Abseits trotz Rückpass: Wann das möglich ist und worauf es ankommt

Lesedauer: 15 MinAktualisiert: 12. Juni 2026 06:34

Ein Rückpass hebt die Abseitsregel nicht automatisch auf. Entscheidend ist, ob der Ball vom Gegner kontrolliert gespielt wurde oder ob nur ein Abpraller, eine Abwehraktion oder ein misslungener Klärungsversuch vorliegt. Gerade an dieser Stelle entstehen die meisten Missverständnisse.

Abseits kann nach einem Rückpass also sehr wohl weiter bestehen. Wer die Spielsituation sauber einordnet, erkennt schnell, ob der Pass die Abseitsstellung neu bewertet oder ob die ursprüngliche Position weiter zählt.

Der Kern der Regel in einfacher Form

Die Abseitsregel knüpft nicht daran an, ob ein Ball zuletzt „irgendwie“ nach hinten ging. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Mitspieler den Ball zuletzt bewusst und kontrolliert zum angreifenden Spieler gespielt hat und ob daraus eine neue Angriffssituation entsteht. Ein Rückpass ist deshalb nur dann relevant, wenn er aus einer echten Ballkontrolle des Gegners oder Mitspielers stammt und der Spielzug dadurch neu beginnt.

Wichtig ist auch die Perspektive auf den Ballkontakt. Ein gezielter Pass, eine Kopfballablage oder ein sauber gespielter Rückpass kann die vorherige Abseitslage unterbrechen, weil der Verteidiger oder Mitspieler eine neue Spielsituation auslöst. Ein zufälliger Kontakt, ein Abwehrblock oder ein Abpraller tut das meist nicht.

Wann der Rückpass die Abseitsfrage neu öffnet

Ein Rückpass kann die Abseitsbewertung beeinflussen, wenn der Ball vorher klar und kontrolliert von einem Gegner gespielt wurde oder wenn ein Mitspieler den Ball absichtlich zurücklegt. Dann zählt der nächste Moment des Zuspiels als neue Szene. Steht der angreifende Spieler in diesem Augenblick nicht mehr im Abseits oder startet der Lauf erst danach, ist die Position unkritisch.

Anders sieht es aus, wenn der Ball nur aus einem Zweikampf herausspringt oder ein Verteidiger den Ball unkontrolliert verlängert. Dann bleibt die frühere Abseitsstellung oft maßgeblich. Viele Spieler fühlen sich in solchen Situationen zu früh sicher und laufen dann genau in die Fahne oder den Pfiff.

Die entscheidenden Unterschiede im Spielfluss

Ob die Abseitsposition bestehen bleibt, hängt stark davon ab, wie der Ballkontakt zustande kommt. Es lohnt sich, zwischen drei typischen Fällen zu unterscheiden:

  • Bewusster Pass: Der Spieler spielt den Ball absichtlich zurück oder seitlich. Das kann die Situation neu ordnen.
  • Abwehraktion: Ein Verteidiger blockt, grätscht oder wehrt den Ball ab. Das gilt häufig nicht als kontrolliertes Zuspiel.
  • Abpraller: Der Ball springt zufällig von einem Bein, Kopf oder Körperteil weg. Auch hier bleibt die alte Abseitslage oft bestehen.

Diese Unterscheidung ist auf dem Platz wichtiger als jede Bauchgefühl-Entscheidung. Wer nur auf die Richtung des Balls schaut, verpasst leicht den eigentlichen Auslöser der Bewertung.

Typische Irrtümer am Spielfeldrand

Ein häufiger Irrtum lautet: Rückwärts ist automatisch erlaubt. Das stimmt so nicht. Die Abseitsregel schaut nicht auf die Passrichtung, sondern auf den Moment des Zuspiels und die Art des Ballkontakts.

Anleitung
1Den letzten kontrollierten Ballkontakt erkennen.
2Den Standort des Angreifers im gleichen Moment prüfen.
3Die Art des Kontakts einordnen: Pass, Abwehraktion oder Abpraller.
4Erst danach die Abseitsentscheidung bewerten.

Ein weiterer Denkfehler betrifft den Verteidigerkontakt. Nicht jeder Kontakt eines Gegenspielers macht die Szene neu. Ein Ball, der nur unkontrolliert abgefälscht wird, ist meist kein sauberer Neustart. Erst wenn ein Spieler den Ball mit ausreichender Kontrolle spielt, ändert sich die Lage wirklich.

Auch der Begriff „Rückpass“ wird oft zu locker verwendet. Im Fußballjargon meint er häufig jeden Ball nach hinten. Für die Regelauslegung ist aber wichtig, ob es ein bewusster Pass, eine Klärung oder ein Zufallsprodukt war. Genau daran hängt die Entscheidung.

So prüfst du die Szene Schritt für Schritt

Bei kniffligen Situationen hilft ein fester Blick auf den Ablauf. Zuerst schaut man darauf, wer den Ball zuletzt in kontrollierter Weise gespielt hat. Danach folgt die Frage, ob der Angreifer in diesem Moment bereits in einer Abseitsposition stand. Erst danach bewertet man, ob der Rückpass die Szene neu eröffnet oder nur einen bestehenden Zustand fortsetzt.

  1. Den letzten kontrollierten Ballkontakt erkennen.
  2. Den Standort des Angreifers im gleichen Moment prüfen.
  3. Die Art des Kontakts einordnen: Pass, Abwehraktion oder Abpraller.
  4. Erst danach die Abseitsentscheidung bewerten.

Diese Reihenfolge hilft, hektische Fehlurteile zu vermeiden. Wer direkt auf den letzten Ball schaut, übersieht schnell die entscheidende Vorgeschichte.

Der Einfluss von Kontrolle und Absicht

In der Regelauslegung macht Kontrolle den größten Unterschied. Ein Spieler, der den Ball bewusst annimmt, mitnimmt oder gezielt weiterleitet, erzeugt eine andere Spielsituation als jemand, der nur reflexartig trifft. Genau deshalb werden saubere Zuspiele anders bewertet als Rettungsaktionen unter Druck.

Die Absicht des Spiels an sich ist ebenfalls wichtig. Ein geplanter Rückpass soll meist den Angriff neu aufbauen oder Druck aus dem Spiel nehmen. Eine unkontrollierte Rettung soll den Ball nur irgendwie wegbringen. Für die Abseitsfrage ist dieser Unterschied oft der Dreh- und Angelpunkt.

Was Schiedsrichter und Assistenten dabei beobachten

Schiedsrichter achten in solchen Momenten auf den Zeitpunkt des Zuspiels und auf die Art des Ballkontakts. Assistenten prüfen zusätzlich, ob der Angreifer bereits vorher in einer verwertbaren Position stand. Gerade bei schnellen Umschaltszenen ist das eine Millimeter- und Sekundenfrage.

Darum wird die Szene selten nur nach dem letzten Kontakt entschieden. Meist zählt die gesamte Abfolge: Ballgewinn, Weitergabe, Rückpass, Laufweg und Zeitpunkt des Angriffs. Wer diese Kette versteht, kann die Entscheidung viel besser nachvollziehen.

Alltagsszene vom Amateurplatz

Ein Stürmer steht beim langen Zuspiel knapp hinter der Abwehrreihe. Der Ball prallt an einem Verteidiger ab und landet bei einem Mitspieler, der ihn sofort zurückspielt. Läuft der Stürmer in diesem Moment weiter und nimmt den Ball an, kann die alte Abseitsposition weiterhin relevant sein, weil der erste Kontakt des Verteidigers nur ein Abpraller war.

Anders wäre es, wenn derselbe Verteidiger den Ball kontrolliert per Fuß aufnimmt und gezielt weiterleitet. Dann entsteht eine neue Spielsituation. Der Stürmer darf in diesem Fall unter Umständen neu bewertet werden, weil der Ball bewusst gespielt wurde.

Szene mit sauberer Rücklage

Ein Außenverteidiger bekommt den Ball unter Druck, legt ihn aber mit Übersicht kurz nach hinten zu einem Mitspieler. Der Angreifer startet erst nach diesem Pass aus der Tiefe. Hier ist die Lage meist einfacher: Der Rückpass erzeugt eine neue Spielsituation, und die frühere Position des Angreifers ist für diesen Ball häufig ohne Bedeutung.

Genau solche Szenen führen oft zu Diskussionen, weil die Richtung des Balls nach hinten wie ein Freifahrtschein wirkt. Tatsächlich ist aber der bewusste Spielakt entscheidend, nicht die Laufrichtung allein.

Wann der Blick auf die Mitspieler wichtig wird

Die Abseitsbewertung hängt nicht nur vom Ball, sondern auch von den Bewegungen der Mitspieler ab. Ein Angreifer kann zunächst im Abseits stehen, aber erst durch den Zeitpunkt des Rückpasses relevant werden. Lässt er den Ball laufen oder startet erst nach dem Zuspiel, kippt die Bewertung in manchen Fällen vollständig.

Auch Laufwege von Mitspielern erzeugen Nebenwirkungen. Wenn zwei Spieler gleichzeitig starten, wirkt eine Szene schnell chaotisch. Dann helfen nur saubere Beobachtung und die Frage, welcher Kontakt die neue Phase wirklich ausgelöst hat.

Warum die Szene oft am Fernseher anders wirkt

Im Live-Spiel sieht vieles enger aus, als es in der Wiederholung erscheint. Kameraperspektive, Tempo und verdeckte Sichtlinien können den Eindruck verzerren. Deshalb wirkt ein Rückpass auf dem Bildschirm manchmal wie ein klarer Neustart, obwohl die Regelauslegung etwas anderes sagt.

Hinzu kommt: Der Ball kann in einer Millisekunde von einem kontrollierten Pass zu einer unkontrollierten Abwehraktion werden. Genau an dieser Grenze entstehen die meisten Diskussionen. Wer nur das Endergebnis sieht, versteht die Entscheidung häufig erst im zweiten Blick.

Was im Zweifel am meisten hilft

Bei Unsicherheit hilft die einfache Frage: War das ein bewusstes, kontrolliertes Spiel oder nur ein Abwehrmoment? Diese Unterscheidung bringt meist schneller Klarheit als jede hitzige Diskussion am Spielfeldrand.

Hilfreich ist außerdem, den Moment des Zuspiels gedanklich zu verlangsamen. Wer zuerst den Kontakt, dann die Stellung und erst danach die Wirkung betrachtet, kommt der Regel deutlich näher. So wird aus einer gefühlten Entscheidung eine nachvollziehbare.

Ein paar typische Fehlannahmen aus der Praxis

Manche Spieler glauben, ein Ball nach hinten könne nie abseitsrelevant sein. Das ist zu grob gedacht. Ein Rückspiel kann sehr wohl entscheidend sein, wenn es eine neue kontrollierte Spielsituation auslöst.

Andere verlassen sich komplett auf den letzten sichtbaren Kontakt. Auch das reicht selten aus. Die Vorgeschichte des Balls, die Art der Ballkontrolle und der Laufweg des Angreifers gehören immer mit in die Bewertung.

Wieder andere halten jeden Gegenspielerkontakt für eine echte Verteidigeraktion. Auch das stimmt nur teilweise. Ein echter Eingriff liegt eher vor, wenn der Ball gezielt gespielt wird und der Spieler die Aktion kontrolliert ausführt.

Worauf es für Spieler und Trainer ankommt

Für Spieler ist wichtig, den Lauf nicht zu früh abzubrechen oder blind weiterzuziehen. Wer die Abseitslinie kennt und den Zeitpunkt des Rückpasses sauber beobachtet, trifft auf dem Platz bessere Entscheidungen. Das spart unnötige Pfiffe und peinliche Alleingänge.

Trainer profitieren davon, die Mannschaft für die Unterschiede zwischen Abwehraktion und bewusstem Zuspiel zu sensibilisieren. Gerade im Nachwuchsbereich werden diese Szenen oft vereinfacht erklärt. Wer sie sauber trennt, verbessert das Stellungsspiel und das gemeinsame Verständnis deutlich.

Auch für Zuschauer ist die Regel leichter zu verstehen, wenn man sie auf den Kern reduziert: Nicht jede Bewegung des Balls nach hinten setzt die Abseitslage außer Kraft. Entscheidend ist, ob eine neue kontrollierte Spielsituation entstanden ist.

Wann die Rückpass-Situation für die Abseitsprüfung wieder relevant wird

Ein Rückpass beendet die Abseitsbewertung nicht automatisch für die gesamte Szene. Entscheidend ist, ob der Ball von einem Mitspieler bewusst gespielt wurde, wie die nächste Aktion aussieht und ob daraus ein neuer Spielmoment entsteht. Genau an dieser Stelle wird oft zu schnell geurteilt. Für die Praxis hilft es, die Reihenfolge der Kontakte sauber zu trennen: erst der Pass, dann die Verarbeitung der Situation und erst danach die Frage, ob sich die Abseitsstellung auf die nächste Ballberührung auswirkt.

Besonders wichtig ist der Blick auf den Zeitpunkt der letzten kontrollierten Aktion. Sobald ein Spieler den Ball nicht nur irgendwie berührt, sondern ihn gezielt annimmt, weiterleitet oder neu organisiert, kann eine neue Bewertung entstehen. Das gilt vor allem dann, wenn der Ball anschließend an einen anderen Spieler weitergegeben wird oder der Gegner bewusst eingreifen kann. Wer die Szene sauber liest, erkennt schnell, dass nicht der Rückpass selbst die Abseitsfrage beantwortet, sondern der gesamte Ablauf danach.

So ordnest du die Szene Schritt für Schritt ein

Für Spieler, Trainer und Zuschauer ist eine klare Reihenfolge hilfreich. So lässt sich die Situation ohne Rätselraten prüfen:

  • Wer hat den Ball zuletzt gespielt?
  • War die Aktion bewusst und kontrolliert oder nur ein abgefälschter Kontakt?
  • Hat der Ball nach dem Rückpass einen neuen Angreifer erreicht?
  • Entstand durch die nächste Berührung eine frische Angriffssituation?
  • Stand der betroffene Spieler in diesem Moment tatsächlich im strafbaren Raum?

Diese Prüfung funktioniert am besten, wenn man nicht nur auf die letzte Berührung starrt. Auch der Raum, die Laufwege und die Ballkontrolle zählen. Ein Spieler kann zunächst knapp im Abseits stehen, später aber durch die Handlung eines Mitspielers oder Gegners aus dieser Bewertung herausfallen. Umgekehrt kann eine zunächst harmlose Position wieder relevant werden, wenn der Ball nach einem Rückpass neu und kontrolliert in denselben Bereich gelangt.

Woran sich kontrollierte und unkontrollierte Aktionen unterscheiden

Ein sauberer Pass, ein gezielter Rückspielball oder eine klare Weiterleitung sind anders zu behandeln als ein Zufallsprodukt. Genau hier liegt einer der wichtigsten Punkte für die Beurteilung. Der Schiedsrichter schaut darauf, ob ein Spieler die Handlung beeinflussen konnte, ob der Ball in seiner Bewegungsrichtung blieb und ob eine bewusste Entscheidung erkennbar war. Das ist für die Abseitsfrage oft wichtiger als die reine Ballberührung.

Auch bei einem Rückpass kann eine neue Spielsituation entstehen, wenn der Ball nicht nur zurückprallt, sondern kontrolliert angekommen und weiterverarbeitet wird. Dann zählt wieder, was der nächste Spieler daraus macht. Besonders bei schnellen Kombinationen wirkt das auf dem Platz oft wie ein einziger Ablauf, technisch und regelkundlich sind es aber mehrere Schritte. Wer das trennt, versteht auch, warum eine vermeintlich klare Szene auf dem Spielfeldrand anders diskutiert wird als im Regelheft.

Hilfreich ist diese Faustregel: Je mehr Kontrolle, desto eher entsteht eine neue Bewertung. Je mehr Zufall, desto eher bleibt man beim ursprünglichen Ablauf. Das ist natürlich kein Freifahrtschein, aber eine brauchbare Orientierung, wenn es nach einem Rückspiel hektisch wird und alle sofort auf den Assistenten schauen.

Typische Spielsituationen, in denen die Entscheidung kippen kann

Es gibt einige Abläufe, bei denen die Abseitsfrage nach einem Rückpass besonders leicht missverstanden wird. Dazu gehören Ballverluste unter Druck, zurückgekaute Zuspiele an den Strafraumrand und Situationen, in denen ein Verteidiger den Ball nur noch leicht abfälscht. In solchen Momenten sieht es auf den ersten Blick so aus, als sei alles bereits entschieden. Tatsächlich hängt die Bewertung aber daran, ob der Ball bewusst gespielt, nur berührt oder vom Gegner neu kontrolliert wurde.

Auch ein Rückpass unter Zeitdruck kann eine neue Linie in die Szene bringen. Wenn der Ball zunächst zurück zum Torwart läuft und anschließend sofort wieder in die Tiefe oder auf den Flügel gespielt wird, ist die alte Position des Angreifers nicht automatisch maßgeblich. Dann zählt, ob dieser Spieler in dem Moment aktiv am Spiel beteiligt war und ob der Ball nach der Rückgabe erneut in seine Nähe kommt. Genau dort liegt der Unterschied zwischen einer normalen Folgeaktion und einer möglichen Abseitsstellung.

Für den Spielfluss ist außerdem wichtig, dass der Blick nicht nur auf den Endpunkt fällt. Die Wege dazwischen sind oft entscheidend, etwa wenn ein Mitspieler den Ball in einer schwierigen Lage unter Kontrolle bringt, kurz verzögert und dann öffnet. Je klarer die Ballkontrolle, desto eher wird die nachfolgende Aktion als eigenständige Szene gewertet.

Worauf Trainer und Mitspieler in der Praxis achten sollten

Im Training lässt sich das Thema gut über kleine Entscheidungsroutinen schärfen. Wer Angriffe sauber aus dem Rückraum aufbaut, sollte lernen, kurze Passfolgen mit klarer Körperstellung und eindeutiger Ballannahme zu verbinden. Dann entsteht weniger Verwirrung, wenn nach einem Rückpass plötzlich die Abseitsfrage im Raum steht. Für die Kommunikation auf dem Platz hilft es, Laufwege früh anzusagen und nicht auf vermutete Freiräume zu spekulieren.

Eine einfache Struktur für die Mannschaft kann so aussehen:

  1. Nach einem Rückpass sofort prüfen, wer den nächsten Kontakt setzt.
  2. Beim Angriffsspiel auf saubere Anschlussbewegungen achten.
  3. Bei unklaren Abprallern nicht sofort auf Abseits verlassen.
  4. Nach einem kontrollierten zweiten Kontakt die neue Spielsituation lesen.
  5. Bei Unsicherheit weiterlaufen, bis die Aktion klar abgeschlossen ist.

Gerade bei schnellen Kombinationen ist Geduld oft der bessere Weg als ein früher Jubel oder ein sofortiger Protest. Wer sich auf den Ablauf konzentriert, erkennt schneller, ob der Rückpass nur Teil eines bestehenden Angriffs war oder ob danach tatsächlich ein neuer prüfbarer Moment entstanden ist. So bleibt die Entscheidung auf dem Feld überschaubarer und lässt sich auch nach einer hitzigen Szene leichter nachvollziehen.

FAQ

Gibt es nach einem Rückpass überhaupt noch eine Abseitsstellung?

Ja, das ist möglich, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Entscheidend ist nicht der Rückpass allein, sondern die Spielsituation danach und die genaue Rolle des angespielten Spielers. Wird der Ball von einem Mitspieler absichtlich kontrolliert weitergeleitet oder verlängert, kann eine neue Abseitsbewertung entstehen.

Warum zählt ein einfacher Fehlpass anders?

Ein Fehlpass ohne gezielte Ballkontrolle löst nicht automatisch eine neue Bewertung aus. In vielen Szenen bleibt dann die ursprüngliche Position des Angreifers maßgeblich. Erst wenn ein Mitspieler den Ball bewusst spielt, wird die Lage neu geprüft.

Welche Rolle spielt die Ballkontrolle durch den Verteidiger?

Ballkontrolle ist der entscheidende Punkt, weil sie den Spielzug neu ordnen kann. Nimmt ein Verteidiger den Ball sicher an, verarbeitet ihn und spielt ihn dann weiter, entsteht oft eine neue Ausgangslage. Ein bloßes Abfälschen oder ein unkontrollierter Kontakt reicht dafür meist nicht aus.

Woran erkennen Schiedsrichter, ob die Szene neu zu bewerten ist?

Schiedsrichter achten auf Absicht, Kontrolle und den Ablauf der Ballbewegung. Sie prüfen, ob der letzte Verteidiger den Ball bewusst gespielt oder nur reflexartig berührt hat. Auch die Blickrichtung und die Körperstellung des Spielers können Hinweise liefern.

Kann ein Rückpass über den Torwart die Abseitsfrage verändern?

Ja, auch das kann eine neue Bewertung auslösen, wenn der Torwart den Ball bewusst aufnimmt oder gezielt weiterleitet. Entscheidend ist wieder, ob ein kontrollierter Zweikontakt oder eine klare Weitergabe vorliegt. Das bloße Zurückspielen an den Torwart reicht allein noch nicht für eine automatische Änderung.

Was passiert, wenn ein Ball nur abgefälscht wird?

Dann bleibt es häufig bei der ursprünglichen Spielsituation, weil der Kontakt nicht als bewusster neuer Spielzug gilt. Abfälschungen sind für die Beurteilung wichtig, weil sie keine saubere Kontrolle zeigen. Deshalb wird in solchen Szenen oft nicht von einer neuen Freigabe für den Angreifer ausgegangen.

Wie wichtig ist die Absicht des Verteidigers?

Sehr wichtig, denn ein bewusster Pass oder eine gezielte Ablage verändert die Bewertung anders als eine zufällige Berührung. Die Absicht zeigt, ob der Verteidiger den Ball aktiv ins Spiel bringt oder nur auf den Zufall reagiert. Genau daran hängt oft die Entscheidung über die Position des Angreifers.

Warum sieht dieselbe Szene am Fernseher oft klarer aus?

Die Wiederholung aus mehreren Kamerawinkeln zeigt Bewegungen, die im Live-Moment schnell untergehen. Im Stadion oder auf dem Platz bleibt für die Beurteilung nur sehr wenig Zeit. Am Bildschirm lassen sich daher Kontrolle, Kontakt und Timing besser auseinanderhalten.

Was sollten Trainer ihren Spielern dazu mitgeben?

Spieler sollten lernen, nach jedem Rückspiel nicht nur auf den Pass, sondern auch auf die nächste Aktion zu achten. Wer in der Nähe des letzten Verteidigers steht, muss die Linie und den Ballkontakt genau lesen. So lassen sich unnötige Laufwege und Missverständnisse vermeiden.

Welche Fehler sorgen am häufigsten für Verwirrung?

Oft werden ein bloßer Kontakt und ein kontrollierter Pass in einen Topf geworfen. Ebenso wird ein Rückspiel an den Torwart schnell als automatische Freigabe oder automatische Sperre missverstanden. In Wahrheit hängt die Bewertung immer von der Art des Ballspiels und der folgenden Spielsituation ab.

Fazit

Nach einem Rückpass kann eine neue Abseitsbewertung entstehen, aber nur, wenn der Ball bewusst und kontrolliert weitergespielt wird. Wer die Unterschiede zwischen Absicht, Kontrolle und bloßer Berührung kennt, versteht die Szene deutlich besser. Für Spieler, Trainer und Zuschauer hilft vor allem ein genauer Blick auf den gesamten Ablauf.

Passende Hilfethemen

Unser Redaktionsteam

Wir schreiben für Euch

Hinter BesteTipps.de stehen Menschen, die gern erklären, ordnen und Lösungen finden. Wir schreiben verständlich, direkt und mit dem Ziel, dass ein Problem nach dem Lesen kleiner ist als vorher.

Guido Marquardt

Guido Marquardt

Schreibt über Technik, digitale Probleme und praktische Lösungen, die ohne langes Suchen weiterhelfen.

Melanie Weissberger

Melanie Weissberger

Bringt Struktur in Ratgeber, erklärt verständlich und achtet darauf, dass Inhalte gut lesbar bleiben.

Johannes Breitenreiter

Johannes Breitenreiter

Kümmert sich um digitale Alltagsthemen, Apps, Geräte und typische Fehler, die schnell gelöst werden sollen.

Sina Eschweiler

Sina Eschweiler

Schreibt mit Blick für verständliche Formulierungen, hilfreiche Beispiele und klare Antworten.

Schreiben ist für uns mehr als ein Beruf. Wir verwandeln Fragen, Störungen und kleine digitale Stolpersteine in Texte, die schnell Orientierung geben. Ob am Schreibtisch oder unterwegs: Gute Tipps sollen nicht kompliziert klingen, sondern beim Lesen direkt weiterhelfen.

1 Kommentar zu „Abseits trotz Rückpass: Wann das möglich ist und worauf es ankommt“

Schreibe einen Kommentar