Wie funktioniert ein Elfmeterschießen genau

Lesedauer: 10 MinAktualisiert: 20. Juni 2026 14:33

Ein Elfmeterschießen entscheidet ein Spiel dann, wenn nach Verlängerung immer noch kein Sieger feststeht. Für viele Zuschauer wirkt es simpel, tatsächlich folgen die Schüsse aber klaren Regeln und einem festen Ablauf. Wer den Beginn, die Reihenfolge und die Sonderfälle kennt, versteht auch, warum es manchmal nach wenigen Minuten vorbei ist und in anderen Spielen deutlich länger dauert.

Wann das Elfmeterschießen beginnt

Zuerst muss feststehen, dass die reguläre Spielzeit und eine mögliche Verlängerung keinen Sieger gebracht haben. Dann wird der Sieger nicht mehr durch offene Spielzeit ermittelt, sondern durch Schüsse vom Punkt. Beide Mannschaften wählen dafür je fünf Schützen aus, und das Ganze läuft abwechselnd auf beide Tore.

Der Schiedsrichter legt die Seite fest, auf der geschossen wird, und sorgt dafür, dass beide Teams dieselben Bedingungen haben. Vor Beginn wird meist ausgelost, welche Mannschaft anfängt. Dieser erste Schuss kann wichtig sein, weil er den Druck direkt auf das andere Team verschiebt.

So läuft die Reihenfolge der Schützen

Jede Mannschaft bestimmt fünf Spieler für die ersten Schüsse. Danach treten die Teams abwechselnd an, also erst Team A, dann Team B, und so weiter. Ein Spieler darf erst wieder schießen, wenn alle verfügbaren Mitspieler in der Reihenfolge einmal dran waren.

  • Es wird abwechselnd geschossen.
  • Jedes Team hat zunächst fünf Versuche.
  • Treffen und Fehlschüsse werden sofort gezählt.
  • Der Torhüter darf sich auf der Linie bewegen, aber nicht zu früh nach vorne kommen.

Schon nach dem vierten oder fünften Schuss kann alles entschieden sein. Wenn ein Team rechnerisch nicht mehr aufholen kann, wird das Verfahren vorzeitig beendet. Das spart Zeit und verhindert unnötige weitere Schüsse.

Was beim Schuss erlaubt ist

Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt, der Schütze startet von dort und darf den Ball erst nach dem Pfiff treten. Nach dem Anlauf muss der Ball direkt aufs Tor gehen. Ein Nachschuss ist im Elfmeterschießen nicht erlaubt, auch wenn der Torwart den Ball abwehrt oder er vom Pfosten zurückkommt.

Der Torhüter muss auf der Torlinie bleiben, bis der Ball gespielt wird. Er darf sich zwar seitlich bewegen, aber nicht schon vorher nach vorne herauslaufen. Auch der Schütze muss die Runde ordentlich ausführen, sonst kann der Versuch wiederholt oder als ungültig gewertet werden.

Warum ein Team zuerst schießt

Die Reihenfolge hat Einfluss auf den Druck, weil das erste Team mit einem Treffer sofort vorlegt. Das andere Team muss dann nachziehen und bleibt unter Beobachtung. Gerade in engen Spielen kann dieser kleine psychologische Vorteil spürbar sein.

Anleitung
1Der Schiedsrichter signalisiert die Durchführung.
2Der Schütze legt den Ball auf den Elfmeterpunkt.
3Alle übrigen Spieler halten Abstand.
4Der Torhüter bleibt bis zum Schuss auf der Linie.
5Nach dem Abschluss wird das Ergebnis sofort festgehalten.

Darum wird der erste Schuss meist per Los oder Münzwurf bestimmt. Danach bleibt die Reihenfolge fest. Ein Team kann sie nicht einfach mitten im Verfahren ändern.

Was bei Gleichstand nach fünf Schüssen passiert

Steht es nach fünf Versuchen pro Team weiter unentschieden, geht es im gleichen Rhythmus weiter. Dann wird nicht wieder von vorne begonnen, sondern in derselben Struktur jeweils ein weiterer Schütze eingesetzt. Das dauert so lange, bis ein Team trifft und das andere im direkten Gegenzug scheitert.

In dieser Phase wird oft besonders deutlich, wie wichtig Ruhe und ein klarer Ablauf sind. Je länger das Elfmeterschießen dauert, desto größer wird der Druck auf die nächsten Schützen. Ein einziger Fehlschuss kann dann das Ende bedeuten.

Typische Sonderfälle im Ablauf

Manchmal kommt es zu besonderen Situationen. Verletzte Spieler können nicht mehr antreten, und dann muss das Trainerteam schnell umplanen. Auch wenn ein Team während der Serie einen Platzverweis erhält, verändert das die Auswahl der verbleibenden Schützen.

Ein weiterer Sonderfall ist ein abgebrochener oder wiederholter Versuch. Das kann etwa passieren, wenn der Schiedsrichter eine Regelverletzung erkennt oder der Torhüter den Abstand zu früh verlässt. In solchen Momenten wird nicht einfach weitergeschossen, sondern die Szene neu bewertet.

Warum das Verfahren so streng geregelt ist

Das Elfmeterschießen soll keine Zufallssituation ohne klare Ordnung sein. Deshalb gibt es feste Vorgaben für Schützen, Torhüter, Reihenfolge und Wiederholungen. So bleibt das Verfahren nachvollziehbar, auch wenn es für die Spieler oft nervenaufreibend ist.

Für Zuschauer ist genau dieser klare Rahmen hilfreich. Wer weiß, wie viele Schüsse noch möglich sind und wann ein Team rechnerisch ausscheidet, kann die Spannung besser einordnen. Am Ende entscheidet nicht nur Treffsicherheit, sondern auch Nervenstärke unter festen Bedingungen.

Wer ein Spiel in dieser Phase verfolgt, achtet am besten zuerst auf die Reihenfolge, dann auf die Trefferquote und schließlich auf die mögliche Entscheidung nach jedem einzelnen Schuss. Genau darin liegt der Kern dieses besonderen Spielabschlusses.

Der genaue Ablauf vom Anstoß bis zum Abschluss

Ein Elfmeterschießen folgt einem klaren Ablauf, der direkt nach dem Abpfiff der Verlängerung beginnt. Bevor der erste Schuss ausgeführt wird, legt der Schiedsrichter fest, auf welches Tor geschossen wird und sammelt beide Mannschaften an der Mittellinie ein. Danach werden die teilnahmeberechtigten Spieler bestimmt. Auf dem Platz bleiben nur die Spieler, die am Ende der Partie noch spielberechtigt sind, sowie die Schiedsrichter und gegebenenfalls das notwendige Organisationsteam. Ausgeschlossen sind alle, die bereits zuvor vom Feld gestellt wurden.

Wichtig ist außerdem der Zustand des Spiels vor dem Start. Steht es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung noch unentschieden, dient das Elfmeterschießen als Entscheidungsform. Es ist also kein eigener Spielabschnitt mit offenem Spiel, sondern eine fest umrissene Entscheidungssituation. Dadurch ist auch klar, warum Ruhe, Reihenfolge und das genaue Zählen der Versuche so streng kontrolliert werden.

Welche Spieler mitmachen dürfen

Teilnehmen dürfen grundsätzlich nur die Spieler, die am Ende der Verlängerung auf dem Platz stehen. Ein Team kann also nicht beliebig frische Schützen auswechseln. Wer kurz vor dem Ende verletzt ausscheidet oder bereits durch eine Rote Karte fehlt, gehört nicht mehr dazu. Genau diese Beschränkung macht die Entscheidung nachvollziehbar, weil beide Seiten mit denselben Voraussetzungen antreten.

  • Spieler auf dem Feld am Ende der Partie sind teilnahmeberechtigt.
  • Ausgewechselte Spieler dürfen nicht zurückkehren.
  • Gesperrte oder vom Platz gestellte Spieler sind ausgeschlossen.
  • Torhüter dürfen natürlich teilnehmen und können selbst schießen, wenn sie zur Schützenliste gehören.

Falls ein Team am Ende mehr verfügbare Spieler hat als das andere, wird die Zahl der Schützen trotzdem ausgeglichen. Es zählt nicht, wie groß der Kader ursprünglich war, sondern wer im Moment der Entscheidung noch eingesetzt werden darf. Das schützt den Ablauf vor Vorteilen durch spätere Wechsel oder Sonderregelungen.

Wie sich die Schützen sinnvoll vorbereiten

Für die Reihenfolge der Schützen gibt es oft eine taktische Planung, auch wenn der Trainer die Liste nicht immer öffentlich macht. Viele Mannschaften wählen zuerst sichere Schützen, dann Spieler mit starker Nervenstärke und am Ende Akteure, die unter Druck gute Entscheidungen treffen. Dabei wird nicht nur der Schuss selbst bewertet, sondern auch der Umgang mit dem langen Warten, der Lautstärke im Stadion und der ungewöhnlichen Unterbrechung des Spielflusses.

Einige Teams ordnen die Schützen nach mentaler Stärke, andere nach Schusstechnik oder Erfahrung. Entscheidend ist, dass jeder Spieler seine Aufgabe kennt, bevor er an den Punkt geht. Wer zu lange unsicher bleibt, verliert oft bereits vor dem Anlauf an Stabilität. Deshalb üben viele Mannschaften im Training nicht nur den Treffer, sondern auch den Weg dorthin: tief atmen, klar anlaufen, Blick lösen und den Schuss sauber ausführen.

  • Die Reihenfolge sollte vorab besprochen werden.
  • Ein klarer Ablauf reduziert Hektik.
  • Die ersten Schützen prägen oft die Stimmung im Team.
  • Ein Torhüter kann sich auf typische Schussrichtungen vorbereiten.

Was Torhüter und Schiedsrichter dabei beachten

Der Torhüter ist beim entscheidenden Duell weit mehr als nur der Mann auf der Linie. Er darf sich bewegen, sich breit machen und die Ecke für den Schützen ungemütlich machen, muss aber bestimmte Grenzen einhalten. Beide Füße müssen beim Ausführen des Schusses auf oder über der Torlinie bleiben, bis der Ball gespielt wird. Ein Vorlaufen vor dem Schuss kann dazu führen, dass der Versuch wiederholt werden muss, wenn der Schiedsrichter einen Regelverstoß erkennt.

Der Schiedsrichter achtet zusätzlich auf den gesamten Rahmen. Er kontrolliert, ob der Ball korrekt auf dem Punkt liegt, ob alle anderen Spieler außerhalb des Strafraums und hinter der gedachten Linie warten und ob der Schütze den Ball nach dem Pfiff regelgerecht ausführt. Auch die ruhige Durchführung gehört dazu. Ein Elfmeterschießen lebt von klaren Signalen, damit keine Diskussion darüber entsteht, ob ein Versuch gültig war oder nicht.

  1. Der Schiedsrichter signalisiert die Durchführung.
  2. Der Schütze legt den Ball auf den Elfmeterpunkt.
  3. Alle übrigen Spieler halten Abstand.
  4. Der Torhüter bleibt bis zum Schuss auf der Linie.
  5. Nach dem Abschluss wird das Ergebnis sofort festgehalten.

Warum der Druck mit jedem Schuss wächst

Mit jedem Versuch verändert sich die Situation. Ein früher Fehlversuch erhöht den Druck auf die folgenden Schützen, ein sicher verwandelter Strafstoß stabilisiert die eigene Mannschaft. Dadurch entsteht eine besondere Dynamik, bei der nicht nur Technik zählt, sondern auch das Lesen der Situation. Wer als Nächster antritt, kennt das Zwischenergebnis und weiß genau, was ein Treffer oder Fehlschuss bedeutet.

Besonders spannend wird es, wenn ein Team erstmals in Rückstand gerät. Dann muss ein Schütze nicht einfach nur treffen, sondern oft auch die Partie im Rennen halten. Umgekehrt kann der letzte sichere Treffer schon vor dem Ende für Erleichterung sorgen, wenn der Gegner rechnerisch nicht mehr ausgleichen kann. Diese Spannung ist ein zentraler Teil des Verfahrens und erklärt, warum jede Runde so aufmerksam verfolgt wird.

Ein weiterer Faktor ist die Wahrnehmung im Stadion. Lärm, Verzögerungen und Blicke auf die Torhüter beeinflussen den Rhythmus. Manche Spieler profitieren von einem schnellen Ablauf, andere wünschen sich mehr Zeit. Die Regelstruktur sorgt dafür, dass diese Unterschiede nicht ausufern, sondern in einem festen Rahmen bleiben.

Häufige Fragen

Wer darf beim Strafstoßduell als Erster antreten?

Der Schiedsrichter lässt die beiden Kapitäne vor Beginn die Seite und die Startreihenfolge abstimmen. In vielen Wettbewerben entscheidet dabei das Los, damit kein Team einen systematischen Vorteil hat.

Dürfen bereits ausgewechselte Spieler noch einen Schuss übernehmen?

Ja, solange sie nach den geltenden Turnierregeln noch zum Spiel gehören und ordnungsgemäß gemeldet sind. Ein Elferschießen ist nicht auf die Spieler beschränkt, die in der Schlussphase auf dem Platz standen.

Was passiert, wenn ein Spieler verletzt ist oder nicht mehr antreten kann?

Dann wird der Ablauf mit den verfügbaren und spielberechtigten Teammitgliedern fortgesetzt. Ein Team muss die Reihenfolge anpassen, ohne die festgelegten Regeln für die Schützen zu umgehen.

Darf sich der Torwart vor dem Schuss frei bewegen?

Der Torwart muss auf der Linie bleiben, darf sich aber seitlich bewegen, solange er die Vorgaben des Regelwerks einhält. Ein zu frühes Vorlaufen kann dazu führen, dass ein Versuch wiederholt wird.

Was gilt, wenn der Ball vom Pfosten zurück ins Feld springt?

Ein Nachschuss ist nicht erlaubt. Sobald der Ball nach dem regulären Versuch im Spielverlauf nicht direkt im Tor landet, ist der Schuss beendet.

Warum wird nach je fünf Schüssen oft noch nicht entschieden?

Weil beide Teams nach fünf Versuchen gleich viele Treffer haben können. Dann geht es im gleichen Wechsel weiter, bis ein Team nach einem gleich hohen Durchgang vorne liegt.

Können Schützen ihre Reihenfolge noch ändern?

Ja, bis ein Durchgang vollständig abgeschlossen ist, kann sich die Reihenfolge innerhalb der erlaubten Regeln noch anpassen. Entscheidend ist, dass jedes Team die gleiche Anzahl an Versuchen erhält und keine unzulässige Doppelvergabe entsteht.

Was prüft der Schiedsrichter vor dem ersten Versuch besonders genau?

Er achtet darauf, dass der Ball korrekt auf dem Punkt liegt, der Torwart die Linie einhält und die übrigen Spieler den nötigen Abstand haben. Außerdem kontrolliert er, ob beide Teams die vorgeschriebene Zahl an Schützen bereitstellen können.

Kann ein Schuss wiederholt werden?

Ja, ein Versuch kann wiederholt werden, etwa bei einem Regelverstoß des Torwarts oder einem klaren Eingreifen von außen. Der Schiedsrichter entscheidet dann nach dem Regelwerk, ob derselbe Schütze noch einmal antreten muss.

Wie lange dauert ein Elfmeterschießen im Normalfall?

Das hängt davon ab, wie viele Versuche nötig sind und wie oft es zu Wiederholungen kommt. Viele Entscheidungen fallen nach wenigen Runden, bei engem Ablauf kann es aber deutlich länger dauern.

Fazit

Das Verfahren ist streng aufgebaut, damit am Ende ein eindeutiges Ergebnis steht und beide Seiten die gleichen Chancen haben. Wer die Abläufe, die Reihenfolge und die Sonderregeln kennt, versteht schnell, warum jeder Versuch so präzise behandelt wird.

Checkliste
  • Es wird abwechselnd geschossen.
  • Jedes Team hat zunächst fünf Versuche.
  • Treffen und Fehlschüsse werden sofort gezählt.
  • Der Torhüter darf sich auf der Linie bewegen, aber nicht zu früh nach vorne kommen.

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