosten verursachen.

Auch die Annahme, dass eine Reiserücktrittsversicherung jede Art von Absage übernimmt, führt oft in die Irre. Meist braucht es einen anerkannten Grund. Wer wichtige Fristen verpasst oder Vorerkrankungen nicht sauber angibt, steht im Streitfall schnell schlechter da als erwartet.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die zu späte Buchung. Manche Versicherungen müssen innerhalb einer bestimmten Frist nach Reisebuchung abgeschlossen werden, sonst gelten bestimmte Leistungen nicht mehr oder nur eingeschränkt. Wer das übersieht, verliert genau den Schutz, den er eigentlich kaufen wollte.

So prüfst du den Bedarf in wenigen Schritten

Am besten gehst du die Reise in einer festen Reihenfolge durch. Erst die Buchungssumme, dann die Stornobedingungen, dann das Ausland, dann mögliche Gesundheits- oder Gepäckrisiken. Auf diese Weise wird aus einem Bauchgefühl eine brauchbare Entscheidung.

  • Prüfe zuerst, wie viel Geld du vorab bezahlst und wie hoch ein möglicher Verlust wäre.
  • Schau dann, ob Flüge, Hotels oder Pauschalreise kostenlos stornierbar sind.
  • Klär anschließend, ob du medizinisch im Ausland abgesichert bist.
  • Vergleiche am Ende, ob eine Jahrespolice oder ein Einzeltarif besser passt.

Diese Reihenfolge hilft vor allem dabei, unnötige Doppelabsicherungen zu vermeiden. Sie zeigt auch schnell, ob der Schutz eher ein Gefühlskauf wäre oder tatsächlich ein sinnvoller Baustein im Reisebudget.

Typische Fälle aus der Praxis

Bei Reiseversicherungen hilft es, sich reale Situationen vorzustellen. Der Nutzen wird dann meist viel klarer als bei abstrakten Tariftabellen.

Praxisbeispiel 1: Eine Familie bucht früh eine zweiwöchige Ferienreise ans Meer, zahlt Anzahlung und Restbetrag im Voraus und reist mit Kindern. Kurz vor dem Abflug wird ein Kind krank. In so einem Fall kann eine Reiserücktrittsversicherung die Stornokosten deutlich abfedern, weil hier schnell hohe Beträge im Spiel sind.

Praxisbeispiel 2: Eine Person fliegt für einen langen Urlaub nach Thailand und bekommt vor Ort eine Verletzung. Die Behandlung im Ausland ist möglich, aber der Rückflug muss medizinisch begleitet oder verschoben werden. Hier zeigt sich oft erst im Ernstfall, wie wertvoll eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport sein kann.

Praxisbeispiel 3: Ein Wochenendtrip nach Italien kostet wenig, ist kurzfristig gebucht und lässt sich teilweise kostenlos ändern. In diesem Fall ist eine separate Versicherung oft weniger überzeugend, weil das finanzielle Risiko klein bleibt und der Schutzanteil schnell überproportional teuer wird.

Worauf du bei Vorerkrankungen achten solltest

Vorerkrankungen sind ein besonders sensibler Punkt. Viele Tarife schließen nicht alles pauschal aus, aber sie haben genaue Regeln dazu, wann eine Erkrankung als versichert gilt und wann nicht. Genau hier lohnt sich ein Blick in die Bedingungen, auch wenn der Text trocken wirkt.

Wichtig ist vor allem, ob die Krankheit stabil ist, ob sie kurz vor Reisebeginn ärztlich behandelt wurde und ob sie als mögliche Ursache für einen Reiserücktritt gilt. Manche Versicherer arbeiten mit Zeiträumen oder mit der Frage, ob in den letzten Wochen eine Verschlechterung eingetreten ist.

Wer hier etwas verschweigt oder nur halb prüft, riskiert später Ärger bei der Erstattung. Bei gesundheitlichen Themen ist die sauberste Lösung immer die transparente Prüfung vor Abschluss, nicht die Hoffnung auf Kulanz.

Einmalversicherung oder Jahrespolice

Ob sich eine einzelne Police oder eine Jahresversicherung lohnt, hängt stark vom Reiseverhalten ab. Wer nur einmal im Jahr verreist, fährt oft mit einer Einmalversicherung günstiger. Wer häufiger unterwegs ist, kann mit einer Jahrespolice unterm Strich besser wegkommen.

Bei Jahrespolicen ist allerdings wichtig, auf die Gültigkeit pro Reise zu achten. Häufig gibt es Begrenzungen bei Reisedauer, Buchungswert oder Altersgrenzen. Wer das erst nach der Buchung merkt, ärgert sich doppelt, weil der vermeintliche Rundumschutz an einer kleinen Klausel hängenbleibt.

Ein weiterer Punkt ist der Geltungsbereich. Manche Policen decken nur private Reisen ab, andere auch Geschäftsreisen. Wer beides mischt, sollte sehr genau hinsehen, damit am Ende nicht die falsche Kategorie versichert wurde.

Wann Selbstbehalt sinnvoll sein kann

Ein Selbstbehalt senkt oft den Preis der Versicherung, erhöht aber im Schadensfall den eigenen Anteil. Das kann sinnvoll sein, wenn du kleinere Schäden ohnehin selbst tragen würdest und nur gegen größere Verluste abgesichert sein willst.

Für viele Reisende ist ein kleiner Selbstbehalt ein brauchbarer Kompromiss. Bei teuren Reisen kann ein zu hoher Selbstbehalt jedoch die Schutzwirkung spürbar schwächen. Dann sieht der Tarif auf dem Papier günstig aus, hilft aber im Ernstfall deutlich weniger.

Wer besonders planbar unterwegs ist und nur gegen größere Schäden absichern möchte, kann mit einem Selbstbehalt leben. Wer aber bei jeder Umbuchung oder Stornierung möglichst wenig selbst zahlen will, sollte eher einen Tarif ohne oder mit sehr niedrigem Eigenanteil prüfen.

Wie du Tarife fair vergleichst

Ein fairer Vergleich beginnt nicht beim Monatsbeitrag, sondern bei den Leistungen. Zwei Tarife mit ähnlichem Preis können im Schadenfall völlig unterschiedlich ausfallen. Entscheidend sind die versicherten Ursachen, die Höhe der Erstattung, die Laufzeit und die Frage, ob Notfallkosten wirklich übernommen werden.

Hilfreich ist es, dieselben Fragen an jeden Tarif zu stellen: Gilt der Schutz nur für eine Reise oder für viele? Gibt es einen Selbstbehalt? Wie hoch ist die maximale Erstattung? Sind Pandemien, Erkrankungen, Gepäck oder Reiserücktritt überhaupt eingeschlossen? Erst danach wird ein Preisvergleich sinnvoll.

Wer diese Punkte sauber prüft, merkt oft schnell, dass der teuerste Tarif nicht automatisch der beste ist. Genauso kann der billigste Tarif am Ende zu dünn sein, wenn die wichtigen Leistungen fehlen oder die Erstattungslimits zu niedrig sind.

Was im Notfall zählt

Wenn unterwegs etwas passiert, ist ruhiges Vorgehen wichtiger als hektisches Suchen nach Unterlagen. Erst die Lage sichern, dann Belege sammeln, dann den Versicherer informieren. Diese Reihenfolge spart Zeit und verhindert, dass wichtige Nachweise fehlen.

Praktisch sind Fotos von Buchungsbestätigungen, Rechnungen, Arztberichten und Umbuchungsbelegen. Je besser die Unterlagen, desto leichter wird später die Prüfung durch den Versicherer. Gerade im Ausland können Sprachbarrieren oder kurze Fristen sonst schnell zum Problem werden.

Auch die Notfallnummern der Versicherung sollten griffbereit sein, am besten offline auf dem Handy und zusätzlich in ausgedruckter Form. Niemand braucht sie gern, aber im Ernstfall ist sie auf einmal erstaunlich wichtig.

Leistungen im Detail richtig einordnen

Bei einer Reiseabsicherung zählt nicht nur die grobe Produktbezeichnung, sondern vor allem der genaue Leistungsumfang. Schon kleine Unterschiede können darüber entscheiden, ob ein Tarif im Ernstfall hilfreich ist oder nur auf dem Papier gut wirkt. Besonders wichtig sind die Bedingungen für ärztliche Behandlung im Ausland, den Rücktransport, die Erstattung von Stornokosten und den Umgang mit unerwarteten Ereignissen kurz vor Abreise.

Wer nur den Preis betrachtet, übersieht leicht Einschränkungen in den Bedingungen. Manche Policen zahlen erst ab einer bestimmten Schadenshöhe, andere schließen bestimmte Reiseländer, Sportarten oder Vorerkrankungen teilweise aus. Sinnvoll ist daher ein Blick auf das Zusammenspiel aus Deckungssumme, Ausschlüssen und Selbstbeteiligung. Erst daraus ergibt sich, ob der Schutz zur eigenen Reise passt.

Vor Reisebeginn auf die Buchungsfrist achten

Ein oft unterschätzter Punkt ist der Zeitpunkt des Abschlusses. Für viele Tarife gelten feste Fristen, damit der Versicherungsschutz für Storno oder Reiseabbruch vollständig greift. Wer zu spät abschließt, kann wichtige Ansprüche verlieren oder nur noch eingeschränkte Leistungen erhalten. Das betrifft vor allem Reisen mit hoher Anzahlung oder langen Planungszeiten.

Praktisch ist es, direkt nach der Buchung zu prüfen, bis wann der Abschluss möglich ist. Wer mehrere Reisen im Jahr plant, sollte außerdem unterscheiden, ob nur eine einzelne Reise oder ein Jahresvertrag passt. Ein Jahresvertrag kann bei häufigen Kurztrips übersichtlicher sein, während eine einzelne Police bei seltenen Reisen oft ausreicht. Entscheidend ist immer, wie oft und wie weit die Reise tatsächlich geht.

Hilfreiche Prüfpunkte vor dem Abschluss

  • Bis wann muss der Vertrag nach der Buchung abgeschlossen werden?
  • Wie hoch sind die maximalen Erstattungen pro Fall und insgesamt?
  • Welche Länder, Regionen oder Reisearten sind eingeschlossen?
  • Welche Vorerkrankungen oder Behandlungen sind ausgeschlossen?
  • Gilt der Schutz auch bei geänderter Reiseroute oder längerer Aufenthaltsdauer?

Im Ernstfall zählen saubere Nachweise

Selbst ein guter Tarif hilft nur dann, wenn die Unterlagen vollständig sind. Bei Storno, Abbruch oder medizinischen Kosten verlangen Versicherer meist Belege wie Rechnungen, ärztliche Bescheinigungen, Buchungsbestätigungen und Zahlungsnachweise. Wer diese Dokumente erst später zusammensucht, verliert oft Zeit und riskiert Rückfragen. Deshalb lohnt es sich, alles direkt nach dem Vorfall geordnet abzuspeichern.

Auch bei kleineren Vorfällen kann eine schnelle Meldung wichtig sein. Viele Anbieter erwarten, dass der Schaden unverzüglich angezeigt wird. Das gilt besonders dann, wenn noch Entscheidungen vor Ort getroffen werden müssen, etwa bei Umbuchungen, Rückreisen oder medizinisch empfohlenen Änderungen der Reiseplanung. Wer die Hotline oder das Online-Portal früh nutzt, vermeidet unnötige Verzögerungen.

Zusatzschutz im Kontext anderer Absicherungen prüfen

Vor dem Abschluss sollte immer geklärt werden, welche Absicherungen bereits bestehen. Manche Kreditkarten enthalten einzelne Reiseleistungen, andere Tarife sind über einen Arbeitgeber, eine Mitgliedschaft oder eine bestehende Krankenlösung teilweise abgedeckt. Wer das doppelt versichert, zahlt unnötig, ohne mehr Nutzen zu erhalten. Wer dagegen Lücken übersieht, bleibt im entscheidenden Moment auf Kosten sitzen.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zwischen Auslandsbehandlung und Reiseabbruch. Eine medizinische Basisabsicherung ersetzt nicht automatisch die Kosten für Umbuchung, Rückreise oder ausgefallene Leistungen. Umgekehrt übernimmt eine Reiserücktrittsdeckung keine Behandlungskosten. Der Schutz wird erst dann sinnvoll, wenn er zu den vorhandenen Bausteinen passt und echte Lücken schließt.

Wer Reisekosten, Zielregion, Reisedauer und persönliche Situation nüchtern abgleicht, kann den Nutzen eines Vertrags deutlich besser einschätzen. So entsteht ein Schutz, der nicht überladen wirkt, aber im passenden Moment einen echten Unterschied macht.

FAQ

Welche Reisearten profitieren am ehesten von einer Police?

Besonders nützlich ist ein Schutz bei teuren Reisen, Langstreckenflügen oder Aufenthalten mit vielen vorab bezahlten Leistungen. Auch bei Reisen in Länder mit hohen Behandlungskosten kann eine Absicherung sinnvoll sein, weil schon kleine medizinische Vorfälle teuer werden können.

Reicht die Krankenkarte aus dem Inland für Auslandsreisen?

Nein, im Ausland gelten oft andere Regeln, und manche Leistungen werden nur teilweise oder gar nicht übernommen. Eine zusätzliche Absicherung kann helfen, Rücktransporte, Behandlungen und organisatorische Probleme besser abzufedern.

Wann ist eine Stornoversicherung besonders sinnvoll?

Sie lohnt sich vor allem dann, wenn die Reise sehr früh gebucht wurde oder hohe Stornokosten anfallen. Wer beruflich, familiär oder gesundheitlich eher mit Änderungen rechnen muss, sollte die Bedingungen sorgfältig prüfen.

Ist bei kurzen Städtereisen überhaupt Schutz nötig?

Bei sehr kurzen Reisen mit geringen Kosten kann der Nutzen kleiner sein als bei längeren oder teuren Vorhaben. Trotzdem können schon ein Unfall, ein Krankenhausaufenthalt oder verloren gegangenes Gepäck die Situation deutlich verändern.

Was sollte vor dem Abschluss genau geprüft werden?

Wichtig sind die versicherten Leistungen, Ausschlüsse, Selbstbehalte und die Höhe möglicher Erstattungen. Auch Fristen für Meldungen und Nachweise sollten klar verständlich sein, damit im Ernstfall keine wichtigen Ansprüche verloren gehen.

Wann ist eine Jahrespolice praktischer als ein Einzeltarif?

Eine Jahrespolice passt oft besser, wenn mehrere Reisen pro Jahr geplant sind. Sie spart Zeit bei der Buchung und kann günstiger sein, sobald öfter gefahren oder geflogen wird.

Welche Rolle spielt der Reisepreis bei der Entscheidung?

Je höher der Reisepreis, desto stärker wirken sich Stornokosten oder Unterbrechungen aus. Bei einer sehr günstigen Reise ist der Aufwand für eine umfangreiche Absicherung manchmal kaum gerechtfertigt.

Wie wichtig sind Vorerkrankungen bei der Auswahl?

Sie sind besonders wichtig, weil nicht jeder Tarif jede gesundheitliche Vorgeschichte abdeckt. Wer Medikamente nimmt oder in ärztlicher Behandlung ist, sollte die Bedingungen genau lesen und nicht nur auf den Preis schauen.

Kann man auf einen Schutz verzichten, wenn die Buchung flexibel ist?

Flexibel umbuchbare Angebote senken das Risiko, ersetzen aber nicht alle möglichen Kosten. Medizinische Notfälle, Gepäckverlust oder zusätzliche Rückreisekosten bleiben davon unberührt.

Wie lässt sich unnötiger Versicherungsschutz vermeiden?

Am besten prüfst du zuerst Reiseart, Reiseziel, Kosten und persönliche Risiken. Danach lässt sich meist gut erkennen, welche Bausteine sinnvoll sind und welche nur zusätzliche Ausgaben verursachen.

Fazit

Ein zusätzlicher Schutz ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Reise teuer ist, medizinische Risiken bestehen oder hohe Stornokosten drohen. Wer die Bedingungen sauber prüft und nur passende Leistungen auswählt, trifft meist eine vernünftige Entscheidung. So bleibt die Absicherung ein praktischer Baustein und wird nicht zum unnötigen Zusatz.

Checkliste
  • Prüfe zuerst, wie viel Geld du vorab bezahlst und wie hoch ein möglicher Verlust wäre.
  • Schau dann, ob Flüge, Hotels oder Pauschalreise kostenlos stornierbar sind.
  • Klär anschließend, ob du medizinisch im Ausland abgesichert bist.
  • Vergleiche am Ende, ob eine Jahrespolice oder ein Einzeltarif besser passt.

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1 Kommentar zu „Reiseversicherung sinnvoll? Wann Schutz wirklich nützlich sein kann“

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