Abseits bei Einwurf: Welche Sonderregel viele nicht kennen

Lesedauer: 15 MinAktualisiert: 12. Juni 2026 06:41

Bei einem Einwurf gilt die Abseitsregel grundsätzlich nicht. Der Ball kann also direkt weitergespielt werden, ohne dass ein Spieler wegen einer Abseitsstellung bestraft wird. Entscheidend ist aber: Die Szene endet nicht automatisch mit dem Einwurf, denn sobald der Ball von einem Mitspieler berührt wurde, greifen die normalen Abseitsregeln wieder.

Genau an diesem Punkt entstehen die meisten Missverständnisse. Viele schauen nur auf die Position beim Einwurf und übersehen den Moment danach, in dem aus einem harmlosen Zuspiel plötzlich eine strafbare Abseitsstellung werden kann.

Was beim Einwurf wirklich zählt

Der Einwurf ist eine der wenigen Spielfortsetzungen, bei der ein Spieler im Abseits stehen darf, ohne dass sofort abgepfiffen wird. Das ist die Sonderregel, die viele nicht kennen oder nur halb im Kopf haben. Sie ist logisch, wenn man das Spielprinzip betrachtet: Ein Einwurf kommt von der Seitenauslinie, also aus einer Situation, in der das Spiel ohnehin neu sortiert wird.

Wichtig ist die Reihenfolge. Der einwerfende Spieler darf den Ball einem Mitspieler zuspielen, auch wenn dieser hinter der gegnerischen Abwehrkette steht. In dem Moment ist das noch erlaubt. Erst wenn der Ball von einem Mitspieler weitergespielt wird und dieser Mitspieler sich in einer Abseitsposition befindet, kann es problematisch werden.

Für die Bewertung zählt also immer der gesamte Ablauf. Wer nur den Standpunkt beim Einwurf betrachtet, übersieht leicht, dass Abseits im Fußball ein Zusammenspiel aus Position, Ballkontakt und Mitspieleraktion ist.

Warum die Regel so oft falsch verstanden wird

Im Alltag sprechen viele vereinfacht von „Abseits am Einwurf“, obwohl das so pauschal gar nicht stimmt. Gemeint ist meistens eine spätere Spielsituation nach dem Einwurf, zum Beispiel ein Direktpass in die Tiefe oder ein verlängerter Ball. Die eigentliche Sonderregel betrifft nur den Einwurf selbst, nicht alles, was danach passiert.

Hinzu kommt ein typischer Denkfehler: Viele erwarten, dass jede Nähe zum Tor automatisch verboten ist. Das ist beim Einwurf eben gerade nicht der Fall. Ein Spieler darf sich beim Einwurf in einer Position aufhalten, die bei offenem Spiel sofort abseits wäre.

Praktisch bedeutet das: Ein Team kann mit einem schnellen Einwurf Räume nutzen, die es aus dem laufenden Spiel heraus so nicht hätte. Genau deshalb ist die Regel taktisch interessant und sorgt immer wieder für Diskussionen am Spielfeldrand.

Die entscheidende Grenze zwischen erlaubt und abgepfiffen

Erlaubt ist die Aktion, solange der Ball direkt aus dem Einwurf kommt. Sobald nach dem Einwurf noch ein Mitspieler beteiligt ist, wird die Lage neu bewertet. Dann zählt wieder die normale Abseitslogik: Stand der Empfänger bei der Ballabgabe näher zur gegnerischen Torlinie als der Ball und der vorletzte Gegenspieler, kann ein Abseits vorliegen.

Ein einfacher Merksatz hilft: Der Einwurf selbst schützt nicht dauerhaft vor Abseits, sondern nur den ersten Kontakt aus dieser Spielfortsetzung heraus. Danach ist die Sonderregel vorbei.

Das ist auch der Grund, warum Schiedsrichter bei schnellen Seitenausführungen besonders aufmerksam sind. Die Szene wirkt oft harmlos, kann aber in Sekunden kippen, wenn ein Mitspieler den Ball verlängert oder unglücklich prallen lässt.

Typische Spielsituationen am Rand

Besonders häufig wird die Regel bei langen Einwürfen missverstanden. Ein Spieler wirft den Ball weit in den Strafraum, ein Mitspieler steht dort frei, und schon ruft die Bank „Abseits“. In vielen Fällen ist das aber falsch, weil der direkte Einwurfkontakt die Abseitsbewertung zunächst aushebelt.

Anleitung
1Der Ball wird per Einwurf ins Spiel gebracht.
2Der erste Kontakt nach dem Einwurf ist für die Abseitsfrage nicht strafbar, wenn es direkt aus dem Einwurf kommt.
3Erst die weitere Ballaktion nach diesem ersten Kontakt kann wieder eine normale Abseitsposition auslösen.

Anders sieht es aus, wenn der Ball nach dem Einwurf von einem Mitspieler verlängert wird. Dann kann der zunächst erlaubte Laufweg plötzlich doch strafbar werden. Entscheidend ist also, wer den Ball zuletzt berührt hat und in welcher Position der nächste Empfänger steht.

Auch bei kurzen Einwürfen in engen Räumen entstehen Missverständnisse. Der Ball wird auf einen nahen Mitspieler geworfen, dieser spielt sofort weiter in die Spitze, und erst dieser zweite Pass kann eine Abseitsstellung auslösen. Wer das Spiel nur im Moment des Einwurfs beobachtet, sieht die eigentliche Ursache oft zu spät.

Der Ablauf in drei klaren Schritten

So lässt sich die Prüfung im Kopf sauber ordnen: Erst den Einwurf als Spielfortsetzung erkennen, dann den ersten Empfänger betrachten und schließlich den nächsten Pass oder Kontakt bewerten. Genau in dieser Reihenfolge wird aus einer scheinbar einfachen Szene eine belastbare Beurteilung.

  1. Der Ball wird per Einwurf ins Spiel gebracht.
  2. Der erste Kontakt nach dem Einwurf ist für die Abseitsfrage nicht strafbar, wenn es direkt aus dem Einwurf kommt.
  3. Erst die weitere Ballaktion nach diesem ersten Kontakt kann wieder eine normale Abseitsposition auslösen.

Diese Reihenfolge hilft besonders am Spielfeldrand oder beim Zuschauen. Wer sie im Blick behält, versteht auch schnelle Verlagerungen und lange Einwürfe deutlich besser.

Was Schiedsrichter dabei prüfen

Schiedsrichter und Assistenten achten nicht nur auf die Position der Spieler, sondern auf den exakten Moment der Ballabgabe und auf die Folgeaktion. Die Frage lautet immer: Entstand die gefährliche Situation direkt aus dem Einwurf oder erst aus dem nächsten Zuspiel? Davon hängt ab, ob die Abseitsregel überhaupt greift.

In knappen Szenen spielt auch die Wahrnehmung eine Rolle. Ein Spieler kann optisch im Abseits stehen, ohne dass das relevant ist, solange der Ball unmittelbar aus dem Einwurf kommt. Erst wenn die Aktion weiterläuft, wird die Stellung neu bewertet.

Darum wirken manche Entscheidungen von außen widersprüchlich. Sie sind es aber meist nicht, sondern folgen nur einer Regel, die auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt.

Missverständnisse aus dem Jugend- und Amateurfußball

Auf kleineren Plätzen wird die Regel oft besonders gern durcheinandergebracht. Spieler, Trainer und Zuschauer mischen Einwurf, Anstoß, Freistoß und normales Passspiel im Kopf zusammen. Dabei gilt für jede Spielfortsetzung etwas anderes, und genau das führt zu hitzigen Diskussionen.

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass der Ball nach einem Einwurf grundsätzlich „frei“ sei und jede Folgeaktion automatisch erlaubt bleibe. Das stimmt so nicht. Der erste Kontakt ist nur deshalb unkritisch, weil der Einwurf selbst von der Abseitsregel ausgenommen ist. Danach muss man wieder normal mitdenken.

Gerade im Jugendbereich hilft es, diese Sonderregel einmal sauber zu erklären. Dann werden nicht nur Fehlentscheidungen seltener, sondern auch die typischen Proteste an der Seitenlinie deutlich leiser.

Warum lange Einwürfe taktisch so wertvoll sind

Lange Einwürfe sind für viele Teams eine unterschätzte Waffe. Sie funktionieren besonders gut, weil sie den Ball schnell in gefährliche Zonen bringen, ohne dass vorher eine Abseitsposition bestraft wird. Der Ball kann also auch in enge Räume geworfen werden, in denen ein normaler Pass sofort problematisch wäre.

Das macht die Aktion für defensive Mannschaften unangenehm. Die Abwehr muss nicht nur den Ball verteidigen, sondern auch die zweite Aktion im Blick behalten. Genau dort liegt die eigentliche Gefahr: nicht im Einwurf selbst, sondern im nachfolgenden Spielzug.

Wer die Regel kennt, versteht auch, warum Trainer oft gezielt Varianten für Seitenaus und Einwürfe einüben. Es geht um Tempo, zweite Bälle und Überraschungsmomente, nicht nur um das bloße Hereinwerfen des Balls.

Der häufigste Fehler beim Zuschauen

Der häufigste Fehler ist, nur auf die Position zu schauen und den Ballweg zu ignorieren. Ein Spieler kann sichtbar hinter der Abwehr stehen, und trotzdem ist die Szene zunächst erlaubt. Erst der nächste Pass macht aus der Situation eine mögliche Abseitsfrage.

Umgekehrt wird manchmal ein Spieler fälschlich freigesprochen, obwohl der entscheidende Kontakt gar nicht direkt aus dem Einwurf kam. Dann ist die Sonderregel nämlich bereits vorbei. Wer beide Momente trennt, sieht klarer.

Das klingt klein, macht aber im Spielablauf einen großen Unterschied. Ein sauber verstandener Einwurf erspart viele Diskussionen und erklärt auch manche Entscheidungen, die auf den ersten Blick seltsam wirken.

Ein paar typische Szenen aus dem Spielalltag

Ein Team wirft den Ball schnell an den Strafraumrand, ein Stürmer bleibt stehen, nimmt den Ball auf und zieht sofort ab. Das ist in der Regel unproblematisch, solange der Ball direkt aus dem Einwurf kommt und keine weitere Mitspieleraktion dazwischenliegt.

Ganz anders sieht es aus, wenn der Ball nach dem Einwurf an den ersten Mitspieler springt, dieser noch einmal mit dem Kopf verlängert und erst dann ein Stürmer zum Ball geht. In dieser Variante kann die Abseitsregel wieder ganz normal greifen.

Auch ein Rückpass nach dem Einwurf kann interessant werden. Wird der Ball erst kurz angenommen und dann in die Tiefe gespielt, ist die Folgeaktion wieder maßgeblich. Der Startpunkt bleibt zwar ein Einwurf, aber die Bewertung verschiebt sich auf den späteren Pass.

Ein Fanblock schaut oft nur auf das Endergebnis, Schiedsrichter aber auf die Kette der Ballkontakte. Genau diese Perspektive macht die Regel verständlich.

Worauf Trainer und Spieler achten sollten

Für Mannschaften lohnt es sich, bei Einwürfen klare Laufwege zu haben. Der Werfer sollte wissen, ob der Ball direkt in die Tiefe oder zunächst auf einen kurzen Mitspieler geht. Der Empfänger wiederum muss erkennen, ob eine Fortsetzung sofort möglich ist oder ob erst eine sichere Ballannahme nötig ist.

Für die Defensive ist die zweite Aktion entscheidend. Wer den Einwurf verteidigt, sollte nicht nur den Werfer blockieren, sondern auch die nachfolgenden Laufwege eng machen. Denn genau dort wird aus einer erlaubten Szene schnell eine gefährliche Chance.

Ein guter Spielzug bei Seitenaus lebt von Timing. Zu frühes Starten macht eine Aktion leicht lesbar, zu spätes Starten nimmt ihr die Wirkung. Die Abseitsregel am Einwurf ist also nicht nur eine Kuriosität, sondern Teil eines echten taktischen Spiels.

Warum diese Sonderregel nützlich ist

Die Ausnahme beim Einwurf sorgt dafür, dass das Spiel nach einem Seitenaus zügig weiterlaufen kann. Ohne diese Regel würden viele Einwürfe sofort an der Abseitslinie hängen bleiben und das Spiel unnötig ausbremsen. Der Fußball bleibt dadurch flüssiger und weniger kleinteilig.

Gleichzeitig bleibt die normale Abseitsregel als Schutz vor zu einfachen Vorteilen bestehen, sobald die Szene weitergespielt wird. Das System ist also erstaunlich logisch: Einwurf frei, Folgeaktion wieder regulär.

Genau diese Trennung macht die Regel fair und spielnah. Sie schützt keine Zufälle, sondern ordnet nur ein, was aus einem Seitenaus folgen darf und was danach wieder nach den normalen Regeln läuft.

Wann ein Einwurf überhaupt als regulär zählt

Beim Einwurf entscheidet nicht nur die Richtung des Balles, sondern auch die Art der Ausführung. Der Ball muss mit beiden Händen von hinten über den Kopf ins Spielfeld geworfen werden. Beide Füße bleiben dabei auf oder hinter der Seitenauslinie, und der Spieler darf den Ball nicht aus einer verdrehten Haltung mit einer Hand „reinschieben“. Schon kleine Abweichungen können dazu führen, dass der Ball an die andere Mannschaft geht. Gerade im schnellen Spielalltag übersieht man leicht, dass der Einwurf nur dann vollständig ausgeführt ist, wenn die grundlegenden Bewegungsabläufe zusammenpassen.

Für die Frage nach einer Abseitsstellung ist noch ein weiterer Punkt wichtig: Ein Einwurf gehört zu den wenigen Spielfortsetzungen, bei denen die Abseitsregel nicht greift. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Szene automatisch unproblematisch ist. Erst wenn der Ball korrekt im Spiel ist, kann der nächste Kontakt bewertet werden. Darum lohnt sich ein genauer Blick auf die Reihenfolge der Handlung, statt nur auf die Position der Angreifer zu achten.

Warum die Sonderregel viele Situationen entschärft

Die Ausnahme beim Einwurf sorgt dafür, dass das Spiel nach einem Ballaus dem Aus nicht unnötig unterbrochen bleibt. Würde hier die normale Abseitsregel gelten, müssten sich Mitspieler beim Einwurf oft weit zurückfallen lassen, und der Spielfluss wäre deutlich eingeschränkt. Genau deshalb behandelt das Regelwerk diese Spielfortsetzung anders als den Pass aus dem laufenden Spiel.

Praktisch eröffnet das einer angreifenden Mannschaft einige Möglichkeiten. Ein Spieler kann sich freilaufen, einen zweiten Ballkontakt vorbereiten oder direkt in den freien Raum starten, ohne dass allein seine Position als Abseits gewertet wird. Trotzdem bleibt die Verteidigung nicht wehrlos, denn andere Regeln greifen weiterhin. Das betrifft vor allem das feste Regelwerk rund um korrekte Ausführungen, Ballberührungen und mögliche Unsportlichkeiten.

  • Der Einwurf selbst darf nicht mit einem Fußspiel verwechselt werden.
  • Ein Mitspieler steht auch in Ballnähe nicht automatisch in einer verbotenen Position.
  • Nach dem Einwurf gelten die üblichen Regeln wieder, sobald ein weiterer Spielzug entsteht.

So läuft die Prüfung auf dem Platz ab

In der Praxis schauen Schiedsrichter und Assistenten in einer festen Reihenfolge auf die Szene. Zuerst muss klar sein, dass der Ball tatsächlich die Seitenauslinie vollständig überschritten hat. Danach geht es um den Ort des Einwurfs und darum, ob die ausübende Person beide Füße richtig platziert hat. Erst danach ist der Blick auf die anschließende Aktion sinnvoll.

Für Spieler und Trainer ist es hilfreich, den Ablauf wie eine kleine Checkliste zu denken. Wer die Schritte kennt, vermeidet unnötige Diskussionen und kann sich auf die nächste Spielsituation vorbereiten. Das gilt besonders dann, wenn eine Mannschaft den Einwurf schnell ausführen will und die Gegenseite noch nicht sortiert steht.

  1. Ball ist vollständig im Aus.
  2. Einwurf wird von der richtigen Stelle ausgeführt.
  3. Beide Füße bleiben regelgerecht am Boden.
  4. Der Ball wird mit beiden Händen über den Kopf geworfen.
  5. Erst danach zählt die weitere Spielsituation.

Welche Fehler trotzdem zu einer Unterbrechung führen

Auch ohne Abseits kann eine Spielfortsetzung am Rand misslingen. Häufig sind es keine spektakulären Vergehen, sondern saubere Kleinigkeiten, die über Regelkonformität entscheiden. Der Ball wird dann etwa nur mit einer Hand geworfen, der Werfer hebt einen Fuß an oder setzt den Einwurf zu weit vor der Stelle an, an der der Ball das Feld verlassen hat. In solchen Fällen wird nicht wegen Abseits gepfiffen, sondern wegen eines fehlerhaften Einwurfs.

Außerdem kann es nach dem Einwurf noch zu anderen Regelverstößen kommen. Berührt der Einwerfende den Ball direkt ein zweites Mal, ohne dass ein anderer Spieler dazwischenkommt, ist das ebenfalls ein Vergehen. Auch unsportliches Verhalten, etwa ein absichtliches Verzögern, kann die Szene beeinflussen. Wer die Sonderregel nur auf die Abseitsfrage reduziert, übersieht deshalb den gesamten Regelrahmen rund um diese Spielfortsetzung.

Häufige Stolperstellen im Überblick

  • Der Ball wird nicht von hinten über den Kopf geworfen.
  • Ein Fuß hebt beim Abwurf deutlich ab.
  • Der Einwurf erfolgt nicht an der korrekten Stelle.
  • Der Werfer berührt den Ball unmittelbar erneut.
  • Mitspieler stehen zwar weit vorne, sind aber beim Einwurf trotzdem nicht im Abseits.

Wie Mannschaften die Ausnahme sinnvoll nutzen

Weil diese Spielfortsetzung ohne Abseits auskommt, wird sie von vielen Teams als kleine taktische Chance genutzt. Ein schneller Einwurf kann einen freien Mitspieler anspielen, der sich kurz gelöst hat. Besonders wirkungsvoll ist das, wenn die gegnerische Abwehr noch neu sortiert oder in Bewegung ist. Dann entsteht oft Raum, den man mit einem einfachen, sauberen Wurf anspielen kann.

Im Training hilft es, für solche Szenen feste Abläufe einzuüben. Ein Spieler holt den Ball schnell, ein anderer bietet sich im Halbraum an, und ein dritter löst sich in die Tiefe. So wird aus einer alltäglichen Unterbrechung eine geordnete Anschlussaktion. Wichtig bleibt dabei, dass die Ausführung technisch sauber ist, denn ein schneller Einwurf bringt wenig, wenn der Schiedsrichter wegen eines formalen Fehlers eingreifen muss.

Wer die besondere Behandlung dieser Spielsituation verstanden hat, erkennt auch, warum sich Diskussionen am Spielfeldrand oft an der falschen Stelle entzünden. Nicht die Position der angreifenden Spieler ist am Einwurf das Hauptthema, sondern die korrekte Ausführung und der anschließende Spielfluss. Genau darin liegt der Punkt, den viele Zuschauer erst nach mehrmaligem Hinsehen sauber einordnen können.

FAQ

Gilt die Abseitsregel auch direkt nach einem Einwurf?

Nein, nach einem Einwurf kann ein Spieler nicht im Abseits stehen. Der Ball ist in diesem Moment neu im Spiel, deshalb greift die Abseitsbewertung zunächst nicht. Erst nach der nächsten regelkonformen Ballberührung können wieder andere Spielsituationen relevant werden.

Warum wird ein langer Einwurf oft als besondere Waffe genutzt?

Ein weiter Einwurf bringt den Ball schnell in den Strafraum oder in gefährliche Zonen vor das Tor. Dadurch entstehen zweite Bälle, Kopfballduelle und unübersichtliche Situationen, die eine Abwehr unter Druck setzen. Gerade in engen Spielen kann das einen großen Unterschied machen.

Darf ein Mitspieler den Einwurf direkt weiterleiten?

Ja, das ist erlaubt, solange der Einwurf regelgerecht ausgeführt wurde. Der Ball kann direkt an einen Mitspieler gehen, ohne dass vorher ein Kontakt des Gegners nötig ist. Wichtig ist nur, dass sich der Einwerfer an die Ausführungsregeln hält.

Welche Fehler führen beim Einwurf am häufigsten zur Unterbrechung?

Typische Gründe sind ein Fußheben, eine unvollständige Ausführung über den Kopf oder ein falscher Stand an der Seitenlinie. Auch ein zu frühes Loslassen des Balls oder ein Einwurf aus der falschen Stelle kann problematisch sein. Schiedsrichter achten hier meist sehr genau auf die saubere Durchführung.

Kann ein Einwurf zum direkten Tor führen?

Nein, ein Tor direkt aus einem Einwurf zählt nicht. Der Ball muss von einem anderen Spieler berührt werden, bevor ein Treffer anerkannt werden kann. Das gilt für beide Mannschaften gleichermaßen.

Was sollten Spieler vor dem Einwurf kurz prüfen?

Wichtig sind freier Raum, eine gute Anspielstation und ein sicherer Stand. Außerdem lohnt sich ein schneller Blick darauf, ob Mitspieler sich lösen oder ob der Gegner Passwege schließt. So lässt sich der Einwurf nicht nur regelgerecht, sondern auch sinnvoll ausspielen.

Wie erkennen Schiedsrichter, ob die Ausführung sauber war?

Sie achten vor allem auf beide Füße am Boden, den Wurf über den Kopf und den richtigen Ort an der Seitenlinie. Außerdem beobachten sie, ob der Ball vollständig von hinten über den Kopf in das Spielfeld befördert wurde. Schon kleine Abweichungen können zu einem Einwurf für die andere Mannschaft führen.

Warum entstehen gerade an der Seitenlinie oft Missverständnisse?

Weil viele den Unterschied zwischen Ball im Spiel und Ball nicht im Spiel nicht sauber trennen. Zudem herrscht an der Linie oft Tempo, und die Sicht ist nicht immer frei. Dadurch wird schnell angenommen, dass eine Abseitsposition schon beim Einwurf eine Rolle spielt, obwohl das in diesem Moment nicht stimmt.

Welche Rolle spielt die Position der Mitspieler bei einem Einwurf?

Mitspieler sollten so stehen, dass der Einwerfer klare Ziele hat und nicht sofort zugestellt wird. Gute Staffelung hilft, den Ball sicher weiterzuleiten oder Druck auf die Abwehr aufzubauen. Wer sich geschickt anbietet, erhöht die Chance auf einen geordneten Spielaufbau.

Was ist für Trainer bei Einwürfen besonders wichtig?

Trainer sollten klare Abläufe für kurze und lange Varianten festlegen. Dazu gehören feste Anspielzonen, Bewegungen ohne Ball und ein Plan für den Fall, dass der erste Pass blockiert wird. So wird aus einer häufig unterschätzten Standardsituation ein geordnetes Mittel im Spiel.

Fazit

Bei Einwürfen gelten eigene Regeln, und genau deshalb entstehen viele Fehlannahmen rund um die Abseitsfrage. Wer die Ausführung, die Positionierung und die anschließende Ballannahme versteht, kann Spielsituationen besser einordnen und schneller reagieren. Für Spieler und Zuschauer lohnt sich der Blick auf die Details, weil gerade an der Seitenlinie oft mehr passiert, als man im ersten Moment sieht.

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