Gefährliche Passwörter vermeiden – diese Kombinationen sind unsicher

Lesedauer: 6 MinAktualisiert: 27. Juli 2026 02:32

Unsichere Passwörter lassen sich meist an wenigen Mustern erkennen: kurze Wörter, persönliche Daten, einfache Zahlenfolgen und bekannte Standardkombinationen gehören zu den häufigsten Schwachstellen. Verwende für jedes wichtige Konto ein eigenes, ausreichend langes Passwort und speichere es am besten in einem seriösen Passwortmanager.

Besonders riskant sind Zugangsdaten, die andere leicht erraten können oder die bei einem früheren Datenleck bereits bekannt geworden sind. Ein Passwort kann dabei auch dann gefährlich sein, wenn es auf den ersten Blick kompliziert wirkt.

Diese Passwortmuster solltest du vermeiden

Am unsichersten sind Kombinationen, die sich schnell ausprobieren lassen. Dazu zählen einfache Zahlenreihen wie 123456, 12345678 oder 000000. Auch Buchstabenfolgen auf der Tastatur, etwa qwertz oder asdfgh, bieten keinen ausreichenden Schutz.

Häufig genutzte Begriffe wie passwort, hallo, admin oder willkommen gehören ebenfalls nicht in ein geschütztes Konto. Angreifer testen solche Wörter automatisiert und kombinieren sie mit typischen Ergänzungen.

  • Vorname, Nachname oder Spitzname
  • Geburtsdatum oder Jahreszahl
  • Name des Partners, Kindes oder Haustiers
  • Wohnort, Straße oder Lieblingsverein
  • Telefonnummer oder Autokennzeichen
  • Wörter mit einem einfachen Ausrufezeichen am Ende

Auch die Kombination aus einem bekannten Wort und dem aktuellen Jahr ist keine gute Wahl. Varianten wie Sommer2025! oder Berlin2024 können durch Wörterbücher und typische Passwortregeln schnell erkannt werden.

Warum persönliche Informationen nicht ausreichen

Viele Menschen wählen ein Passwort, das sie sich leicht merken können. Das ist nachvollziehbar, wird aber zum Risiko, sobald die verwendeten Informationen öffentlich zugänglich sind. Namen, Hobbys, Geburtstage und Haustiere finden sich oft in sozialen Netzwerken, Profilen oder Beiträgen.

Angreifer müssen solche Daten nicht zwingend einzeln recherchieren. Automatisierte Programme kombinieren bekannte Begriffe mit Zahlen, Sonderzeichen und unterschiedlichen Schreibweisen. Ein persönliches Passwort kann dadurch schneller geprüft werden, als es beim manuellen Ausprobieren wirkt.

Auch lange Passwörter können unsicher sein

Die Länge allein schützt nicht, wenn ein Passwort aus einem bekannten Satz, einem häufigen Zitat oder einer vorhersehbaren Wortfolge besteht. IchliebeBerlin2024! ist beispielsweise länger als ein einzelnes Wort, folgt aber einem leicht erkennbaren Muster.

Problematisch sind außerdem Passwörter, die nur geringfügig verändert werden. Wer für mehrere Dienste Varianten wie Sommer2024!, Sommer2025! und Sommer2026! verwendet, schützt seine Konten nicht unabhängig voneinander. Wird eine Version bekannt, lassen sich die anderen oft ableiten.

So erstellst du sichere Zugangsdaten

Für wichtige Konten eignen sich lange, zufällig erzeugte Passwörter mit unterschiedlichen Zeichenarten. Ein Passwortmanager kann solche Zugangsdaten erstellen und sicher verwalten, sodass du dir nicht jede Kombination merken musst.

Anleitung
1Lege für jeden Dienst ein eigenes Passwort an.
2Verwende möglichst lange Zugangsdaten statt kurzer, komplizierter Muster.
3Lass Passwörter vom Passwortmanager zufällig erzeugen.
4Speichere sie nicht in ungeschützten Notizen, Tabellen oder E-Mails.
5Aktiviere zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

  1. Lege für jeden Dienst ein eigenes Passwort an.
  2. Verwende möglichst lange Zugangsdaten statt kurzer, komplizierter Muster.
  3. Lass Passwörter vom Passwortmanager zufällig erzeugen.
  4. Speichere sie nicht in ungeschützten Notizen, Tabellen oder E-Mails.
  5. Aktiviere zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Wenn du keinen Passwortmanager verwenden möchtest, kann auch eine lange, selbst gebildete Passphrase sinnvoll sein. Sie sollte aus mehreren nicht zusammengehörenden Wörtern bestehen und darf nicht aus einem bekannten Zitat oder persönlichen Angaben zusammengesetzt sein. Für jedes Konto brauchst du trotzdem eine eigene Variante.

Welche Konten besonders geschützt werden sollten

Nicht jedes Konto hat dieselbe Bedeutung. Ein kompromittierter Streamingzugang ist ärgerlich, während ein übernommenes E-Mail-Konto weitreichende Folgen haben kann. Über die E-Mail-Adresse lassen sich häufig weitere Passwörter zurücksetzen.

Besonders sorgfältig solltest du Zugangsdaten für E-Mail, Cloudspeicher, soziale Netzwerke, Online-Shops, Bezahldienste und wichtige Geräte absichern. Beim Hauptkonto deines Passwortmanagers ist ein einzigartiges, besonders starkes Passwort unverzichtbar.

Was du bei alten oder mehrfach verwendeten Passwörtern tun solltest

Ändere zuerst das Passwort des E-Mail-Kontos und danach die Zugangsdaten weiterer wichtiger Dienste. Beginne mit Konten, über die sich andere Zugänge zurücksetzen lassen oder die Zahlungsdaten enthalten.

Verwende beim Austausch nicht nur eine neue Jahreszahl oder ein zusätzliches Sonderzeichen. Ersetze das alte Muster vollständig durch eine neue zufällige Kombination. Prüfe außerdem, ob unbekannte Sitzungen, Wiederherstellungsadressen oder zusätzliche Geräte in den Kontoeinstellungen hinterlegt sind.

Falls ein Dienst einen Sicherheitsvorfall meldet oder du eine ungewöhnliche Anmeldung bemerkst, melde dich direkt über die offizielle Website oder App an. Öffne dafür keine Links aus verdächtigen Nachrichten. Nach der Passwortänderung solltest du aktive Sitzungen beenden und die Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten, sofern sie angeboten wird.

Eine kurze Prüfung für deine Konten

  • Wird das Passwort nur bei einem einzigen Dienst verwendet?
  • Enthält es keine Namen, Geburtstage oder leicht auffindbaren Angaben?
  • Ist es ausreichend lang und nicht nach einem einfachen Muster aufgebaut?
  • Wurde es nicht bereits in einer Nachricht, Notiz oder Tabelle ungeschützt gespeichert?
  • Ist eine zusätzliche Anmeldebestätigung aktiviert?

Wenn du eine dieser Fragen mit Nein beantworten musst, lohnt sich eine Änderung. Besonders wichtig ist, nicht alle Konten gleichzeitig nach demselben Schema umzubenennen. Unterschiedliche, zufällig erzeugte Zugangsdaten verhindern, dass ein einzelnes Leck mehrere Dienste gefährdet.

Die wichtigste Entscheidung für mehr Sicherheit

Verzichte auf leicht erkennbare Begriffe, persönliche Daten und wiederverwendete Varianten. Ein Passwortmanager nimmt dir die aufwendigste Arbeit ab: Er erzeugt für jeden Dienst eine eigene Kombination und füllt sie bei der Anmeldung ein. Zusammen mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung entsteht dadurch ein deutlich besserer Schutz als durch häufige kleine Änderungen an einem bekannten Passwort.

Fragen und Antworten zu unsicheren Passwörtern

Woran erkenne ich, ob mein Passwort bereits bekannt ist?

Ein Passwort ist besonders kritisch, wenn du es in mehreren Konten verwendest oder es aus einem Datenleck stammen könnte. Prüfe Hinweise auf kompromittierte Konten nur über die offiziellen Einstellungen des jeweiligen Dienstes oder über seriöse Sicherheitsangebote und gib dein Passwort niemals auf einer unbekannten Prüfseite ein.

Ist ein Passwort mit vielen Sonderzeichen automatisch sicher?

Nein, denn Sonderzeichen schützen nicht ausreichend, wenn das Passwort kurz ist oder einem bekannten Muster folgt. Eine längere, zufällig erzeugte Kombination ist meist sicherer als ein persönliches Wort, das nur durch ein Ausrufezeichen und eine Zahl ergänzt wurde.

Wie lang sollte ein sicheres Passwort sein?

Entscheidend ist eine möglichst große Länge in Verbindung mit Zufälligkeit und der einmaligen Verwendung für ein Konto. Statt dich an eine scheinbar magische Mindestzahl zu halten, solltest du den Passwortmanager lange Zugangsdaten erzeugen lassen und die Vorgaben des jeweiligen Dienstes beachten.

Sind Passphrasen ohne Passwortmanager eine gute Alternative?

Ja, eine Passphrase aus mehreren nicht zusammengehörenden Wörtern kann sinnvoll sein, wenn sie lang und nicht aus einem bekannten Zitat oder persönlichen Informationen gebildet wird. Sie ersetzt aber nicht die Trennung der Konten, da für jeden Dienst eine eigene Passphrase nötig ist.

Wie sicher ist das automatische Speichern von Passwörtern im Browser?

Das hängt vom verwendeten Browser, der Gerätesicherheit und der Absicherung deines Hauptkontos ab. Ein seriöser Passwortmanager bietet oft zusätzliche Verwaltungsfunktionen; unabhängig vom Speicherort solltest du dein Gerät mit einer starken Bildschirmsperre schützen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

Wie oft muss ich ein starkes Passwort ändern?

Ein einzigartiges und nicht bekannt gewordenes Passwort musst du nicht allein wegen des Zeitablaufs ständig ersetzen. Ändere es sofort bei einem Datenleck, einer verdächtigen Anmeldung oder wenn du es versehentlich weitergegeben hast, und wähle dabei eine vollständig neue Kombination.

Was sollte ich tun, wenn ich dasselbe Passwort für viele Konten verwendet habe?

Ändere zuerst das Passwort deines E-Mail-Kontos, deines Passwortmanagers und anderer besonders wichtiger Zugänge. Danach ersetzt du die Wiederverwendungen schrittweise durch eigene zufällige Passwörter, beendest unbekannte Sitzungen und aktivierst zusätzliche Anmeldebestätigungen, sofern sie angeboten werden.

Checkliste
  • Vorname, Nachname oder Spitzname
  • Geburtsdatum oder Jahreszahl
  • Name des Partners, Kindes oder Haustiers
  • Wohnort, Straße oder Lieblingsverein
  • Telefonnummer oder Autokennzeichen
  • Wörter mit einem einfachen Ausrufezeichen am Ende

Passende Hilfethemen

Unser Redaktionsteam

Wir schreiben für Euch

Hinter BesteTipps.de stehen Menschen, die gern erklären, ordnen und Lösungen finden. Wir schreiben verständlich, direkt und mit dem Ziel, dass ein Problem nach dem Lesen kleiner ist als vorher.

Guido Marquardt

Guido Marquardt

Schreibt über Technik, digitale Probleme und praktische Lösungen, die ohne langes Suchen weiterhelfen.

Melanie Weissberger

Melanie Weissberger

Bringt Struktur in Ratgeber, erklärt verständlich und achtet darauf, dass Inhalte gut lesbar bleiben.

Johannes Breitenreiter

Johannes Breitenreiter

Kümmert sich um digitale Alltagsthemen, Apps, Geräte und typische Fehler, die schnell gelöst werden sollen.

Sina Eschweiler

Sina Eschweiler

Schreibt mit Blick für verständliche Formulierungen, hilfreiche Beispiele und klare Antworten.

Schreiben ist für uns mehr als ein Beruf. Wir verwandeln Fragen, Störungen und kleine digitale Stolpersteine in Texte, die schnell Orientierung geben. Ob am Schreibtisch oder unterwegs: Gute Tipps sollen nicht kompliziert klingen, sondern beim Lesen direkt weiterhelfen.

Schreibe einen Kommentar